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Tennis in Indian Wells : Lisicki und das Märchen in der Wüste

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Am Boden und doch obenauf: Sabine Lisicki Bild: USA Today Sports

In der südkalifornischen Wüste ist Sabine Lisicki nicht zu stoppen. Beim Turnier von Indian Wells gewinnt die Deutsche ein langes und spannendes Viertelfinale. Lob kommt nachher von höchster Stelle.

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          Sabine Lisicki schrie vor Freude auf, sank in die Knie und hielt sich ungläubig beide Hände vor das Gesicht. Das Tennis-Märchen der Berlinerin in der südkalifornischen Wüste geht weiter. Mit ihrem fünften Ass beendete die Fed-Cup-Spielerin am Donnerstag (Ortszeit) beim topbesetzten Turnier von Indian Wells ein spannendes und spektakuläres Viertelfinale gegen die italienische Titelverteidigerin Flavia Pennetta und steht nach dem 6:4, 6:7 (3:7), 7:6 (7:4) völlig überraschend im Halbfinale. Hier wartet am Freitagabend (Ortszeit) die Serbin Jelena Jankovic.

          „Es war ein sagenhaftes Match von beiden Seiten. Spiele wie diese zu gewinnen, ist einfach unglaublich“, sagte Lisicki nach ihrem Triumph in spannenden 2:40 Stunden. „Dies ist eines der besten Damen-Spiele, die ich in diesem Jahr gesehen habe. Ein Match, das nie hätte enden dürfen“, meinte eine hörbar verzückte ESPN-Expertin Chris Evert.

          Im zweiten Satz konnte Lisicki bei einer 5:4-Führung einen Matchball nicht nutzen und gab wenig später den Durchgang im Tiebreak ab. Im Entscheidungssatz stand sie bei 4:5 und eigenem Aufschlag vor dem Aus, wehrte aber drei Matchbälle ab. „Ich habe einfach an mein Service geglaubt. Wir haben beide unglaubliche Punkte gespielt. Es ist großartig, dabei gewesen zu sein“, sagte Lisicki.

          In der Vergangenheit war das Kapitel Indian Wells für sie immer schnell vorbei. Seit ihrem Debüt 2008 beim wichtigsten Turnier nach den vier Grand Slams scheiterte sie jedes Mal an der Auftakthürde. Egal, wie selbstbewusst oder formstark die 25-jährige Berlinerin auch anreiste, in Kalifornien gab es nichts zu holen.

          Trost von der Siegerin an die Verliererin Flavia Pennetta Bilderstrecke

          Doch in diesem Jahr ist alles anders. Und die Erfolge haben für jede Menge Selbstvertrauen gesorgt, aus Frust ist Freude geworden. Lisicki lächelt dieser Tage bereits beim Gang ins Stadion. Ihre Vorhand ist so druckvoll und präzise wie in ihren besten Tagen. Und selbst in Drucksituationen behält sie - anders als in der Vergangenheit - derzeit die Nerven.

          „Es ist schön, zu sehen, dass sich die harte Arbeit endlich auszahlt“, betonte Lisicki. Einen großen Anteil an ihrem Aufschwung hat Neu-Trainer Christopher Kas. Man arbeite hart, habe aber auch gleichzeitig viel Spaß, so Lisicki. Selbst nach drei schweren Niederlagen zu Jahresbeginn in Brisbane, Sydney und bei den Australian Open habe ihr Team sie immer wieder aufgemuntert und betont, dass sich das harte Training auszahlen werde.

          Im Halbfinale gegen Jankovic ist Lisicki trotzdem Außenseiterin. Nur eines der bisherigen fünf Duelle konnte sie gewinnen. Zudem steht Jankovic in der Weltrangliste auf Position 21 neun Plätze vor ihr. „Ich habe nichts zu verlieren“, sagt Lisicki. Schließlich ist der Halbfinaleinzug bereits jetzt ihr größter Erfolg seit der Endspiel-Teilnahme in Wimbledon 2013.

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