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Start der Schwimm-WM : Bei Märtens ist „der Groschen gefallen“

„Starke Leistungsexplosion“: Lukas Märtens aus Magdeburg will nun auch auf der großen Bühne zeigen, welche Power in ihm steckt. Bild: picture alliance/dpa

Die Deutschen reisen nur mit einem kleinen Elite-Team zu den Titelkämpfen nach Budapest. Die Blicke richten sich besonders auf den jungen Lukas Märtens. Denn der Magdeburger erlebt sein bestes Jahr.

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          „Nach den Olympischen Spielen muss man mal ein bisschen Ruhe einkehren lassen, den Olympiazyklus neu aufbauen, die Sportler neu entwickeln“, sagt Bernd Berkhahn. Der Magdeburger Coach ist ein Solitär unter den deutschen Schwimm-Trainern. Was er sagt, hat Gewicht, das ihm die Erfolge seiner Sportler verleihen. Weil es die einzigen Erfolge deutscher Schwimmer auf höchstem Niveau sind.

          Christoph Becker
          Sportredakteur.

          Jetzt reist der Bundestrainer Berkhahn mit drei Beckenschwimmerinnen und sieben Schwimmern nach Budapest, einer Art Elite-Team. Zehn Beckenschwimmer nicht etwa aus Magdeburg, sondern aus ganz Deutschland. Mehr schickt der Deutsche Schwimm-Verband nicht zu dieser WM. Der Nachwuchs wird, während der Weltmeisterschaft, im Rahmen der „Finals“ in Berlin die deutschen Meisterschaften ausschwimmen. Und hat so einen gesicherten Platz im Programmschema des öffentlich-rechtlichen Fernsehens, während die besten Schwimmer der Welt bestenfalls in einem Stream zu sehen sein werden.

          Reduziertes Training

          Linear haben in diesem Jahr nicht einmal die Spartensender Interesse an der Premiumveranstaltung des Internationalen Verbandes FINA unter ihrem Präsidenten Husain Al Musallam. Der Kuwaiter hatte im Februar, in Peking liefen gerade die Corona-Winterspiele, gemeinsam mit Viktor Orbán verkündet, im Sommer in dessen Hauptstadt doch eine WM zu veranstalten, schon um nachzuholen, was in den vergangenen zwei Jahren ausgefallen war. Und bis einschließlich 2025 wird jedes Jahr eine folgen.

          Die Konsequenz ist eine gewisse Zurückhaltung, was die Veranstaltung in Budapest angeht. „Die anderen Nationen gehen nicht anders vor als wir“, sagt Berkhahn. „Diese Saison ist reduzierter trainiert worden. Jeder Sportler muss Zeit haben, sich um eine duale Karriere kümmern zu können. Was aus der Saison geworden ist, dass jeder internationale Verband die Meisterschaften nachholen möchte aus den letzten Jahren, lässt sie sehr schwer werden.“ Nicht jeder mache da mit, sagt Berkhahn. „Relativ viele Australier lassen die Weltmeisterschaften aus, einige konzentrieren sich auf die Commonwealth Games, andere Sportler auf die Europameisterschaften.“ Denn die folgen Mitte August in Rom, dann auch wieder mit dem deutschen Nachwuchs.

          In Budapest soll die Elite liefern. „Wir können damit rechnen, dass jeder das Semifinale erreicht, wenn nicht sogar das Finale.“ Drei junge Schwimmer strebten auf, „in die Weltspitze“: Rafael Miroslaw, 21 Jahre alt, der erste Deutsche, der über 100 Meter Freistil im 50-Meter-Becken in unter 48 Sekunden geschwommen ist. Anna Elendt, die Brustschwimmerin, die mit drei deutschen Rekorden nach Budapest kommt. Lukas Märtens, Berkhahns Schwimmer aus Magdeburg. „Ich denke schon, dass wir uns darüber freuen können“, sagt der Coach.

          „Starke Leistungsexplosion“

          Aber: Elendt und Miroslaw trainieren am College in den Vereinigten Staaten. Ihre Entwicklung verfolge er mit Begeisterung, aber: „Das gehört nicht zum System des DSV. Es sollte nicht so sein, dass der Deutsche Schwimm-Verband Schwimmer ausbildet, die in die USA gehen und dort schnell schwimmen und dann zur WM fahren und dort schnell schwimmen. Das ist keine Systematik.“ Im DSV liefere die Ausbildung „an sich“ eine „gute Qualität. Es mangelt daran, die Sportler in die absolute Spitze führen zu können“. Er erwarte deshalb bis Olympia 2024 keine weiteren Schwimmer, die in diese Kategorie aufsteigen werden: „Bis Paris werden keine Unbekannten dazu stoßen.“

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