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Schwimm-WM : Lagen-Staffel ohne Chance, Sprinter machen Hoffnung

  • Aktualisiert am

Die deutsche Lagenstaffel spendet sich nach Platz sechs Trost Bild: dpa

Die deutsche Lagen-Staffel der Frauen verpasste eine Medaille deutlich - dafür hinterließen die deutschen Männer über die Kurzdistanz in den Halbfinals einen starken Eindruck. Überschattet wurde der Tag in Melbourne jedoch von den Dopinggerüchten um Ian Thorpe.

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          Die Lagenstaffel der Frauen um Schwimm-Star Britta Steffen hat bei der WM in Melbourne eine Medaille klar verpasst. Während sich das deutsche Quartett bei der Weltrekord-Show der Australierinnen mit Platz sieben begnügen musste, machten Steffen, Thomas Rupprath, Steffen Driesen und Janne Schäfer dem gebeutelten Deutschen Schwimm-Verband (DSV) in den Sprint-Halbfinals aber zumindest Hoffnung auf einen versöhnlichen Abschluss. Der amerikanische Superstar Michael Phelps holte sein sechstes Gold und kann mit seinen angepeilten acht Titeln Schwimm-Geschichte schreiben. Überschattet wurde der vorletzte WM-Tag von den Doping-Spekulationen um Ian Thorpe.

          Die deutsche Staffel mit Antje Buschschulte (Magdeburg), Birte Steven (Hamburg), Daniela Samulski (Wuppertal) und Steffen (Berlin) war über 4x100 Meter Lagen in 4:03,34 Minuten ohne Chance. „Eine Medaille war heute nicht drin, aber wir haben Platz fünf um zwei Hundertstel verpasst, das ist schon ärgerlich“, meinte Schluss-Schwimmerin Steffen. Die Australierinnen blieben in 3:55,74 bei ihrer erfolgreichen Titelverteidigung 56 Hundertstel unter ihrer alten Bestmarke.

          Driesen und Rupprath im Halbfinale stark

          Trotz der enttäuschenden WM will DSV-Sportdirektor Örjan Madsen das Team zu Olympia 2008 in Peking führen. „Peking ist das Ziel, es wäre absolut falsch, das jetzt aufzugeben“, erklärte der Norweger: „Es dauert eine Zeit, bis das Konzept wirken kann. Jetzt schon darauf zu schließen, dass das Konzept nicht zieht, wäre zu früh.“ Rückendeckung bekam Madsen von DSV-Präsidentin Christa Thiel: „Herr Madsen genießt weiter unser Vertrauen.“

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          Zum Abschluss könnten die deutschen Sprinter noch mal zuschlagen. Über 50 Meter Freistil zog Steffen einen Tag nach Bronze über die doppelte Distanz in 25,06 Sekunden als Fünfte ins Finale ein. „Ich werde alles geben, aber eine Medaille wird schwer“, meinte die 23-Jährige. Danach greifen über 50 Meter Rücken in Driesen und Rupprath gleich zwei Deutsche nach Edelmetall. Der Wuppertaler Driesen überraschte im Halbfinale als Zweiter in 25,21 Sekunden acht Hundertstel vor Weltrekordhalter Rupprath (Rostock) auf Platz vier.

          Phelps auf dem Weg zu Schwimm-Geschichte

          Die für Wolfsburg startende Wahl-Engländerin Schäfer qualifizierte sich über 50 Meter Brust in 31,23 Sekunden für den Endlauf. Nach Gold und Silber auf der Langstrecke in der Bucht vor St. Kilda lief es für Thomas Lurz in der Rod Laver Arena nicht so gut. Der Würzburger verpasste über 1500 Meter Freistil in 15:11,26 Minuten als 16. das Finale.

          Weltklasse demonstrierte Phelps auch über 100 Meter Schmetterling. Der 21-Jährige verwies Titelverteidiger Ian Crocker in 50,77 Sekunden dank eines furiosen Endspurts um fünf Hundertstel auf Platz zwei. Am Sonntag kann Phelps über 400 Meter Lagen sowie mit der Lagenstaffel Gold Nummer sieben und acht hinzufügen und damit noch einmal Gold mehr holen, als der siebenmalige Olympiasieger Mark Spitz 1972 in München.

          War Ian Thorpe gedopt?

          Der „Fall Thorpe“ sorgte unterdessen für großes Aufsehen. „Ian selbst ist geschockt. Das ist schlimm für den Athleten, für unseren gesamten Sport und zu diesem Zeitpunkt natürlich auch für die WM“, sagte der Generalsekretär des Australischen Schwimm-Verbandes, Glenn Tasker, auf einer Pressekonferenz vor über 100 Medienvertretern. Nach einem Bericht der französischen Sporttageszeitung L'Equipe sollen bei Thorpe, der im November des Vorjahres seinen Rücktritt vom Schwimmen erklärt hatte, bei einem Test im Mai 2006
          erhöhte Werte von Testosteron und Wachstumshormonen festgestellt worden seien.

          Der Weltverband FINA sprach nicht von einem positiven, sondern von einem „auffälligen“ Dopingtest. Dass es sich um den fünfmaligen Olympiasieger handele, bestätigte die FINA nicht. Der Weltverband hat den Internationalen Sportgerichtshof CAS angerufen, um den Fall weiter zu verfolgen.

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