https://www.faz.net/-gtl-6m4j0

Schwimm-WM : Michael Phelps kann es noch

  • Aktualisiert am

Unangefochten: Michael Phelps über 200 Meter Schmetterling Bild: AFP

Superstar Michael Phelps hat seinen ersten Titel bei der Weltmeisterschaft in Schanghai gewonnen. Der amerikanische Rekordschwimmer war über 200 Meter Schmetterling eine Klasse für sich. Die deutschen Schwimmer enttäuschen am Mittwoch.

          2 Min.

          Der amerikanische Schwimm-Superstar Michael Phelps hat bei der WM in Schanghai seinen ersten Titel gewonnen. Der 14-malige Olympiasieger war über seine Spezialstrecke 200 Meter Schmetterling am Mittwoch nicht zu schlagen und schwamm in 1:53,34 Minuten mit Weltjahresbestzeit zu Gold. Silber ging an den Japaner Takeshi Matsuda, der 1:54,01 Minuten brauchte. Dritter wurde der Chinese Wu Peng in 1:54,67. Für Phelps war es der 23. WM-Titel insgesamt. Über 200 Meter Freistil hatte er sich noch mit Silber zufriedengeben müssen. Mit der 4 x 100 Meter Freistil-Staffel hatte es nur zu Bronze gereicht.

          Über 800 Meter Freistil siegte der chinesische Favorit Sun Yang. Er brauchte von den Fans umjubelte 7:38,57 Minuten und war mit der Weltjahresbestzeit knapp drei Sekunden schneller als Ryan Cochrane aus Kanada. Auf Platz drei kam der Ungar Gergo Kis. Für Chinas Beckenschwimmer war es in Shanghai der dritte Titel, insgesamt Gold Nummer 13.

          Hendrik Feldwehr wurde über 50 Meter Brust dVierter. Der Essener verfehlte in 27,19 Sekunden um 22/100 einen Medaillenrang. Feldwehr hatte bereits bei der WM 2009 in Rom Platz vier belegt. Der Brasilianer Felipe Franca da Silva gewann in 27,01 vor dem Italiener Fabio Scozzoli und Weltrekordinhaber Cameron van der Burgh aus Südafrika.

          Breites Kreuz: Phelps auf dem Weg zum ersten Sieg in Schanghai

          Silke Lippok hat in ihrem ersten WM-Finale den achten Platz belegt. Die EM-Zweite, die das Rennen sehr schnell anging, war letztlich in 1:58,26 Minuten über 200 Meter Freistil klar langsamer als im Halbfinale. Zum Sieg schwamm Weltmeisterin und Olympiasiegerin Federica Pellegrini aus Italien. In 1:55,58 Minuten verwies sie die Australierin Kylie Palmer auf Platz zwei. Rang drei ging an Camille Muffat aus Frankreich.

          Zuvor waren zwei deutsche Hoffnungsträger bereits in den Vorläufen auf der Strecke geblieben. Der als Weltjahresbester nach Schanghai gereiste Marco Di Carli verpasste am Mittwoch über 100 Meter Freistil ebenso das Halbfinale wie Kurzbahn-Europameister Markus Deibler. „Das war ein sehr bitterer Vormittag für uns“, sagte Bundestrainer Dirk Lange. Wenigstens schafften Jenny Mensing über 50 Meter Rücken und Lagenspezialist Jan David Schepers als jeweilige 16. knapp den Einzug in das Halbfinale am Abend.

          Di Carli schlug erst nach 49,00 Sekunden an - sieben Hundertstel fehlten auf Platz 19 zum Halbfinale der besten 16. Bei den deutschen Meisterschaften Anfang Juni war Di Carli noch 48,24 geschwommen. „Das war ein Scheißrennen. Ich weiß nicht, wieso. 49,0 ist unter aller Sau. Der Blick auf die Anzeigetafel war ein Schock“, kommentierte der 26-Jährige gewohnt deutlich. Noch beim Einschwimmen kurz vor dem Start habe er sich gut gefühlt. „Die letzen 15 Meter wurden unerträglich hart, da konnte ich die Technik nicht mehr halten.“

          „Ein kleines Desaster“

          Bundestrainer Lange wunderte sich, warum die Sprinter wie Britta Steffen und Di Carli im Gegensatz zu ihren Trainingsleistungen nicht in Fahrt kommen. „Im Sprintbereich war das schon ein kleines Desaster, was da ablief“, sagte Lange. Der Hamburger Deibler hatte zugunsten des folgenden Vorlaufs über 200 Meter Lagen auf die Freistil-Strecke verzichtet. Doch das zahlte sich nicht aus. 2:00,99 Minuten reichten nur zu Platz 22. „Das war einfach nur schlecht“, sagte der Hamburger. Bei den nationalen Titelkämpfen war Deibler noch 1,32 Sekunden schneller geschwommen. Schepers kam in 1:59,99 Minuten gerade so weiter. Vorlauf-Bester war der Brasilianer Thiago Pereira in 1:57,82 Minuten.

          Die amerikanischen Topfavoriten Ryan Lochte und Michael Phelps begnügten sich mit den Plätzen vier und acht. Vor dem ersten WM-Einzelstart von Titelverteidigerin Britta Steffen verbreiten die Verantwortlichen des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV) vorsichtigen Optimismus. „Sie hat heute Morgen trainiert. Die Formkurve geht nach oben, langsam fängt sie an zu laufen“, sagte Lange. Die Doppel-Olympiasiegerin zog morgens um sieben ihre Bahnen im Wettkampfbecken des Oriental Sports Centre. Sie kündigte an, dass sie über die 100 Meter Freistil an diesem Donnerstag nach ihrer zuvor enttäuschenden Leistung in der Bronze-Staffel „definitiv“ starten werde.

          Weitere Themen

          Die Eintracht begeistert wieder

          3:0 gegen Leverkusen : Die Eintracht begeistert wieder

          In einer mitreißenden Partie bezwingen die Frankfurter Leverkusen 3:0. Die Tore erzielen Paciencia und Dost. Rönnow hält den Sieg fest. Bayer verpasst die Tabellenführung.

          DEG und Adler überzeugen in DEL

          Eishockey : DEG und Adler überzeugen in DEL

          Die Düsseldorfer EG setzt ihre imponierende Erfolgsserie in der Deutschen Eishockey Liga fort. Auch die Adler Mannheim trumpfen auf. Dagegen gehen die Fischtown Pinguins baden.

          Topmeldungen

          Donald Trump, Präsident der Vereinigten Staaten, spricht bei einer Wahlkampfkundgebung im Lake Charles Civic Center.

          Amerika : Vereinzelte Republikaner wenden sich gegen Trump

          Einzelne Republikaner erwägen, ein Amtsenthebungsverfahren gegen Donald Trump zu unterstützen. Die Mehrheit steht nach wie vor hinter ihrem Präsidenten und will das auch mit einer offiziellen Abstimmung bestätigen.
          Der britische Premierminister Boris Johnson steht beim EU-Gipfel in Brüssel im Zentrum.

          Europäische Union : Britisches Parlament stimmt über Brexit-Vertrag ab

          Stimmt das britische Unterhaus heute für den Vertrag, den Premierminister Boris Johnson mit der EU ausgehandelt hat, wird Großbritannien am 31. Oktober aus der Europäischen Union austreten. EU-Kommissar Günther Oettinger schließt weitere Verhandlungen aus, sollte es nicht zu einer Einigung kommen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.