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Ryder Cup : Tiger Woods und das Debakel der Altstars

  • Aktualisiert am

„Das ist sehr enttäuschend“: Tiger Woods. Bild: AFP

Beim Ryder Cup gibt es für den Favoriten aus Amerika eine herbe Niederlage. Symbolisch für das Desaster sind die Routiniers. Vor allem Tiger Woods erwischt ein schlimmes Wochenende.

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          Tiger Woods sah fertig aus. Müde und zerknirscht. Bei der abschließenden Pressekonferenz im Le Golf National konnte der Superstar aus den Vereinigten Staaten die Augen fast nicht mehr offenhalten. Die Anstrengungen der letzten Wochen haben den 42-Jährigen ausgelaugt, ihm den Stecker gezogen. Routinier Phil Mickelson wirkte ein paar Stühle weiter auch nicht viel frischer. Amerikas Golf-Idole waren beim 42. Ryder Cup die Symbolfiguren der bitteren 10,5:17,5-Pleite des favorisierten amerikanischen Teams gegen die Europäer.

          0:6 lautete die Match-Bilanz der beiden Stars in den drei Tagen von Paris. Vier Niederlagen für Woods, zwei für Mickelson. Der amerikanische Kapitän Jim Furyk hatte die beiden Routinier erst nachträglich per Wildcard ins Team geholt. Für die Nominierung von Mickelson gab es im Vorfeld schon leise Kritik, die jetzt in den amerikanischen Medien lauter wird. Und am Ende war es Mickelson, der am Sonntag auf der 16. Spielbahn im Le Golf National seinen Ball im Wasser versenkte und damit den Europäern den entscheidenden Punkt zum Sieg schenkte.

          Nach der herben Niederlage von Paris deutet sich vor allem für den 48-Jährigen aus San Diego das Ende einer langen Ära im Ryder Cup an. In zwei Jahren findet der wichtigste Team-Event im Golfsport auf dem Whistling Straits Golf Course im amerikanischen Bundesstaat Wisconsin statt. Mickelson ist dann 50, Woods auch schon 44.


          „Dies könnte, realistisch gesehen, mein letzter Ryder Cup gewesen sein“, erklärte Mickelson, der in Paris zum zwölften Mal für die Vereinigten Staaten im Kontinentalvergleich antrat – so oft wie kein anderer Spieler in der 91-jährigen Geschichte des Ryder Cups. Dennoch sei er „motiviert“ und will „hart arbeiten“, um es auch 2020 in die amerikanische Auswahl zu schaffen. So wolle sich der fünfmalige Major-Sieger nicht vom Ryder Cup verabschieden. Doch dass er in zwei Jahren abermals als Spieler im amerikanischen Team abschlägt, bezweifeln viele Experten.

          Auch für Superstar Tiger Woods war der Ryder Cup in Paris ein Desaster. In vier Einsätzen konnte der 14-malige Major-Sieger nicht einen einzigen Punkt für die Amerikaner beisteuern. „Das ist sehr enttäuschend“, gestand Woods ein. „Einen Ryder Cup auf diese Weise zu beenden, das fühlt sich für mich persönlich nicht sehr gut an. Ich habe meinen Teamkollegen nicht dabei geholfen, Punkte zu sammeln.“ Noch vor einer Woche hatte er in Atlanta sein Comeback nach langer Verletzungspause und privaten Probleme mit dem 80. Sieg auf der PGA-Tour gekrönt. „Für mich war es eine Menge Golf in einer kurze Zeit. Ich habe jetzt ein besseres Verständnis dafür, wie mein Training für nächstes Jahr aussehen muss, damit ich die ganze Saison überstehen kann“.

          In sieben Wochen, am 23. November, sehen sich Woods und Mickelson auf dem Shadow Creek Golf Course in der amerikanischen Spielerstadt Las Vegas wieder. Die früher erbitterten Konkurrenten spielen dann bei einem Showmatch um die enorme Summe von neun Millionen Dollar. Der Sieger des Mann-gegen-Mann-Duells bekommt alles. Das Match wird live im amerikanischen Fernsehen übertragen: Mikrofone am Körper, Trashtalk inklusive – die ganz große Show eben. Vielleicht ist dieses Format ja in absehbarer Zeit die Zukunft für die beiden Altstars.

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