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Schwimmen : Freud und Leid bei Britta Steffen

  • Aktualisiert am

Steffen (re.) siegte über 50 Meter Freistil Bild: dpa

Schwimmerin Britta Steffen sicherte sich bei den deutschen Wintermeisterschaften über 50 Meter Freistil das WM-Ticket. Ihr Traum vom Titel-Hattrick ist wegen einer Grippe jedoch geplatzt.

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          Britta Steffen ist erfolgversprechend in das Unternehmen Weltmeisterschaft gestartet. Fünf Wochen nach ihrem Fingerbruch im Höhentrainingslager sicherte sich Deutschlands neue Schwimm-Königin zum Auftakt der deutschen Wintermeisterschaften am Donnerstag in Hannover über 50 Meter Freistil locker das WM-Ticket für Melbourne 2007. Die Weltrekordlerin über 100 m siegte in 24,81 Sekunden souverän. Steffen mußte ihren Start über 200 m Freistil an diesem Freitag wegen einer Magen-Darm-Grippe jedoch absagen. Für Steffen ist der Traum vom Titel-Hattrick damit geplatzt. (Siehe auch: Britta Steffen: „Ich mußte erst lernen, gewinnen zu wollen“).

          Die Wolfsburgerin Janne Schäfer schwamm über 50 m Brust in 30,89 Sekunden deutschen Rekord. Thomas Rupprath meldete sich nach einer verpatzten Saison über 50 m Schmetterling mit seinem 63. nationalen Langbahn-Titel als Sieger zurück, verpaßte aber die WM-Norm. Helge Meeuw erhielt vom Arzt wegen einer schweren Bronchitis Startverbot über 200 m Rücken.

          „Ein Profi, in allem, was sie macht“

          Die gerade 23 Jahre alt gewordene Berlinerin Britta Steffen will sich durch nichts ablenken lassen. „Ich möchte mich nur auf den Wettbewerb konzentrieren und mich für die WM qualifizieren“, sagte die vierfache Europameisterin nach dem gelungenen Auftakt. Nun hofft sie darauf, daß sie an diesem Sonntag wenigstens ihre Paradestrecke über 100 m bewältigen kann. „Wir sind auf dem richtigen Weg“, sagte Trainer Norbert Warnatzsch. DSV-Sportdirektor Örjan Madsen war begeistert: „Sie ist ein Profi, in allem, was sie macht.“

          Siegerin Steffen (M.) mit Götz (2., li.) und Samulski
          Siegerin Steffen (M.) mit Götz (2., li.) und Samulski : Bild: dpa

          Daniela Götz aus Erlangen qualifizierte sich als Zweite ebenfalls für die WM. Janne Schäfer löschte mit neuer Technik über 50 m Brust den sechs Jahre alten deutschen Rekord von Sylvia Gerasch locker und löste souverän das WM-Ticket. „Das war verdammt schnell“, sagte sie.

          Pietsch siegt vor Buschschulte

          Kurzbahn-Weltmeisterin Janine Pietsch aus Ingolstadt setzte sich über 100 m Rücken in 1:01,67 Minuten gegen die deutsche Rekordhalterin Antje Buschschulte (Magdeburg/1:02,04) durch. „Ich kann gar nicht glauben, daß ich so schnell gewesen bin“, sagte Siegerin Janine Pietsch, die gesundheitlich angeschlagen in das Rennen gegangen war. Die Richtzeit für die WM hatten beide schon im EM-Finale von Budapest im Juni erfüllt.

          Der 29 Jahre alte frühere Vielstarter Rupprath konzentriert sich nach verpaßter EM diesmal auf drei Strecken - 50 und 100 m Schmetterling und 50 m Rücken. Bei seinem Sieg über 50 m Schmetterling in 24,13 Sekunden zeigte er aber Nerven und verpaßte die WM-Norm (23,95) klar. Rupprath: „Anscheinend habe ich heute zu viel gewollt. Immerhin habe ich mal wieder einen DM-Titel gewonnen.“

          „Nicht in der Lage, sechs Strecken zu schwimmen“

          Der Frankfurter Meeuw mußte als deutscher Rekordhalter über 200 m Rücken passen. Völlig kaputt war er nach dem Vorlauf aus dem Wasser geklettert und mußte erkennen: „Ich habe zwar sechs Strecken gemeldet, bin aber nicht in der Lage, sechs Strecken zu schwimmen.“ Über 50 und 100 m Rücken muß er nur Erster oder Zweiter werden, weil er die WM-Norm bereits im EM-Finale erfüllt hat. Schafft er es, darf er auch über die 200 m auf einen WM-Start hoffen.

          Zum Winter-Titel, aber an der WM-Norm vorbei schwammen die Baunatalerin Annika Mehlhorn über 200 m Schmetterling, Jaana Ehmcke (Potsdam/800 m Freistil), Johannes Neumann (Riesa/100 m Brust) und Jan Wolfgarten (Frankfurt/400 m Freistil).
          Während für das Ticket für die WM im März kommenden Jahres in Melbourne WM-Norm und Platz eins oder zwei im Finale gefordert sind, qualifizieren sich die beiden Erstplazierten von Hannover auch ohne Norm automatisch für die Kurzbahn-EM in zwei Wochen in Helsinki.

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