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Schwimm-DM in Hannover : Nur die Weltrekordlerin fehlt am Rekordtag

  • Aktualisiert am

15 Jahre alten Rekord gebrochen: Thomas Lurz Bild: AP

Nicht nur Thomas Lurz und Antje Buschschulte gingen bei den Deutschen Meisterschaften auf Rekordjagd. Auch andere Schwimmer zeigten starke Leistungen und lösten ihr WM-Ticket. Nur Britta Steffan mußte zuschauen.

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          Am Rekord-Tag der deutschen Schwimmer mußte Weltrekordlerin Britta Steffen wegen Grippe passen. Thomas Lurz löschte am Freitag bei den deutschen Wintermeisterschaften in Hannover in 7:51,59 Minuten den 15 Jahre alten deutschen Rekord über 800 Meter Freistil aus, Antje Buschschulte verbesserte ihre eigene Bestmarke über 50 Meter Schmetterling auf 26,35 Sekunden. Annika Lurz verpaßte den Weltrekord von Franziska van Almsick über 200 Meter Freistil nur um 9/100 Sekunden.

          Während Janne Schäfer einen Tag nach ihrem Sieg über 50 Meter Brust auch das WM-Ticket über 100 Meter buchte, qualifizierte sich der angeschlagene Europarekordler Helge Meeuw als Zweiter über 100 Meter Rücken für die Weltmeisterschaften im März in Melbourne. Sportdirektor Örjan Madsen konnte aufatmen: „Nach den Hiobsbotschaften am Morgen war das ein erlösender Nachmittag.“

          „Wahnsinn. Einfach fantastisch, wie ich schwimme.“

          „Als ich sah, wie schnell ich wirklich war, bin ich richtig erschrocken“, erklärte die Würzburgerin Annika Lurz nach ihrem grandiosen Sieg über 200 Meter Freistil in 1:56,73 Minuten. Schwager Thomas, Welt- und Europameister über 5 und 10 Kilometer, schickte den Uralt- Rekord von Jörg Hoffmann (Potsdam) in die Vergangenheit. „Nachdem meine Schwägerin bereits eine Bombenzeit vorgelegt hatte, war ich gefordert“, sagte er.

          Verbesserung der eigenen Bestmarke: Antje Buschschulte
          Verbesserung der eigenen Bestmarke: Antje Buschschulte : Bild: dpa

          Völlig aus dem Häuschen war Janne Schäfer nach ihrem Coup in 1:08,10 Minuten über 100 Meter Brust. „Wahnsinn. Einfach fantastisch, wie ich schwimme“, sagte die in England studierende und trainierende Wolfsburgerin. Antje Buschschulte war selbst überrascht: „Nach der Erkältung hatte ich nie mit einem Rekord gerechnet, aber er war fällig.“ Das 200-Meter-Freistil-Finale hatte die Magdeburgerin am Morgen noch abgesagt: „Die Kraft reicht nicht.“

          „Man muß Wege finden, und das werden wir auch“

          Madsen kündigte nach den krankheitsbedingten Ausfällen Ausnahmeregelungen für die Nominierung des WM-Teams an: „Man muß Wege finden, und das werden wir auch.“ Die Staffel-Besetzungen werden offen gehalten. Während sich die beiden Erstplazierten der Wintermeisterschaften automatisch für die Kurzbahn-EM in zwei Wochen in Helsinki qualifizieren, sind für die Weltmeisterschaft im März in Melbourne Pflichtzeiten gefordert.

          Die Ingolstädterin Janine Pietsch reiste nach ihrem Sieg über 100 Meter Rücken wegen einer schweren Erkrankung ihrer Mutter vorzeitig ab. Ihre Rückkehr ist ungewiß. Britta Steffen hütete einen Tag nach ihrem Sieg über 50 Meter Freistil mit einer Magen-Darm-Grippe das Bett und mußte zwangsweise auf die 200 Meter verzichten.

          „Vielleicht klappt es ja bis Sonntag“

          „Ich habe gestern schon den ganzen Tag gefroren“, sagte die 23 Jahre alte Berlinerin, „froh, daß ich die WM- Qualifikation schon geschafft habe“. Über ihre Paradestrecke 100 Meter will Deutschlands neue Schwimm-Königin wieder angreifen. „Vielleicht klappt es ja bis Sonntag.“

          Über 200 Meter Lagen der Frauen löste Nicole Hetzer (Burghausen) das WM-Ticket. Der Wuppertaler Steffen Driesen qualifizierte sich in 54,69 Sekunden als Sieger über 100 Meter Rücken. Als Sieger an der WM-Norm vorbei schwammen der Hannoveraner Jens Schreiber (100 Meter Freistil) und Manuel Aberle (Heidelberg/400 Meter Lagen).

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