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Ryder Cup in Minnesota : Europa hofft noch auf das Wunder

  • -Aktualisiert am

Martin Kaymer enttäuscht weiter beim Ryder Cup Bild: AFP

Team Europa geht beim Ryder Cup mit deutlichem Rückstand in die entscheidenden Einzel. Auch der Deutsche Martin Kaymer kommt nicht in Form. Ganz aussichtslos ist die Lage aber nicht.

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          Gibt es nach dem „Miracle of Medina“ noch einmal ein wundersames Comeback der Europäer? Wie vor vier Jahren geht die Europa-Auswahl im 41. Ryder Cup im Hazeltine National Golf Club in Chaska mit einem deutlichen Rückstand in die zwölf Einzel am Sonntag. Lagen die Gäste vor vier Jahren im Medinah Country Club nahe Chicago nach den ersten beiden Tagen und den Vierer mit 6:10 gegen die Amerikaner zurück, ist das Defizit diesmal kleiner: 6 ½ : 9 ½. „Wir liegen drei Punkte zurück, aber es sind noch zwölf zu vergeben. Solche Rückstände sind schon aufgeholt worden, nicht nur in Medinah. Ich weiß, dass mein Team die Fähigkeit, das Talent und den Willen dafür besitzt“, sagte der Kapitän Darren Clarke voller Optimismus.

          Um die Wende zu schaffen, greift der Nordire zu einem bewährten Mittel: Am Sonntag schickt er in den ersten drei Einzeln die Spieler auf die Runde, die den bisher besten Eindruck hinterließen: Rory McIlroy (Nordirland), Henrik Stenson (Schweden) und Thomas Pieters (Belgien). Sorgen dürfte Clarke bereiten, dass mit Martin Kaymer und Lee Westwood zwei seiner „Captain’s Pick“, also Spieler, die einen Freiplatz erhielten, von ihrer Bestform weit entfernt sind.

          Kaymer fehlt das Feingefühl

          Kaymer, der am Samstag nur am Nachmittag im Vierball (jeder Spieler spielt seinen Ball, das bessere Ergebnis zählt) eingesetzt wurde, verlor wie schon am Freitag auch den zweiten Vierer mit Sergio Garcia, diesmal gegen Phil Mickelson und Matt Kuchar. Kaymer fehlte wie schon am Freitag auf den Grüns das Feingefühl. Mit nur zwei Birdies konnte er seinem spanischen Partner, dem immerhin fünf gelangen, nicht genügend helfen. „Es war wie gestern. Unsere Gegner haben mehr Putts gelocht, und wir hatten ein paar Chancen, die wir nicht genutzt haben. Wir hatten nie das Momentum auf unserer Seite. Wir haben bis zum Ende gekämpft. Es war eine gute Leistung von uns, dass das Match erst auf dem 17. Grün beendet war“, sagte Kaymer.

          Seine Bilanz bei seinem vierten Auftritt in diesem Kontinental-Wettstreit liest sich in den Vierern ernüchternd: Drei Mal gespielt, drei Mal verloren. Im Einzel wird Kaymer in der vorletzten Partie auf die Runde gehen – genau wie vor vier Jahren in Medinah, als er gegen seinen Gegner Steve Stricker den entscheidenden Punkt zum Sieg holte. „Das habe ich aus gutem Grund gemacht“, sagte Clarke schelmisch. Diesmal heißt der Gegner des Rheinländers Matt Kuchar.

          Der zweite bisher sieglose Routinier, der 42 Jahre alte Engländer Westwood, bugsierte zwar einige Bälle zu Birdies (insgesamt vier) ins Loch, schob aber in der entscheidenden Phase drei Mal den Ball aus kurzer Entfernung vorbei. Der schlimmste Fehlschlag unterlief Westwood am 18. Loch. Nach einem brillanten Annäherungsschlag trennten ihn nur 80 Zentimeter von einem Birdie und einem halben Punkt für Europa. Aber Westwood brachte den Ball nicht ins Loch. Statt den Europäern wenigsten einen halben Punkt zu sichern, gewannen die beiden amerikanischen „Captain’s Picks, J.B. Holmes und Ryan Moore, einen weiteren ganzen Punkt für ihr Team.

          Highlight der ersten beiden Tage war aus europäischer Sicht die Paarung Rory McIlroy/Thomas Pieters. Der Nordire und der Belgier gewannen am Samstag ihre beiden Matches und waren mit jeweils drei Siegen die eifrigsten Punktesammler im Vierer. Der Nordire ließ sich auch von Pöbeleien der Fans nicht aus der Ruhe bringen. Im Gegenteil, es schien ihn nur noch mehr anzustacheln. Das inspirierte Pieters, der auch am Samstag wieder grandios auftrumpfte. So ist der 1,96 Meter große Profi aus Antwerpen schon jetzt die Entdeckung der Tage am Lake Hazeltine.

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