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Magdeburg gegen Kiel : Traumfinale um den deutschen Handball-Pokal

  • Aktualisiert am

Patrick Wiencek und der THW Kiel stehen im Pokalfinale. Bild: dpa

Das Endspiel um den DHB-Pokal erreichen Rekordsieger THW Kiel und der SC Magdeburg. Die Halbfinals verlaufen aber anders als erwartet. Die Fans in der Hamburger Arena sorgen dabei für WM-Atmosphäre.

          Der SC Magdeburg und Rekordmeister THW Kiel stehen im 45. Finale um den Pokal des Deutschen Handballbundes und sorgen damit für das Traum-Endspiel. Die Magdeburger besiegten am Samstag im Halbfinale der Endrunde in Hamburg Außenseiter TSV Hannover-Burgdorf überraschend knapp mit 30:29 (15:11), die Kieler setzten sich mit 24:22 (13:7) gegen die Füchse Berlin durch. Das Finale findet am Sonntag um 15.10 Uhr (F.A.Z.-Liveticker zum Handball, in der ARD und bei Sky) statt.

          13.200 Zuschauer in der ausverkauften Hamburger Arena sorgten für WM-Atmosphäre. Das zweite Halbfinale am Abend zwischen Kiel und Berlin war als das umkämpftere erwartet worden. Schließlich standen sich der Zweite und der Sechste der Bundesliga gegenüber. Doch zunächst deutete alles auf einen Spaziergang des THW hin.

          Die Dominanz des zehnmaligen Cupgewinners war in der ersten Halbzeit erdrückend. Füchse-Torhüter Silvio Heinevetter hatte gegen die norddeutschen Scharfschützen um Kapitän Domagoj Duvnjak häufig keine Chance. Sieben Tore betrug der Vorsprung. Im zweiten Abschnitt nutzten die Berliner jedoch eine Schwächephase der Kieler und kamen bis auf ein Tor heran (54.). Da tigerte THW-Trainer Alfred Gislason in seiner letzten Bundesliga-Saison aufgeregt vor seiner Bank auf und ab, zumal Nationalspieler Hendrik Pekeler die Rote Karte gesehen hatte (35.) und in der Abwehr fehlte.

          Nock knapper ging es beim SC Magdeburg gegen Hannover zu. Erst eine Sekunde vor Spielende schaffte Christian O’Sullivan den glücklichen Siegtreffer. „Wir sind supererleichtert, superhappy“, sagte SCM-Trainer Bennet Wiegert erschöpft. „Das hat nichts mit spielerischer Stärke zu tun, das war ein Sieg des Willens.“ Mit einem Final-Four-Rekord wartete Michael Damgaard vom SCM auf. Der Däne warf 15 Tore.

          Die erste Halbzeit dominierten die Magdeburger, im zweiten Durchgang gaben die Hannoveraner gegen den zunehmend verunsicherten Bundesliga-Dritten den Ton an. „Die vermeintliche Favoritenrolle war Ballast“, gestand Wiegert. „Das war an Spannung nicht zu überbieten. Das war Werbung für den Handball.“ Die ersatzgeschwächten Hannoveraner holten trotz des Feldverweises für den sechsfachen Torschützen Timo Kastening (36.) Tor um Tor auf und wandelten einen Fünf-Tore-Rückstand in eine Drei-Tore-Führung um. Doch Magdeburgs Schlussspurt und O’Sullivans Tor eine Sekunde vor Schluss bewahrten den Favoriten vor einer Blamage.

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