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Sabine Lisicki : Keine Angst vor den Stars

Sabine Lisicki: „Kämpfen und das Beste geben” Bild: REUTERS

Eine deutsche Tennisspielerin in der zweiten Woche von Wimbledon, das hat es lange nicht gegeben. Sabine Lisicki hat es mit einem Sieg gegen die aktuelle French-Open-Siegerin geschafft - und trifft nun auf eine alte Bekannte.

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          Wenn sie so redet nach einem Spiel, selbst nach einem so großen Sieg wie nun in der dritten Runde von Wimbledon gegen die gerade erst gefeierte French-Open-Siegerin Swetlana Kuznetsowa, dann kann man immer noch heraushören, wo sie fit getrimmt wurde für das Profitennis. Denn so reden sie alle, die irgendwann einmal die Tennisschule von Nick Bollettieri in Florida durchlaufen haben.

          Peter Penders

          Stellvertretender verantwortlicher Redakteur für Sport.

          Sabine Lisicki wohnt noch dort, in Bradenton, wo die Sonne dauernd scheint, auch wenn sie in Deutschland immer noch als Berlinerin bezeichnet wird. Dort aber ist sie eher selten, und warum das so ist, hat sie in Wimbledon neulich erst wegen der Erlebnisse bei ihrem letzten Besuch im Frühjahr erzählt. „Ich habe ein paar Tage keine Trainingspartner gefunden, das geht natürlich nicht.“

          Ihr Ziel: die Nummer eins der Welt

          Sie will hoch hinaus, daran ließ sie schon keinen Zweifel, als sie sich Anfang 2008 in Melbourne erstmals für ein Grand-Slam-Turnier qualifizierte. Da gab sie die Nummer eins als Ziel aus, und sie meinte tatsächlich die Nummer eins der Welt. Inzwischen gehört sie zu den besten fünfzig Spielerinnen der Welt, aber die Entwicklung (aktuell Rang 41) geht deutlich nach oben in Richtung exklusiverer Kreise. Sie hat keine Angst vor großen Namen („Es war mir immer schon egal, wer auf der anderen Seite steht.“), sie denkt immer positiv („Ich wusste von vornherein, dass ich gegen Kuznetsowa eine Chance haben würde.“), und sie gibt vor allem nie auf („Ich werde kämpfen und mein Bestes geben.“).

          Eine Deutsche in der zweiten Wimbledon-Woche - das gab es lange nicht mehr

          In Deutschland hat sie dem Damentennis, das mit dem Abschied von Steffi Graf und Anke Huber völlig aus den Augen der Öffentlichkeit geraten war, wieder etwas mehr Aufmerksamkeit verschafft, spätestens mit ihrem ersten Turniersieg auf der WTA-Tour in Charleston. Dort schlug sie auf dem Weg ins Finale mit Venus Williams eine der ganz Großen der Branche und dann im Endspiel mit Caroline Wozniacki eines der aufstrebenden Sternchen der Szene.

          Ein Duell voller Gemeinsamkeiten

          Die 18 Jahre alte Dänin ist nun Lisickis nächste Gegnerin in Wimbledon, und man kennt sich seit Jugendtagen. Lange verliefen nicht nur ihre Karrieren im Gleichschritt, denn sie besitzen viele Gemeinsamkeiten. Beide haben polnische Wurzeln, deshalb unterhalten sie sich polnisch, beide haben denselben Ausrüstungssponsor, deshalb tragen sie beide das gleiche Outfit nach den Spielen und sehen mit ihren blonden langen und zum Zopf gebundenen Haaren aus einiger Entfernung wie Zwillinge aus.

          Caroline Wozniacki hat den Sprung nach oben schon geschafft, sie ist mittlerweile Weltranglistenneunte, aber manchmal ist so ein stetiger Gang durch die Weltranglistenregionen vielleicht nicht die schlechtere Variante, wer weiß das schon. Eine Favoritin auszumachen ist schwer, auch wenn Sabine Lisicki erstmals bei einem der vier Grand-Slam-Turniere in die zweite Woche gekommen ist.

          Sie kann aufschlagen, sehr gut aufschlagen

          Die Art und Weise aber, wie sie gegen Svetlana Kuznetsowa beim 6:2 und 7:5 auftrumpfte, stimmt optimistisch, da hat eine auf jeden Fall ihre Nerven im Griff, ihre Tränen sind Freudentränen, und das ist im Damentennis ein nicht zu unterschätzender Vorteil. Und sie kann aufschlagen, sehr gut aufschlagen - in Wimbledon ist bislang nur Venus Williams (199 Kilometer pro Stunde) mit einer höheren Geschwindigkeit gemessen worden als die 19 Jahre alte Deutsche (196). „Ich will gewinnen“, sagt sie vor ihrem nächsten Spiel, und nichts anderes hätte man erwartet zu hören.

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