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Schwimm-WM in Gwangju : Zwei deutsche Finalisten und ein Weltrekord

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Philipp Heintz schwimmt über 200 Meter Lagen bei der Schwimm-WM im südkoreanischen Gwangju. Bild: dpa

Nach der Enttäuschung des Florian Wellbrock sorgen am Mittwoch zwei deutsche Schwimmer wieder für Medaillenhoffnung. Derweil bricht ein 19 Jahre alter Ungar einen Phelps-Weltrekord.

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          Der euphorisierte Philip Heintz weckte Hoffnungen auf eine WM-Medaille, die überraschte Franziska Hentke fand ihren Weg ins Finale „crazy“. Nach dem Silberglanz durch Sarah Köhler haben zwei langjährige Leistungsträger mit guten Halbfinal-Platzierungen Lust auf die nächsten Endläufe der Schwimm-WM gemacht. „Alles, was jetzt kommt, ist Super-Zugabe“, sagte Lagenschwimmer Heintz, Zweitbester des Halbfinales. Florian Wellbrock war am Tag, an dem in Gwangju ein legendärer Michael-Phelps-Weltrekord gebrochen wurde, dagegen noch mit Ursachenforschung nach seiner Vorlauf-Enttäuschung beschäftigt.

          Hentke und Heintz, die für die vierte und fünfte deutsche Finalteilnahme sorgten, sich am Donnerstag für eine Medaille aber wohl weiter steigern müssen, können aus eigenen Erfahrungen nur zu gut erahnen, wie sich der 21-Jährige gerade fühlen muss.

          Hentke scheiterte bei Olympia 2016 überraschend im Halbfinale, Heintz vergoss nach Rang sechs im Endlauf der Spiele reichlich Tränen. „Da kann ich selber sagen: Das passiert manchmal, und ich denke, dass die das bis zu den 1500 Metern wieder in den Griff kriegen“, machte Heintz dem Freiwasser-Weltmeister Mut. „Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein“, so der Wunsch von Teamchef Bernd Berkhahn, soll dem über 800 Meter Freistil im Vorlauf gescheiterten Wellbrock die Silbermedaille seiner Freundin Sarah bringen.

          Ungar Milak stellt Phelps-Rekord ein

          Dass es am Mittwoch für die Mixed-Staffel über 4 x 100 Meter Lagen nicht zu Edelmetall reichte, war zu erwarten – Platz sieben und das Ticket für die Olympia-Premiere in dieser Disziplin waren aber achtbar.

          Am Tag vor dem ersten Gwangju-Auftritt von Brustschwimmer Marco Koch, der vor vier Jahren den bislang letzten deutschen Weltmeistertitel gewann, gab es einen goldenen italienischen Abend. Erst siegte Gregorio Paltrinieri in europäischer Rekordzeit von 7:39,27 Minuten auf der Wellbrock-Strecke. Dann zeigte die 30-jährige Federica Pellegrini nach wiederholten Überraschungssiegen von Youngstern mit der Titelverteidigung ihre Extra-Klasse über 200 Meter Freistil. Es war das achte WM-Podest der italienischen Schwimm-Diva in dieser Disziplin in Folge.

          Für das internationale Highlight sorgte dann der Ungar Kristof Milak. Der 19-Jährige blieb über 200 Meter Schmetterling 0,78 Sekunden unter der zehn Jahre alten Bestmarke des amerikanischen Rekord-Olympiasiegers Phelps.

          „Dass alle gerade so langsam sind, ist irgendwie schockierend“

          Bei den Frauen wurde auf dieser Strecke überraschend langsam geschwommen. „Ich finde es absolut crazy, dass man mit einer 2:09 ins Finale kommt. Dass alle gerade so langsam sind, ist irgendwie schockierend für mich, wenn ich ehrlich bin“, wunderte sich Hentke. Bei der WM vor zwei Jahren in Budapest hatte sie mit Silber die einzige deutsche Beckenmedaille geholt. „Natürlich“ sei sie auch nach Gwangju mit dem Ziel geflogen, „eine Medaille zu gewinnen“, sagte die 30-Jährige. 2:08,14 Minuten und Rang fünf standen nach dem Halbfinale zu Buche.

          Anders als Hentke hat Heintz öffentlich keine Medaillenziele ausgegeben, musste sich nach Rang zwei im Halbfinale aber damit auseinandersetzen. „Da kann ich ja schlecht Nein sagen, wenn ich als Zweiter drin bin“, sagte der 28-Jährige und scherzte im Überschwang schon über einen möglichen deutschen Rekord. „Wenn ich jetzt Ja sage, dann muss ich ihn ja schwimmen“, sagte er. Dass er in 1:56,95 Minuten 1,4 Sekunden unter seiner Jahresbestzeit blieb, war ein starkes Zeichen über die 200 Meter Lagen.

          Heintz hatte nach der vergangenen Saison eine Auszeit genommen. Eine Schulterverletzung auskurieren, den Akku aufladen - das war sein Motto im Winter. Die Pause sei für „Kopf und Körper“ gut gewesen, sagte der Heidelberger. „Ich konnte mal für ein halbes Jahr den Druck komplett rausnehmen.“ Anscheinend genau richtig - ein Jahr vor Tokio.

          Im Staffel-Finale konnten Laura Riedemann, Fabian Schwingenschlögl, Marius Kusch und Jessica Steiger beim Sieg der Australier Finalatmosphäre genießen. Den Auftrag Olympia-Qualifikation hatten sie zuvor schon erledigt. „Das Ziel ist erreicht“, sagte Schwingenschlögl.

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