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Schwimm-Meisterschaft : Biedermann verpasst Norm

  • Aktualisiert am

Paul Biedermann verpasste die Norm über 400 Meter Freistil - und nahm es gelassen Bild: AFP

Bei den deutschen Schwimm-Meisterschaften purzeln die Rekorde. Auch ohne Hightech-Anzüge gibt es in Berlin vier neue Bestmarken. Paul Biedermann indes verpasst die Olympia-Norm. Seine Freundin macht es besser.

          Weltrekordler Paul Biedermann machte sich trotz verpasster Olympia-Norm keine Sorgen um seine London-Nominierung über 400 Meter Freistil, Freundin Britta Steffen bestätigte ihre gute Form. Die Höhepunkte am dritten Tag der nationalen Meisterschaften mit vier deutschen Rekorden boten in Berlin aber andere Schwimmer.

          Über 200 Meter Rücken sorgten Jan-Philip Glania (Frankfurt/Main), der sich auf Platz zwei der Weltrangliste katapultierte, und Jenny Mensing für neue Bestmarken. Die Wiesbadenerin toppte ihren Rekord aus dem Vorlauf sogar noch einmal im Finale. Markus Deibler (Hamburg) verbesserte mit der weltweit drittschnellsten Zeit des Jahres seinen deutschen Rekord über 200 Meter Lagen.

          Vor den beiden Schlusstagen haben bereits 13 Athleten des Deutschen Schwimm-Verbandes ihre Einzel-Fahrkarte zu Olympia nach London sicher, weitere unterboten in Vorläufen die Norm und können bei den Europameisterschaften in Debrecen/Ungarn (21. bis 27. Mai) nachlegen. „Das war ein Tag mit klasse Leistungen“, sagte Leistungssportdirektor Lutz Buschkow am Samstag.

          Gelassen nahm Biedermann die um 72 Hundertstelsekunden verpasste Norm über 400 Meter Freistil hin. 3:47,98 Minuten waren zwar acht Sekunden schneller als der Vorlauf, reichten aber nicht ganz. „Ich bin ja vornominiert durch meine Ergebnisse bei der WM in Schanghai, deswegen bin ich zuversichtlich, dass ich trotzdem die 400 Meter Kraul in London schwimmen kann“, meinte der dreimalige WM-Dritte von 2011.

          „Das war viel besser als vor einem Jahr“

          Am Abend zuvor hatte er die Norm über die 200 Meter noch klar geknackt. „Ich muss noch einiges tun, die Europameisterschaft besser gestalten. Es sind ja noch einige Wochen Zeit“, sagte Biedermann, der erst nach 350 Metern die Führung übernahm. „Es war ein ziemlich hartes Rennen, mehr war jetzt nicht drin.“ Der Wettkampftyp will sich bei der EM gegen internationale Konkurrenz weiter steigern.

          Britta Steffen demonstrierte im Einzel-Rennen über 100 Meter Freistil ihre gute Form. Nach den 53,65 in der Vereinsstafel am Donnerstagabend schwamm die Doppel-Olympiasiegerin nun 53,68 und sicherte sich ebenso wie die zweitplazierte Daniela Schreiber (Halle/Saale) endgültig das Olympia-Ticket. „Ich bin sehr zufrieden, damit kann man erstmal leben. Das war viel besser als vor einem Jahr“, sagte Steffen. Die 28-Jährige mischt nach dem WM-Desaster 2011 samt vorzeitiger Abreise nun wieder in der Weltspitze mit.

          „Ich bin ja vornominiert durch meine Ergebnisse bei der WM in Schanghai, deswegen bin ich zuversichtlich, dass ich trotzdem die 400 Meter Kraul in London schwimmen kann“

          Nach Rekorden über 200 Meter Rücken fahren zwei neue Gesichter zu Olympischen Spielen. Der Frankfurter Jan-Philip Glania schlug nach 1:55,87 Minuten an und verbesserte die bisherige Bestmarke des Magdeburgers Helge Meeuw vom 24. Juni 2006 um 57 Hundertstelsekunden. „Helge war mein Vorbild, ich habe früher immer seine Rennen im Fernsehen geschaut“, sagte der Zahnmedizin-Student.

          Auch der Potsdamer Yannick Lebherz in 1:56,84 als Zweiter und sein Teamkollege Felix Wolf (1:58,11) blieben unter der deutschen Olympia-Norm. Starten dürfen in London aber nur zwei Deutsche. Jenny Mensing aus Wiesbaden unterbot gleich zweimal ihren deutschen Rekord.

          „Zu dieser Leistung fällt mir nichts mehr ein“

          Zunächst blieb sie am Vormittag im Vorlauf in 2:08,58 Minuten 22 Hundertstelsekunden unter ihrer Bestmarke vom Dezember 2009 in Magdeburg. Im Endlauf schwamm Mensing dann sogar 2:08,30 und blieb abermals unter der Olympia-Norm. „Zu dieser Leistung fällt mir nichts mehr ein - es ist unfassbar“, sagte sie. Über 100 Meter Schmetterling lösten Steffen Deibler und Benjamin Starke das Olympia-Ticket. Der Hamburger Deibler schlug nach 52,00 Sekunden knapp vor Lokalmatador Starke (52,09) an. Bereits im Vorlauf hatte sich Starke in 51,95 auf Platz drei der Weltrangliste verbessert.

          Ohne Olympia-Norm schwammen zum Meistertitel: Alexandra Wenk (München/58,59 Sekunden) über 100 Meter Schmetterling, Marco Di Carli (Frankfurt/Main/22,44) über 50 Meter Freistil und Sarah Köhler (Frankfurt/Main/4:14,46 Minuten). Sie haben teilweise noch die Möglichkeit, bei der EM die Norm nachzuholen.

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