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Vincent Keymer : Wird das größte Schachtalent nur benutzt?

  • -Aktualisiert am

Jetzt ist der erst 14 Jahre alte Vincent Keymer am Zug. Bild: Dariusz Gorzinski

Dass ein Vierzehnjähriger in einem Weltklasseturnier mitspielt, ist ein Novum im Schach. Der Deutsche Vincent Keymer trifft nun auf Stars wie Carlsen oder Caruana. Dass der Gymnasiast dabei ist, hat mehrere Gründe.

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          Ein Vierzehnjähriger in einem Weltklasseturnier, das ist selbst in der an Wunderkindern alles andere als armen Schachgeschichte ein Novum. Ist Vincent Keymer im Grenke Chess Classic, das am Samstag in der Karlsruher Schwarzwaldhalle begonnen hat, nicht heillos überfordert? Werden Carlsen, Caruana und die ganzen anderen Stars nicht kurzen Prozess mit dem Gymnasiasten aus Saulheim in Rheinhessen machen? Wird das größte deutsche Schachtalent nur für ein paar billige Schlagzeilen benutzt?

          Nein, seine Teilnahme ist kein PR-Gag. Das Startrecht in einem der bestbesetzten Turniere der Welt hat sich Keymer regulär erspielt. Vor einem Jahr gewann er nämlich das am selben Ort ausgetragene Grenke-Open-Turnier. Dabei ließ er 49 Großmeister hinter sich. Seine Leistung entsprach annähernd 2800 Elopunkten und damit dem Niveau der Weltspitze. Nachgedacht, ob er sich in diesem Jahr der schier übermächtigen Gegnerschaft bei der Chess Classic stellen soll, hat Keymer reiflich – und sich schließlich für einen Start entschieden. Seinen Platz erst in einem späteren Jahr wahrzunehmen, wenn er sportlich näher an der absoluten Weltspitze dran ist, sieht das Reglement nicht vor.

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