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Schwimm-EM : Hausding Europameister vom Ein-Meter-Brett

  • Aktualisiert am

EM-Gold im Sprung: Patrick Hausding siegt vom Ein-Meter-Brett Bild: dpa

Patrick Hausding wird seinem Ruf als Erfolgsgarant gerecht. Sein Sieg bedeutet im dritten EM-Wettkampf der Springer die dritte Medaille. Skurril: Das Turm-Duo der Damen hat schon vor dem Finale eine Medaille sicher. Am Ende wird es Silber.

          Bei den Klängen der Nationalhymne musste Dauer-Europameister Patrick Hausding tief durchatmen. Die neunte EM-Goldmedaille war für den Berliner etwas ganz Spezielles. In seiner Geburtsstadt und auf der seit anderthalb Jahrzehnten erprobten Sprunganlage bejubelte der 25-Jährige am Dienstag den Heimsieg vom Ein-Meter-Brett. „Es ist einfach was ganz anderes, als wenn man irgendwo in einem anderen Land springt“, erklärte der Weltmeister im Synchronspringen vom Turm. „Es hat wirklich Spaß gemacht, hier zu springen.“

          Nach Europameistertiteln zog Hausding, der für Familie und Freunde rund 100 Tickets für seine Wettkämpfe gekauft hat, mit Turm-Partner Sascha Klein gleich. Für die deutschen Wasserspringer war es ein  Traumstart mit drei Medaillen in den ersten drei Entscheidungen in der Heimhalle. „Die Bilanz bis jetzt ist gut“, erklärte der lachende Wassersprung-Bundestrainer Lutz Buschkow und tanzte im Takt der Hallenmusik.

          In Runde zwei übernahm Hausding mit einem zweieinhalbfachen Salto vorwärts mit einer Schraube die Führung - und gab sie nicht mehr ab. Zwar leistete sich der Lokalmatador auch leichte Unsicherheiten, die Konkurrenz aber ebenfalls. Am Ende stand nach 428,65 Punkten für sechs Sprünge in der nicht-olympischen Disziplin „eine vollwertige EM-Medaille“ (Hausding) fest. Bei vier weiteren EM-Wettkämpfen hat Hausding weitere Chancen. „Keiner kennt die Halle besser als ich. Ein super Auftakt, besser geht es ja nicht als Gold“, erklärte Hausding. „Ich hoffe, dass es so weiter geht, dass wir noch ein bisschen was abgrasen können.“

          Der vorjährige EM-Dritte Oliver Homuth kämpfte sich nach verhaltenem Beginn mit Rang zehn unter den zwölf Finalisten immer weiter nach vorne. Zum anvisierten „Treppchen“ fehlten dann auf Rang fünf doch 26,05 Punkte. Silber ging an Jewgeni Kusnezow aus Russland (422,40), Bronze an den Franzosen Matthieu Rosset (420,10).

          „Das ist durchaus eine Premiere“

          Schon vor dem Finale stand dagegen die etwas andere Medaille für Maria Kurjo und My Phan fest. Als Qualifikations-Beste zogen sie in den Endkampf von nur drei Synchronpaaren vom Turm ein. „Man kann eben nur Medaillen erkämpfen, wenn man dabei ist“, kommentierte Bundestrainer Lutz Buschkow die skurrile Situation, dass alle Starter des Finals Edelmetall gewinnen. Da es weltweit viele starke Paare gibt, ist der Anreiz für europäische Duette nicht allzu groß.

          Dazu meldeten etwa Großbritannien oder die Ukraine anders als vor einem Jahr keine Sportler für diese Entscheidung. „Das ist durchaus eine Premiere, das gab’s auch nicht bei Europameisterschaften. Aber gut, so ist es“, sagte Kurjo. „Der Eigenanspruch wäre aber auch mit zehn Paaren da.“ Am Ende des Wettkampfs reichte es für die Deutschen zu Silber. Die Russinnen Julia Timoschinina und Jekaterina Petuchowa siegten, Bronze ging an Ungarn.

          Für Hausding und Sascha Klein steht an diesem Mittwoch der wichtigste Wettkampf an. Das Weltmeister-Duo will im Synchronspringen vom Turm den siebten EM-Titel in Serie feiern.

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