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Kontinent auf dem Vormarsch : Die Schacholympiade zeigt einen eindeutigen Trend

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Weltmeister in Mahabalipuram: Norwegen startete dank Magnus Carlsen am Spitzenbrett als Dritter der Setzliste. Bild: AFP

Der Weltschachbund sieht sich nach dem Sieg Usbekistans in seinem Kurs bestätigt. Russland und China fehlen beim Wettbewerb im südindischen Badeort Mamallapuram. Und beim deutschen Team überzeugt nur ein 17-Jähriger.

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          So schwer wie bei der Schacholympiade, die am Dienstag im südindischen Badeort Mamallapuram zu Ende ging, haben sich die Favoriten noch nie getan. Keines der zehn nominell stärksten Männerteams gewann eine Medaille. Die entscheidende Partie des Nationenwettbewerbs bestritten ein 16-jähriger Inder und ein 17-jähriger Usbeke.

          Als Gastgeber durfte Indien ein zweites Team aufbieten. Dank Dommaraju Gukeshs herausragendem Spiel am ersten Brett führte Indien II den Wettbewerb lange an. Der Teenager stand auch in der vorletzten Runde gegen Nodirbek Abdusattorow zeitweise auf Gewinn. Selbst ein Remis hätte gereicht, um den indischen Junioren ein 2,5:1,5 zu sichern und damit den am Vortag gegen Armenien eingebüßten Platz eins zurückzuerobern. Doch Gukesh entglitt sein Vorteil, nach fast sechs Stunden am Brett übersah er einen Doppelangriff, der ihn einen Springer kostete. Es reichte am Ende trotzdem zur persönlichen Goldmedaille für das beste Ergebnis am ersten Brett und den Aufstieg auf Platz 24 der Weltrangliste.

          Deutsches Team auf Rang 18

          Nach dem 2:2 blieb Usbekistan in Führung und behauptete sie in der letzten Runde mit einem 2,5:1,5 gegen die Niederlande. Platz zwei ging an Armenien, das mit Spanien ebenfalls ein höher eingeschätztes Team schlug, obwohl der langjährige Spitzenspieler Lewon Aronjan aus finanziellen Motiven in die USA gewechselt war. Auch Indien II war auf dem Papier schwächer als sein letzter Gegner Deutschland, aber gewann diese Begegnung 3:1 und wurde Dritter.

          Die Favoriten USA und Indien trennten sich 2:2 und wurden Fünfter und Vierter. Norwegen startete dank Magnus Carlsen am Spitzenbrett als Dritter der Setzliste, doch die Mitspieler des Weltmeisters blieben so weit hinter ihren Möglichkeiten, dass nur Platz 59 heraussprang. Das deutsche Team, in dem nur der 17-jährige Vincent Keymer am ersten Brett überzeugte, wurde Achtzehnter. Russland war von der Teilnahme ausgeschlossen. China, das 2014 und 2018 gewonnen hatte, verzichtete wegen der Null-Covid-Politik.

          Dass nach China nicht Indien, sondern ein drittes asiatisches Land vorne steht, wird beim Weltschachbund als Bestätigung seines Kurses angesehen. Der letzte WM-Kampf fand in Dubai statt, für den nächsten WM-Kampf ist Schanghai im Gespräch. Der Weltcup 2023 soll in Kürze nach Südkorea vergeben werden. Die Schacholympiade 2026 geht in die usbekische Hauptstadt Taschkent. Usbekistans Sprung an die Spitze kommt früh, aber nicht völlig unerwartet. Vor vier Jahren hatte das gleiche Team eine U-16-Schacholympiade gewonnen. Um Jachongir Wachidow verstärkt, der am Ende gegen die Niederlande den entscheidenden Sieg holte, lag das Durchschnittsalter des usbekischen Olympiateams bei 20 Jahren.

          Im parallel ausgetragenen Frauenwettbewerb der Schacholympiade gab es weniger Überraschungen. Die Ukraine gewann vor Georgien und Gastgeber Indien. Deutschland wurde Zehnter. Die Würzburger Psychologiestudentin Jana Schneider wurde für neun Punkte aus zehn Einsätzen mit Gold ausgezeichnet.

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