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Neuerung in Russland : Schach statt Schulsport

  • -Aktualisiert am

Schach als Schulfach: Dient der Persönlichkeitsentwicklung. Bild: dpa

Nach einer zweijährigen Pilotphase wird Schach zum verpflichtenden Schulfach in Russland. Finanziert wurde die Erprobung im Pflichtunterricht von einer Kreml-nahen Stiftung.

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          In Russland wird Schach Pflichtfach. Von der ersten bis zur vierten Klasse lernen vom neuen Schuljahr im September an alle Kinder mindestens eine Stunde pro Woche Schach. Eine von drei Sportstunden wöchentlich wird dafür gekürzt. Viele Pädagogen und Eltern hätten so viel Schulsport als übertrieben angesehen, meinte die Ministerin für Bildung und Wissenschaft, Olga Wassiljewa, und erklärte, dass Schach der Persönlichkeitsentwicklung diene und zu besseren Schulleistungen führe.

          In Schulversuchen hätten Kinder, die Schach lernen, um 35 Prozent bessere Schulleistungen gezeigt. Vorausgegangen war eine zweijährige Pilotphase an Grundschulen in Moskau und der Region Chanti-Mansijsk. Im April sind 18.000 Schulen in ganz Russland dazugekommen. Finanziert wurde die Erprobung im Pflichtunterricht von der Kreml-nahen, in Moskau sitzenden Timtschenko-Stiftung, für die auch der frühere Weltmeister Wladimir Kramnik aktiv ist, der vor einem halben Jahr seine aktive Karriere beendet hat.

          Damit folgt Russland Armenien, wo seit 2011 von der zweiten bis zur vierten Schulstufe alle Kinder zwei Wochenstunden Schach lernen. Am größten deutschen Schulversuch mit Schach im Pflichtunterricht beteiligen sich in Bremen 70 Grundschulklassen. Im Kreml hat Schach mächtige Fürsprecher. Der frühere Stellvertretende Ministerpräsident Arkadi Dworkowitsch steht seit Oktober 2018 an der Spitze des Weltschachbundes.

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