https://www.faz.net/-gtl-6z74j

Schefflers Golf-Kolumne : „Er kann einfach jeden Schlag“

  • -Aktualisiert am

So befreit sich ein Masters-Sieger aus dem Unterholz: „Es ist verrückt, was Bubba mit dem Golfschläger anstellen kann“ Bild: F.A.Z.

Talentschmieden gibt es auch in der Provinz: die Tourspieler Heath Slocum und Boo Weekley entstammen der gleichen High School wie Bubba Watson. Und erinnern sich an frühe, verrückte Schläge des Masters-Siegers.

          Auch ohne die Krönung durch Bubba Watsons Masters-Sieg am Ostersonntag wäre es eine Geschichte wider alle Wahrscheinlichkeit gewesen. Drei Mitglieder des Golfteams der Milton High School schaffen es nicht nur auf die PGA Tour – alle drei gewinnen auch noch Turniere auf der härtesten und am besten dotierten Turnierserie der Welt: Heath Slocum wie Watson jeweils vier, Boo Weekley zwei. Watson stammt aus Bagdad, einem Vorort von Milton im Florida Panhandle (Pfannengriff) im Nordwesten des Sonnenstaates -  wenn man bei einem Provinznest mit rund 10.000 Einwohnern überhaupt von Vororten sprechen kann.

          Durch Watsons Triumph im Stechen gegen den Südafrikaner Louis Oosthuizen erinnert man sich  an die  alten Schulkameraden, auch wenn Slocum zuletzt 2010 gesiegt und Weekley seinen letzten Triumph 2008 gefeiert hatte, jenem Jahr in dem er auch im siegreichen amerikanischen Ryder-Cup-Team gestanden hatte. Weekley und Slocum, beide fünf Jahre älter als der 33-jährige Watson, waren in diesem Jahr nicht fürs Masters qualifiziert. Weekley konnte nicht einmal im Fernsehen den Sieg des Schulfreunds verfolgen, weil er auf dem Weg nach Myrtle Beach in South Carolina war, um am Ostermontag am Wohltätigkeitsturnier der Rockgruppe Hootie and the Blowfish teilzunehmen.

          Doch dass der Linkshänder Watson im Stechen aus dem kleinen Wäldchen am rechten Rand des 10. Lochs im Augusta Golf Club den Ball mit einem GapWedge (52 Grad) in einer abenteuerlichen Kurve, einem Hook für den Linkshänder, vierzig Meter nach links an die 150 Meter entfernte Fahne kurven ließ, hat Weekley nicht im geringsten überrascht: „Es ist verrückt, was Bubba mit dem Golfschläger anstellen kann. Die Leute verstehen das nicht. Wir kennen Bubba, seit er 13 Jahre alt ist. Die Leute begreifen erst jetzt, was für ein guter Spieler dieser Kerl ist. Er kann einfach jeden Schlag.“

          Bubba Watson vor seiner schwierigen Aufgabe an Loch 10: „Er kann einfach jeden Schlag“
Bilderstrecke

          Die ganze Familie Weekley spricht noch heute davon, wie Bubba Watson schon als junger Bursche den Ball immer mit einem gewaltigen Hieb über das Haus der Weekleys an einem Loch des Tanglewood Golf Clubs schickte, um die Spielbahn abzukürzen – ein Risikoschlag, den sonst niemand wagte. „Bubba verfügt über gottgegebenes Talent“, behauptet J.J. Dunn, der Headpro des Tanglewood Country Club.

