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Verzicht auf Titel : Schach-Weltmeister Magnus Carlsen dankt ab

  • Aktualisiert am

Fühlt sich weiterhin als „bester Schachspieler der Welt“: Magnus Carlsen Bild: dpa

Für viele Jahre war er der König der Schachwelt: Nun gibt Magnus Carlsen bekannt, dass er nicht zu einem neuen WM-Duell antreten wird: „Mir fehlt für einen weiteren Titelkampf die Motivation.“

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          Schach-Weltmeister Magnus Carlsen verzichtet auf seinen Titel und wird diesen nicht wie geplant im Frühjahr 2023 verteidigen. „Mir fehlt für einen weiteren Titelkampf die Motivation“, sagte der 31-Jährige Norweger in einem am Mittwoch von seinem Sponsor veröffentlichten Video-Podcast.

          Carlsen will seine Schachkarriere aber fortsetzen und schloss ein WM-Comeback zu einem späteren Zeitpunkt nicht aus. Unter anderem wird er bei der Schach-Olympiade im indischen Chennai in diesem Jahr für sein Heimatland antreten.

          Bereits nach seiner jüngsten erfolgreichen Titelverteidigung im Dezember 2021 gegen Jan Nepomnjaschtschi aus Russland hatte er angedeutet, nur noch einmal zum WM-Duell antreten zu wollen, falls das französisch-iranische Talent Alireza Firouzja das Kandidatenturnier gewinnen würde. Dort ging jedoch Nepomnjaschtschi als Sieger hervor, der nun gegen den zweitplatzierten Chinesen Ding Liren um die WM-Krone im Spiel der Könige ringen soll.

          Carlsen berichtete weiter, er sei kürzlich zu Gesprächen mit dem Schach-Weltverband Fide in Madrid gewesen. Er sei ohne Forderungen oder Vorschläge gekommen, sondern um seinen Verzicht mitzuteilen. „Wir hatten eine kleine Diskussion. Sie haben ein paar Vorschläge gemacht. Einige haben mir gefallen, andere nicht. Meine Entscheidung steht aber“, betonte Carlsen. Er habe darüber bereits seit anderthalb Jahren nachgedacht.

          Fide-Präsident Arkadi Dworkowitsch zeigte Verständnis für das Resultat des Nachdenkens: „Magnus Carlsen verdient nichts als Respekt von der Fide und von der gesamten Schachgemeinschaft, egal welche Entscheidung er bezüglich seiner Karriere trifft.“ Viele andere große Champions in anderen Sportarten hätten Ähnliches erlebt: Im Laufe der Jahre werde es immer schwieriger, die Motivation zu finden, auf höchstem Niveau zu trainieren und an Wettkämpfen teilzunehmen, während sich die Belohnung für den Sieg nie so intensiv anfühle wie am ersten Tag.

          Carlsen hatte die WM erstmalig 2013 gegen Viswanathan Anand gewonnen und im Jahr darauf gegen den Inder erfolgreich verteidigt. 2016 bezwang er Sergej Karjakin (Russland), 2018 den US-Amerikaner Fabiano Caruana. „Er ist noch jung und hätte seiner bereits herausragenden Karriere möglicherweise weitere klassische Titel hinzufügen können“, befand Dworkowitsch. „Seine Entscheidung, seinen Titel nicht zu verteidigen, ist zweifellos eine Enttäuschung für die Fans und eine schlechte Nachricht für das Spektakel. Es hinterlässt eine große Lücke.“ Zugleich betonte der Präsident: „Schach ist jetzt stärker als je zuvor – teilweise dank Magnus“ – und der WM-Kampf werde weitergehen.

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