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Carlsen provoziert Kollegen : Der Verdacht spielt mit beim Schach

  • -Aktualisiert am

Durchleuchtetes Spiel: Die Schachwelt betreibt einen hohen Aufwand, um Betrug zu verhindern – ganz ausschließen lässt er sich vor allem bei Online-Turnieren aber nicht. Bild: picture alliance / Zoonar

Schach-Weltmeister Magnus Carlsen stößt den jungen Hans Nieman aufs Neue vor den Kopf. Er hält ihn wohl für einen Betrüger, der Sicherheitsvorkehrungen umgeht.

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          John von Neumann trug Kopfhörer am Brett und dachte selbst dann nach, wenn es nur einen vernünftigen Zug für ihn gab. Erst als er am Ende des World Opens in Philadelphia 800 Dollar Preisgeld abholen wollte, kam ein Schiedsrichter auf die Idee, ihm eine einfache Schachaufgabe vorzusetzen. Der Mann, der sich den Namen eines Computerpioniers geliehen hatte, versuchte erst gar nicht, den richtigen Zug zu finden, sondern machte sich sofort aus dem Staub. So einfach war es im Jahr 1993, unerlaubte Hilfe am Schachbrett zu bekommen, und so einfach war es, einem Betrüger auf die Schliche zu kommen.

          Kopfhörer sind am Brett längst verboten. Mobiltelefone erst recht. Selbst eigene Kugelschreiber sind in vielen Turniersälen nicht mehr erlaubt, seit ein italienischer Amateur mit einer Minikamera im Stift einem Helfer seine aktuelle Stellung übermittelte. Viele Turniere übertragen die Partien nur zeitversetzt ins Internet. Helfer, die mit Computerhilfe verbotene Tipps geben wollen, müssen dann erst einmal an die Züge kommen. Um jegliche Kommunikation zu verhindern, werden WM-Kämpfe in isolierten Räumen mit nur von außen durchsichtigem Glas ausgetragen. Beim WM-Kandidatenturnier vor drei Monaten durften Zuschauer nicht einmal in die Nähe des Spielsaals oder der Spielertoiletten.

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