          Der Golflehrer erinnert sich an die Unterschiede zwischen den drei Talenten: „Heath und Boo wollten alles über den Golfschwung wissen. Bubba interessiert es nicht. Er weiß bis heute nicht, warum er tut, was er tut.“ Bis heute hat Watson nie eine Golfstunde genommen, ein Prinzip, dem er auch in Zukunft treu bleiben will: „Ich höre auf niemand. Ich bin dickköpfig.“

          „Wir haben ein Bubba bekommen“

          Weekley kämpft derzeit darum, wieder zu alter Form zu finden. Nach einer Schulter-Operation verlor er seine Spielberechtigung auf der PGA Tour. Beim RBC Heritage in Hilton Head Island, einem Turnier, das er 2007 und 2008 gewonnen hatte, belegte er am Sonntag immerhin den geteilten sechsten Platz, neun Schläge hinter dem schwedischen Sieger Carl Pettersson. Während das Turnier lief, machte Watson im grünen Masters-Jackett die Runde durch die amerikanischen Talkshows.

          Er musste immer wieder erklären wie er zu dem ungewöhnlichen Rufnamen Bubba kam, einem meist abfällig genutzten amerikanischen Slang-Ausdruck für einen weißen Südstaatler. Eigentlich heißt Watson  wie sein Vater Gerry mit Vornamen. Aber weil er bei der Geburt schon 9,5 amerikanische Pfund (4,3 Kilo) wog und ein wenig pummelig aussah, erinnerte er seinen  Daddy an den damals populären Footballspieler Bubba Smith. „Wir haben ein Bubba anstatt eine Babys bekommen“, rief Vater Gerry beim ersten Anblick seines Filius erschrocken aus.

          Den Namen Bubba wurde der 1,91 große Mann nicht mehr los – und seinem Caddie Ted Scott ist es zu verdanken, dass dieser Name jetzt auch für dessen ungewöhnliche Art Golf zu spielen steht – gewaltige Abschläge über 320 Meter und kühne Kurven: „Bubba Golf“.

          Weitere Themen

          Buchmanns Glanzstück am Tourmalet

          Tour de France : Buchmanns Glanzstück am Tourmalet

          Bei der Fahrt auf den berüchtigten Tourmalet ist Thibaut Pinot am Schnellsten. Zweiter wird ebenfalls ein Franzose, der das Gelbe Trikot behält. Emanuel Buchmann landet nach einer starken Leistung auf Platz vier.

          Erfolg über Eck beim CHIO

          Reitturnier in Aachen : Erfolg über Eck beim CHIO

          Ingrid Klimke und Michael Jung beweisen in den Aachener Wiesen, was Linientreue in der Vielseitigkeit einbringt: Platz eins und zwei beim CHIO. Und auch die deutschen Dressurreiter haben Grund zur Freude.

          Topmeldungen

          Annegret Kramp-Karrenbauer am Samstag beim feierlichen Gelöbnis neuer Rekruten zusammen mit Eberhard Zorn, Generalinspekteur der Bundeswehr

          Annegret Kramp-Karrenbauer : Mehr Unterstützung für die Ministerin, bitte!

          Als Parteichefin hat Kramp-Karrenbauer schwere Wahlkämpfe vor sich. Gleichzeitig will sie ihr Ministerium und die Truppe besser kennenlernen. Eine kaum zu bewältigende Aufgabe. Sie verdient dabei Unterstützung – gerade aus der Bundeswehr.
          Bereits ab 14.00 Uhr könnte die gefühlte Temperatur über 32 Grad liegen, dann herrscht Warnstufe 2. (Archivbild aufgenommen in Berlin)

          Deutscher Wetterdienst : Hitzewarnung für Deutschland

          Der Deutsche Wetterdienst rechnet ab Montag mit ersten Hitzewarnungen. Ab Mittwoch soll dann ganz Deutschland von einer Hitzewelle erfasst werden. Besonders Kinder, alte und kranke Menschen sind durch die hohen Temperaturen gefährdet.
          Emanuel Buchmann (vorne) und Thibaut Pinot (Zweiter von vorne) bei der Tour de France

          Tour de France : Buchmanns Glanzstück am Tourmalet

          Bei der Fahrt auf den berüchtigten Tourmalet ist Thibaut Pinot am Schnellsten. Zweiter wird ebenfalls ein Franzose, der das Gelbe Trikot behält. Emanuel Buchmann landet nach einer starken Leistung auf Platz vier.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.