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Schach-Boom im Internet : Das digitale Spiel der Könige

Vom Brett ins Internet: Schach geht online Bild: dpa

Das Virus setzte sogar die schlauen Schachgroßmeister matt. Doch sie fanden einen Ausweg: Das Spiel der Könige hat seinen Platz in der digitalen Welt gefunden – auch wenn nicht allen das gefällt.

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          Als das Internet Anish Giri zum ersten Mal rettete, war er acht Jahre alt. Er wohnte mit seiner Familie in Sapporo, einer großen Stadt in Japan, in der es alles für ihn gab, nur eines nicht: einen Schachverein, der ihn forderte. Er meldete sich in einem an, aber dort trafen sich die Mitglieder nur ein-, zweimal im Monat. In Sapporo spielten die Menschen, wie überall in Japan, lieber Go und Shogi. Das war neu für Giri, der in Russland geboren und aufgewachsen ist. Dort lernte er Schach mit sieben Jahren. Er spielte viel, hatte Talent, das war sofort klar. Dann zog er mit seiner Familie nach Japan – und entdeckte das Internet.

          Wenn es das Internet damals nicht gegeben hätte, wäre Anish Giri später vermutlich nie um den Planeten gereist, um gegen die Allerbesten zu spielen, face to face, auf einem richtigen Schachbrett. Er wäre nie die Nummer drei der Weltrangliste geworden, hätte nie beim Kandidatenturnier zur Weltmeisterschaft mitmachen können. Und der Großmeister Arkadij Naiditsch aus Aserbaidschan hätte wohl nie gesagt, dass es leichter ist, gegen Magnus Carlsen zu gewinnen als gegen Giri. „Ich habe in Japan die ganze Zeit Online-Schach gespielt“, sagt Giri am Telefon. „Für meine Entwicklung war das ziemlich wichtig.“

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