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Basketballerin Satou Sabally : „Wenn du sie beobachtest, bist du hypnotisiert“

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Die Ausgangslage sorgte schon seit einer Weile für Rumoren unter den Spielerinnen. Und für Kritik von außen. Der Wirtschaftswissenschaftler David Berri von der Universität Southern Utah, ein Kenner der Materie, sah darin eine Art von Selbstschädigung: „Wo lässt man seine besten Spieler zwischendurch woanders hingehen und das Risiko eingehen, sich zu verletzen? Das schadet der Liga und der Marke WNBA.“ Zumal die Forderungen nicht nach einer Entlohnung auf dem Niveau der Männer abzielte (Durchschnitt pro Jahr: 7,7 Millionen Dollar).

Man stellte nur den Anspruch, in einem vergleichbaren Umfang an den Einnahmen der WNBA beteiligt zu werden. So schüttet die NBA rund 50 Prozent ihre Einkünfte in Form von Gehältern aus. Bei der WNBA waren es bislang gerade mal 20 Prozent. Der Unterschied in absoluten Zahlen, sagt Berri: insgesamt 20 bis 30 Millionen Dollar pro Jahr. „Eine Summe, die der eine oder andere ziemlich mittelmäßige Mann in der NBA verdient.“

Darüber, wie mühsam das Geschäft trotz der Verbesserungen ist, macht sich Sabally keine Illusionen. Sie hat sechs Geschwister, darunter ihre Schwester Nyara, die ihr als Basketballerin an die University of Oregon folgte. Ihre Familie sei „finanziell nicht so wohlhabend oder Teil der Mittelschicht“, sagte sie vor der Draft. So verfügten die Eltern nicht über die Mittel, sie während ihrer College-Karriere an der Pazifik-Küste auch nur ein einziges Mal zu besuchen. Sie habe jetzt erstmals „das Gefühl, etwas zurückgeben zu können und ihr Leben etwas einfacher zu machen“. Was helfen sollte: Sie landete bei einer ambitionierten amerikanischen Sportmanagement-Agentur, die ihr bei der Vermarktung und den Abschlüssen attraktiver Werbeverträge helfen wird.

Wie genau sich die Zukunft gestalten wird, lässt sich allerdings noch nicht absehen. Der für den 15. Mai geplante Start der neuen Saison wurde aufgrund der durch die Corona-Pandemie notwendig gewordenen Quarantäne ausgesetzt. Ein neuer Termin steht bis auf weiteres in den Sternen. Was unter anderem daran liegt, dass die Frauen ihre Spielpläne mit denen der Männer koordinieren, die mit ihren Planungen für den Saisonabschluss ebenfalls in der Luft hängen.

Der grobe vorläufige Lebensentwurf von Satou Sabally zeichnet sich allerdings bereits ab. Sie will, so sagte sie bei einer Telefonpressekonferenz am Samstag gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, bis auf weiteres auch die Wintermonate über spielen und Geld verdienen. Wenn auch kaum für einen deutschen Verein, wie sie bei anderer Gelegenheit bereits andeutete. In ihrer Heimat könnte sie zwar „ein bisschen Geld verdienen“, aber in anderen Ländern werde deutlich mehr bezahlt. Die Dallas Wings wählten übrigens an 21. Stelle der Draft mit Luisa Geiselsöder aus Nördlingen eine weitere Deutsche aus. Ebenfalls eine Chance, in die WNBA zu wechseln, erhielt Leonie Fiebich vom TSV Wasserburg. Sie soll demnächst für die Los Angeles Sparks antreten.

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