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Schwimm-WM : Katie Ledecky schwimmt mit Sechzehn zum Weltrekord

  • Aktualisiert am

Strahlende Siegerin: Katie Ledecky Bild: REUTERS

Während die deutschen Schwimmer weiter über den Grund für ihre schwachen Leistungen rätseln, begeistern Amerikas Teenager bei der Weltmeisterschaft in Barcelona.

          2 Min.

          Die deutschen Schwimmer durften nach wieder schwachen Vorläufen nur als Final-Zuschauer die enteilte Konkurrenz bestaunen. Der Weltrekord der 16 Jahre alten Amerikanerin Katie Ledecky oder die Dominanz des Franzosen Yannick Agnel über die Königsstrecke 200 Meter Freistil demonstrierten, wie weit die Weltspitze enteilt ist.

          Da passte es ins Bild, dass der bitter enttäuschte Hendrik Feldwehr nicht nur das Halbfinale über 50 Meter Brust verpasste, sondern seinen Europarekord aus der Ära der Hightech-Anzüge nun auch noch mit dem Slowenen Damir Dugonjic teilen muss.

          Anstelle der „drei bis vier“ Medaillen, die der Verband als Zielvereinbarung vor der WM nannte, droht den Beckenschwimmern nach der medaillenlosen Olympia-Pleite der nächste Negativ-Rekord. Überhaupt kein Edelmetall gab es seit WM-Beginn 1973 nicht, fünfmal Bronze vor zwei Jahren in Schanghai markierte schon den Tiefstand seit der Vereinigung. Alle deutschen Starter überstanden die Vorläufe am Morgen nicht und konnten bei den großen Auftritten am Abend nur zuschauen.

          Im stimmungsvollen Palau Sant Jordi sorgte ein Teenager für die La Ola. Katie Ledecky wurde mit 16 Jahren die bislang jüngste Titelträgerin über 1.500 Meter Freistil und blieb in 15:36,53 Minuten sechs Sekunden unter dem bisherigen Weltrekord. „Ich kann es selbst kaum glauben, es war mein bislang härtestes Rennen“, sagte sie. Titelverteidigerin Lotte Friis (Dänemark) schlug ebenfalls unter der alten Bestmarke an und schwamm in 15:38,88 Europarekord.

          Erinnerungen an das deutsche Olympia-Debakel

          Eine Stunde später kam Litauens Olympiasiegerin Ruta Meilutyte knapp an ihren einen Tag alten Weltrekord heran und holte sich WM-Gold über 100 Meter Brust in 1:04,42. Es war nach der Bestzeit am Vortag für sie die „Kirsche auf der Eiscreme“. Sie ist die jüngste Schwimmerin, die einem Olympiasieg den WM-Titel folgen ließ. Zuvor hatte die 18-jährige Missy Franklin (USA) nach den 400 Metern Freistil auch die 100 Meter Rücken gewonnen. In 58,42 Sekunden lag die Olympiasiegerin vor der Australierin Emily Seebohm. Weiteres Gold für Amerika holte Olympiasieger Matt Grevers über 100 Meter Rücken.

          Missy Franklin auf dem Weg zur Goldmedaille
          Missy Franklin auf dem Weg zur Goldmedaille : Bild: AFP

          Die vielen französischen Fans sangen bei Agnels Siegerehrung die Marseillaise lauthals mit. Der Olympiasieger gewann die prestigeträchtigen 200 Meter Freistil in Weltjahresbestzeit von 1:44,20 Minuten. „Ich bin selbst überrascht, ich wollte eigentlich nur ins Finale“, sagte der schlaksige 21-Jährige. Zweiter wurde überraschend Conor Dwyer aus den Vereinigten Staaten vor dem Russen Danila Isotow. Titelverteidiger Ryan Lochte aus Amerika wurde nur Vierter. „Das war nicht mein Abend. Ich muss das hinter mir lassen, denn ich habe hier noch viele Rennen“, sagte er. Weltrekordler Paul Biedermann pausiert in dieser Langbahn-Saison nach langem Trainingsausfall.

          Der WM-Auftritt der deutschen Beckenschwimmer erinnert bislang frappierend an das Olympia-Debakel. „Die Parallelen kann man nicht von der Hand weisen und man muss überlegen, warum ist das immer so?“, fragte Chefbundestrainer Henning Lambertz. Wie vor zwölf Monaten in London trumpft bislang nur Schmetterling-Ass Steffen Deibler stark auf, wie damals ist Britta Steffen dagegen keine Hoffnungsträgerin mehr. Ihr Start über 100 Meter Freistil steht aber nach Verbandsangaben nicht in Frage.

          Wie bei den Spielen fehlt auch ein mitreißender Auftritt aus der zweiten Reihe. 70 Prozent der Schwimmer sollten ihre Zeit von den deutschen Meisterschaften Ende April in Berlin verbessern - geschafft haben es nach drei Wettkampftagen nur zwei von mehr als einem Dutzend Startern. Deibler, der mit 23,02 Sekunden gar zum deutschen Rekord schwamm, und Feldwehr, der über 100 Meter Brust die Anforderung erfüllte. Über die halbe Distanz blieb der Essener in 27,59 Sekunden hinter dem Ziel zurück und verfehlte um eine Hundertstelsekunde das Halbfinale. „Keine Ahnung, woran es gelegen hat“, erklärte der WM-Vierte von 2009. So oder ähnlich klingen die meisten im Team.

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