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Schwimm-WM : Britta Steffen reist ab - Vom Lehn kommt an

Zugebissen: Brustschwimmer Christian vom Lehn Bild: dpa

Es gibt nach der vorzeitigen Abreise von Britta Steffen doch noch gute Nachrichten aus dem deutschen Schwimmteam: Nachwuchsmann Christian vom Lehn holt Bronze über 200 Meter Brust. Der Amerikaner Ryan Lochte hat sich unterdessen schon seinen dritten Titel gesichert.

          „Das sind die Jungs“, sagte Bundestrainer Dirk Lange, „die wir brauchen“. Siegertypen, Athleten, die mit ihrer Aufgabe wachsen. Einer dieser Athleten im Deutschen Schwimm-Verband (DSV), einer der „neuen Generation“, wie Lange sie nennt, hat am Freitag dem DSV die erste Einzelmedaille bei der WM in Schanghai beschert, die nicht Paul Biedermann zu verdanken ist: Der 19 Jahre alte Christian vom Lehn gewann bei seiner ersten WM in 2:09,06 Minuten Bronze über 200 Meter Brust.

          Bernd Steinle

          Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Vom Lehn war zwar bei den deutschen Meisterschaften mit seiner Zeit von 2:08,97 Minuten schon in die Weltspitze vorgedrungen. Dass er diese Zeit nun aber im WM-Finale, in der direkten Auseinandersetzung mit Weltmeistern und Olympiasiegern, bestätigte, war dennoch bemerkenswert. Schließlich hatten genau das andere deutsche Schwimmer in Schanghai nicht vermocht. „Nervös und aufgeregt ist man immer vor so was“, sagte vom Lehn, „aber man braucht einfach die nötige Gelassenheit, um da rangehen“.

          Die brachte Christian vom Lehn mit. Er vertraute auf seine bewährte Taktik, auf der zweiten Rennhälfte Tempo zu machen. So stieß er auf den letzten 50 Metern von Rang fünf auf den Bronzeplatz nach vorne. „Dass ich am Ende nicht mehr ganz hingekommen bin zum Ersten und Zweiten, ist schade. Aber ich denke, die sind noch eine Nummer zu groß für mich.“ So ging Gold ging in 2:08,41 Minuten an den ungarischen Titelverteidiger Daniel Gyurta, Silber sicherte sich Olympiasieger Kosuke Kitajima aus Japan (2:08,63).

          Hoffnungsschimmer: Christian vom Lehn holt über 200 Meter Brust Bronze

          Der einstige Jugend- und Junioren-Europameister vom Lehn hatte bei den nationalen Titelkämpfen erstmals über 100 und 200 Meter Brust gewonnen. Mit seiner 200-Meter-Siegerzeit blieb der 1,90 Meter große Wuppertaler dabei fast drei Sekunden unter seiner alten Bestmarke. „Natürlich habe ich mir mit der Zeit Hoffnungen gemacht für die WM“, sagte vom Lehn. „Aber man weiß ja nie, was dann bei so einer WM abgeht.“ Doch der Youngster kam mit den Besonderheiten einer WM gut zurecht - anders als manch anderer Athlet
          Biedermann verteidigt Britta Steffen

          Eine Athletin beschäftigte die Abordnung des DSV auch am Freitag: Britta Steffen. Die Berlinerin, die die WM vorzeitig beendet hatte, flog unverhofft zurück in die Heimat. Wer davon wann wusste in der Mannschaftsführung, blieb zunächst ungeklärt. Auch aus den Ursachen machte der DSV ein großes Geheimnis. „Es hat verschiedene Gründe dafür gegeben, die ich im Detail nicht erklären werde“, erläuterte Leistungssportdirektor Lutz Buschkow in dunklen Worten die Geheimsache Steffen. Jedenfalls sei es ihre Entscheidung gewesen.

          Paul Biedermann wies Kritik am Rückzug seiner Lebensgefährtin zurück. Sie sei nach Hause gereist, „damit sie diesem Dauerfeuer entgeht., das hat sie nicht verdient“. Biedermann forderte mehr Respekt. Und: „Ich kann einige Aussagen von gewissen Leuten nicht verstehen, die in ihrer Laufbahn selbst durch Tiefs gegangen sind. „Britta wird schon noch zeigen, wo sie steht.“

          Biedermanns Blitzstart

          Am Freitag zeigte das erst mal Biedermann selbst. In der 4x200-Meter-Freistilstaffel war er als Startschwimmer in 1:45,20 Minuten schneller als der Amerikaner Michael Phelps. Am Ende kam das deutsche Quartett mit Tim Wallburger, Christoph Fildebrandt und Benjamin Starke in 7:08,32 Minuten auf einen guten vierten Platz. Starke war kurz zuvor als Neunter im Halbfinale über 100 Meter Schmetterling in 52,18 Sekunden ausgeschieden.

          Ein Siegertyp anderer Art gewann seine WM-Titel drei und vier in Schanghai: Ryan Lochte siegte über 200 Meter Rücken in 1:52,96 Minuten und mit der amerikanischen 4x200-Meter-Freistilstaffel in 7:02,67 Minuten.(siehe: Schwimm-WM: Lochte schlägt Phelps mit Weltrekord).

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