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Schwimm-WM in Südkorea : Immer Drama mit Leonie Beck

  • -Aktualisiert am

Aufgewühlt: Leonie Beck (vorne) im WM-Wasser Bild: EPA

Die deutsche Erfolgsstory in Südkorea geht weiter: Leonie Beck gewinnt bei der WM Bronze über fünf Kilometer – nach knapp einer Stunde Freiwasserschwimmen entscheidet der Videobeweis.

          Ein Beck-Rennen ohne Drama? Nicht bei dieser Schwimm-WM. Am Sonntag hatte Leonie Beck geschlagene 23 Minuten zittern müssen, bis Foto- und Videoauswertung ihren neunten Platz über die olympischen zehn Kilometer bestätigt und Beck damit ihren Startplatz in Tokio 2020 sicher hatte. Nachdem sich die 22-Jährige nun drei Tage später nach fünf Kilometern aus dem Hafenbecken von Yeosu gehievt hatte, war da wieder diese Ungewissheit. Erst wies die Anzeigetafel sie als Zweite aus, dann als Dritte, dann schien sie plötzlich ganz vom Podest gerutscht. Das Problem: Beck hatte nur mit den Fingerspitzen angeschlagen. Hatte die Zeitnahme am Ende vielleicht gar nicht ausgelöst? Einige Minuten später stand fest: Beck sollte sich den dritten Rang mit der Amerikanerin Hannah Moore teilen. Schneller waren nur Ana Marcela Cunha aus Brasilien und die Französin Aurélie Muller. Die Magdeburgerin Finnia Wunram kam als 15. ins Ziel.

          „Das ist jetzt optimal gelaufen“, sagte die Würzburgerin anschließend. „Die Medaille wäre für mich nichts wert gewesen, wenn ich die Olympia-Quali nicht geschafft hätte.“ Beck steht auch für die Entwicklung der deutschen Freiwassersparte, seit sie bei der WM 2017 erstmals medaillenlosen geblieben war. Es war Beck, die damals von ihrem Heimtrainer Stefan Lurz harsch kritisiert wurde. Würde sie im Freiwasser erfolgreich sein wollen, dann müsse Beck, die aus dem Becken kommt, sich voll aufs Freiwasser konzentrieren, um die dringend notwendige Erfahrung zu sammeln. Sie folgte dem Rat, es zahlte sich aus.

          Zwar hat sie – eine der schnellsten Schwimmerinnen im Feld – immer noch Probleme mit den Kämpfen im Pulk und an den Bojen. „Doch sie findet mittlerweile Lösungen, da wieder rauszukommen“, sagt Lurz. Das zeigte sich auch in diesem hochkarätig besetzten WM-Rennen, in dem von den Top Ten, die sich am Sonntag über die doppelte Distanz für Olympia qualifiziert hatten, sieben Frauen am Start waren. In Tokio wird es für Beck im kommenden Jahr auch darum gehen, die Erinnerungen an ihre ersten Spiele in Rio de Janeiro verblassen zu lassen, bei denen sie im Vorlauf über 800 Meter deutlich über ihrer Bestzeit geblieben war. Anschließend hatte sie mit dem Gedanken gespielt aufzuhören.

          Die Drittplatzierten Leonie Beck (l) aus Deutschland und Hannah Moore aus Amerika

          Becks Bronze war einen Tag nach dem Titel von Florian Wellbrock und Bronze von Teamkollege Rob Muffels über zehn Kilometer die dritte Medaille für das deutsche Team. Als erste Nation in der Olympia-Geschichte hat die Sparte vier von vier Startplätzen ergattert. „Mir fällt schon ein Stein vom Herzen, dass diese WM ganz gut läuft“, sagte Lurz am Mittwoch. Der Tiefpunkt 2017 sei nicht einfach gewesen. „Wir waren sehr erfolgverwöhnt, es war für uns fast schon eine Selbstverständlichkeit, Medaillen zu gewinnen. Dann kam der Schlag ins Gesicht.“ Lurz hob die Rolle von Florian Wellbrock hervor, der als Mitfavorit für die WM-Titel über 800 und 1500 Meter den Doppelstart wagt. Etwas, was nur wenige Schwimmer mit Erfolgen in beiden Wassern gemeistert haben. „Wenn man so ein Zugpferd im Team hat, hilft das dem ganzen Team extrem, weil es den Druck von allen andern nimmt“, sagte Lurz. Einst war das sein Bruder, Rekordweltmeister Thomas Lurz: „Wir hatten einen, auf den sich die anderen immer verlassen konnten. Jetzt haben wir Florian.“

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