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Rainer Seele (rse.)

Samoa-Style : Hohn und Spott fürs deutsche Rugby

  • -Aktualisiert am

Polterer in Sachen Rugby: Samoas Premier Tuilaepa Aiono Sailele Malielegaoi bei einem Commonwealth-Treffen auf Schloss Windsor Bild: EPA

Im Rugby ist Samoa Deutschland um Längen voraus. Der Premierminister und Rugby-Präsident warnt seine Spieler indes dennoch eindringlich vor einem möglichen Versagen in der WM-Qualifikation. Den Gegner behandelt er dabei recht respektlos.

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          Ach, Samoa, ein kleines Paradies. So sehen es in jedem Fall die deutschen Rugbyspieler, die nach vielen, vielen Flugstunden auf Samoa angekommen sind und nach der ganzen Strapaze umgehend das angenehme örtliche Ambiente mit Palmen, Strand und Meer genossen. Aber sie sind beileibe nicht zum reinen Vergnügen da: Für die Deutschen geht es am kommenden Samstag um eine wichtige Angelegenheit, nämlich um die Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2019 in Japan.

          Das ist wahrlich ein großes Ziel, das die Deutschen noch nie erreicht haben. Sie sind ja auch nicht unbedingt die Allergrößten im Rugby. Aber immerhin: Die deutsche Fünfzehn kämpft jetzt darum, auf der größten Bühne dieses Sports aufzutreten. Wobei Samoa auszuschalten und sich damit direkt für das Turnier in Japan zu qualifizieren sicherlich eine wahre Herkulesaufgabe für Deutschland ist. Obwohl zu Hause zuletzt mächtig Zoff herrschte im Zuge des Streits mit dem schwerreichen Mäzen Hans-Peter Wild, der sich – samt einer schonungslosen Abrechnung – vom deutschen Rugby zurückzog, können die Deutschen jedoch vorläufig noch auf den Großteil ihrer besten Kräfte zurückgreifen – die Samoa demnächst noch zum Rückspiel auf heimischem Terrain empfangen werden.

          Hohn und Spott für die Deutschen

          Aber Achtung! Da tut sich gerade was auf Samoa. Und zwar nicht zu knapp. Das hat vor allem mit einem Mann mit dem klingenden Namen Tuilaepa Aiono Sailele Malielegaoi zu tun, der – wie Internetportale und die Landespresse melden – weder auf Samoas Mannschaft noch auf die Deutschen gut zu sprechen ist. Der Herr ist einerseits Premierminister von Samoa und zum anderen Chef des samoanischen Rugbyverbandes. Eine naheliegende Kombination, da Rugby für die Samoaner fast ein nationales Heiligtum ist – und nicht der Fußball, in dem Samoa kaum etwas zustande bringt.

          Auf Samoa noch nicht ganz ernst genommen: Die deutsche Rugby-Nationalmannschaft kämpft um die WM
          Auf Samoa noch nicht ganz ernst genommen: Die deutsche Rugby-Nationalmannschaft kämpft um die WM : Bild: Picture-Alliance

          Malielegaoi hatte sich kürzlich im Parlament mit dem Haushalt des Inselstaates beschäftigt, landete dann aber flugs beim Rugby. Da bekam das eigene Team, das zuletzt von Gegnern wie Tonga zurechtgestutzt wurde, gleich mal sein Fett weg: „Ihr habt keinen Mut.“ Und wenn die Deutschen nicht geschlagen würden, könnten gleich alle Spieler zurücktreten! So rigoros kann es auf Samoa zugehen in Sachen Rugby. Aber Malielegaoi machte seinen Landsleuten auch Mut, allerdings – so war zu hören – mit einer wenig schmeichelhaften Bemerkung über die Deutschen. Die, tönte der Samoa-Chef, wüssten überhaupt nicht, wie man Rugby spielt.

          Ei, ei, ei – das kann heiter werden am Samstag. Und sofern die Deutschen den Samoanern die Hölle heiß machen (was zwar eher unwahrscheinlich ist, aber wer weiß!), könnte das – nach allem, was jetzt aus Samoa übermittelt wurde – durchaus auf eine veritable Krise im kleinen Reich des mächtigen Polterers Malielegaoi hinauslaufen.

          Rainer Seele
          Sportredakteur.

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