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Schwimm-EM : Biedermann scheitert, Meeuw holt Bronze

  • Aktualisiert am

Desillusioniert: Favorit Paul Biedermann scheitert im Vorlauf Bild: dpa

Gold-Junge Biedermann flüchtet nach einer sportlichen Blamage: Ein Vorlauf-Aus statt der zweiten Goldmedaille setzt dem deutschen Schwimm-Star zu. Helge Meeuw holt indes zum Abschluss der Kurzbahn-Europameisterschaft Bronze.

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          Nach dem blamablen Vorlauf-Aus zog Paul Biedermann seine Kapuze tief ins Gesicht und flüchtete zunächst wortlos durch den Regen von Rijeka. Mit Platz neun über 200 m Freistil - fast vier Sekunden über seinem eigenen Weltrekord - war der Traum vom erneuten Titel jäh zerplatzt.

          Ausgerechnet der ansonsten so konstante Musterprofi ging zum Abschluss der Kurzbahn-EM baden und hat den Deutschen Schwimm-Verband (DSV) noch tiefer in die Krise gebracht - darüber konnten auch Bronze für Helge Meeuw über 100 m Rücken sowie Silber am Samstag durch die 4x50-m-Lagenstaffel der Frauen nicht hinwegtäuschen.

          Anzug keine Ausrede

          Biedermann nahm erst mit einer Stunde Verspätung im Teamhotel Stellung und hatte zumindest seine Fassung wiedergewonnen. „Ich bin zu langsam angegangen und konnte das am Ende nicht mehr aufholen. Das war ein taktischer Fehler. Natürlich bin ich schwer von mir enttäuscht“, erklärte der 22-Jährige aus Halle/Saale, fügte aber auch trotzig hinzu: „Ich hatte ein sehr erfolgreiches Sportjahr.“

          Immerhin Bronze für Helge Meeuw
          Immerhin Bronze für Helge Meeuw : Bild: dpa

          Für den Europameister auf der Langbahn war es ein bitteres Ende der EM. 1:44,55 Minuten standen auf der Anzeigetafel, elf Hundertstel fehlten zum Einzug ins Finale. Die Schuld wollte Biedermann nicht am möglicherweise unterlegenen Wettkampfanzug des DSV-Ausrüsters adidas festmachen. (siehe auch: Kurzbahn-EM: Meeuw und Rupprath protestieren in Badehosenund Sport-Kommentar: Kleider machen Sieger)

          Rückendeckung für Biedermann

          Rückendeckung bekam der Modell-Athlet vom neuen sportlichen DSV-Führungsduo mit Sportdirektor Lutz Buschkow und Bundestrainer Dirk Lange. „Der Paul hat im gesamten Jahr konstant Top-Leistungen gebracht, deshalb sollte man ihm das nicht zu hart ankreiden. Er ist ein junger Kerl, der noch seine Erfahrungen machen muss. Das war für das nächste Jahr vielleicht der richtige Tritt in den Hintern“, meinte Buschkow und Lange fügte hinzu: „So etwas ist auch schon einer Franziska van Almsick passiert.“

          Neben Biedermann blieben auch der Wahl-Hamburger Steffen Deibler (34./1:47,44), Dimitri Colupaev aus Mainz (42./1:48,14) und Markus Deibler aus Biberach (56./1:50,32) auf der Strecke. Es passte ins Bild, dass Markus Deibler in Badehose antreten musste, weil sein Wettkampfanzug kurz vor dem Start gerissen war.

          Meeuw holt Bronze

          Meeuw bescherte dem DSV zumindest noch die sechste Medaille. Der Frankfurter musste sich über 100 m Rücken in 50,89 Sekunden nur dem neuen Weltrekordhalter Stanislaw Donez aus Russland (49,32) und dem Spanier Aschwin Wildeboer (49,61) geschlagen geben. Der Wiesbadener Johannes Dietrich verpasste als Fünfter über 50 m Schmetterling (22,81) ebenso eine Medaille wie Petra Dallmann (Heidelberg) als Sechste über 50 m Freistil (24,60) und die 4x50-m-Freistilstaffel der Männer mit deutschem Rekord auf Rang fünf (1:25,52) beim erneuten Weltrekord der Franzosen (1:20,77).

          Am Samstag musste sich die 4x50-m-Lagenstaffel der Frauen ohne Olympiasiegerin Britta Steffen in der Besetzung Daniela Samulski (Essen), Janne Schäfer (Heidelberg), Lena Kalla (Würzburg) und Petra Dallmann (Heidelberg) in 1:46,84 Minuten nur der Staffel aus den Niederlanden geschlagen geben, die den Weltrekord von Australien (1:45,73) einstellte. (siehe: Schwimmen: DSV-Frauenstaffel holt ohne Steffen EM-Silber)

          Reihenweise scheitern die Deutschen in den Vorläufen

          Am Sonntag waren neben Biedermann dann die deutschen Schwimmer wieder reihenweise in den Vorläufen gescheitert. Buschkow fand deutliche Worte. „Einige Leistungen waren indiskutabel. So darf man nicht bei einer EM auftreten“, sagte Buschkow: „Wir werden die Gründe nun genau analysieren und hoffen dann für die WM im nächsten Jahr in Rom auf deutliche Besserung.“

          Für weitere Höhepunkte im letzten Finalabschnitt sorgten mit Weltrekorden Olympiasiegerin Federica Pelligrini aus Italien über 200 m Freistil (1:51,85) und die Spanierin Mireia Belmonte über 400 m Lagen (4:25,06). Europarekorde schwammen der Slowene Peter Mankoc bei seinem neunten Titel in Folge über 100 m Lagen (51,97) und der Franzose Hugues Duboscq über 200 m Brust (2:04,59).

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