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Schwimm-DM : Meeuw mit Europarekord - Rupprath flüchtet

  • Aktualisiert am

Helge Meeuw auf dem Weg zum Europarekord Bild: AP

Helge Meeuw ist bei den deutschen Meisterschaften in Berlin mit Europarekord zu seinem fünften Titel geschwommen. Der 21jährige setzte sich am Samstag über 200 Meter Rücken in 1:56,34 Minuten durch.

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          Als Helge Meeuw mit dem Europarekord über 200 Meter Rücken in 1:56,34 Minuten seinen fünften Titel an Land zog, war der tief frustrierte Thomas Rupprath schon zu Hause. „Daß das so eine geile Zeit wird, hätte ich im Leben nicht gedacht“, sagte der 21 Jahre alte Meeuw nach seinem Coup am vorletzten Tag der deutschen Meisterschaften der Schwimmer in Berlin.

          Als Erster gewann der Wiesbadener auf der Langbahn fünf Titel bei einer Meisterschaft - auch ein Rekord. Der 29 Jahre alte Rupprath flüchtete nach drei bitteren Niederlagen förmlich und reiste vorzeitig ab. Für das Finale über 50 Meter Schmetterling, die er zuletzt nach Belieben beherrscht und sieben Mal in Folge gewonnen hatte, hatte er keinen Nerv mehr. Antje Buschschulte schwamm über 50 m Schmetterling zu ihrem ersten Titel von Berlin.

          Rupprath reist kommentarlos ab

          „Das ist richtig hart gewesen“, sagte Meeuw. „Ich habe viel getan dafür.“ Die Konkurrenz hatte nicht die Spur einer Chance. Ob er am Schlußtag noch die 400 m Lagen angeht, ließ Meeuw offen: „Ich glaube nicht. Auf keinen Fall möchte ich krank werden. Ich bin schon an der Grenze der Belastbarkeit.“ Cheftrainer Örjan Madsen fand seinen Auftritt einfach „beeindruckend“. Zuvor hatte Meeuw bereits die 50 und 100 Meter Rücken sowie die 100 und 200 Meter Schmetterling gewonnen.

          Ruppraths Frust
          Ruppraths Frust : Bild: dpa

          Rupprath wollte mit niemandem mehr sprechen. Kommentarlos reiste der für Hannover startende Rostocker ab. Die Europameisterschaften Ende Juli in Budapest finden damit endgültig ohne ihn statt. Rupprath beendete erstmals seit 1998 eine nationale Meisterschaft ohne Titel. Über 50 und 100 Meter Rücken sowie 100 Meter Schmetterling war er jeweils nur Dritter geworden. „Der Umgang mit solchen Niederlagen ist ihm noch ungewohnt“, sagte Bundestrainer Manfred Thiesmann, „er muß noch lernen, damit umzugehen.“ Der frühere Rekordjäger, mit 62 DM-Titeln der erfolgreichste Titelsammler in der Geschichte des deutschen Schwimmsports, will sich jetzt konzentriert auf die WM im März kommenden Jahres in Melbourne vorbereiten.

          „Den Spaß am Schwimmen wiederentdeckt

          Ruppraths Nachfolge über 50 Meter Schmetterling trat Johannes Dietrich an. Der 21jährige aus Potsdam löste in persönlicher Bestzeit von 23,89 Sekunden locker das EM-Ticket. Dietrich setzt auf seinen Trainer: „Ich glaube, Jörg Hoffmann kann mich auch in meinen internationalen Ambitionen ein gutes Stück nach vorne bringen.“

          Zum ersten Titel von Berlin schwamm nach zwei Niederlagen die Magdeburgerin Antje Buschschulte. Die 27 Jahre alte Studentin qualifizierte sich in 26,70 Sekunden über 50 Meter Schmetterling ebenso für die EM wie die Zweitplazierte Daniela Samulski (Wuppertal). Ob sie in Budapest über die 50 Meter Schmetterling an den Start gehen wird, ließ Antje Buschschulte offen. „Das mache ich vom Wettkampfprogramm abhängig. Ich werde mich hauptsächlich auf die Rückenstrecken konzentrieren.“

          Nicole Hetzer qualifizierte sich in 2:14,71 Minuten über 200 Meter Lagen souverän für die EM. „Seit sechs Jahren bin ich über 200 Meter Lagen nicht mehr so schnell geschwommen“, sagte die 27jährige aus Burghausen und fügte hinzu: „Im vergangenen Jahr hatte ich große Motivationsprobleme. Jetzt habe ich den Spaß am Schwimmen wiederentdeckt.“ Johannes Neumann (Riesa) gewann nach den 100 m auch die 200 m Brust, verpaßte aber in 2:15,94 Minuten erneut die EM-Norm.

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