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Ryder Cup : Europa lässt es krachen

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„Im Ryder Cup komme ich immer aus mir raus“: Martin Kaymer Bild: AFP

Das Team Europa feiert seinen Sieg beim Ryder Cup bis in den frühen Morgen. Mittendrin ist der einstige Eigenbrötler Martin Kaymer. Bei den chancenlosen Amerikanern gibt es indes Schuldzuweisungen.

          Im schwarz-rot-goldenen Sakko und mit einer Deutschland-Fahne um den Hals hatte Martin Kaymer den festen Vorsatz, „ganz viel zu trinken und es richtig krachen zu lassen“. Bis zum Morgengrauen feierte der dreimalige Ryder-Cup-Sieger im Luxushotel Gleneagles mit dem europäischen Team den hohen 16,5:11,5-Erfolg über die Vereinigten Staaten.

          Per Charter ging es dann am frühen Montagmorgen von Schottland zu einem Sponsorentermin nach Stuttgart. „Vor zwei Jahren habe ich mit dem Putt in Medinah gewonnen, dieses Mal war es ein tolles Finish zum Eagle. Ich bin sehr stolz auf meinen Punkt“, sagte Deutschlands bester Golfer nach seinem Einzelerfolg über den Amerikaner Bubba Watson.

          So, wie er sich über den Sieg freute, hat man den 29-Jährigen noch nie bei einem Turniergewinn gesehen. Nicht einmal bei seinen zwei Major-Siegen. „Im Ryder Cup komme ich immer aus mir raus“, sagte Kaymer, „so wie beim Feiern mit den Jungs.“

          Tatsächlich schaute er sich auch auf der letzten Runde genau an, wie die Fans unter den 45.000 Zuschauern ihn unterstützten und saugte die Anfeuerungsrufe auf. „Diese Superwoche hat so viel Spaß gemacht. Diese Erinnerungen möchte ich für mich auch nutzen, wenn ich wieder allein unterwegs bin“, meinte der US-Open-Champion.

          Wichtiger Beitrag: Martin Kaymer gewinnt sein Einzel am Sonntag Bilderstrecke

          Und die Hatz geht gleich weiter: Am nächsten Wochenende spielt Kaymer im Golf-Mekka St. Andrews die Alfred Dunhill Championship. Er nimmt einen Freund mit, der als Amateur an seiner Seite spielt. Danach gilt es für den fast ausschließlich auf der US-PGA-Tour spielenden Rheinländer, auch noch einmal beim europäischen Tourfinale Fahrt aufzunehmen. Einfach wird es nicht - Kaymer läuft jetzt schon auf Reserve. In den vergangenen Wochen verlor er durch die anstrengenden Playoffs in den Vereinigten Staaten einige Kilo an Gewicht. Zeit für Urlaub ist eigentlich nie, wenn man auf zwei Kontinenten spielt.

          Um sich wohlzufühlen, versammelt Kaymer gern Vertraute um sich. Sein Vater Horst war in Gleneagles dabei, sein Bruder Philipp wird immer mehr zum Begleiter. Durch dessen Jura-Studium kann er ihn in geschäftlichen Dingen beraten und geht dem schwedischen Manager Johan Elliot zur Hand.

          Wie sehr der frühere Eigenbrötler Kaymer inzwischen auch mit dem europäischen Ryder-Cup-Team verschworen ist, zeigte schon die witzige Pressekonferenz. Arm in Arm mit dem Spanier Sergio Garcia wurde Schampus getrunken und eigentlich nur gelacht.

          Ganz anders ging es bei den Amerikanern zu: Die Stimmung auf dem Podium bei der Abschluss-Pressekonferenz war eisig. Seit 2008 hat das amerikanische Team den prestigeträchtigen Kontinentalvergleich nicht mehr gewonnen. Stattdessen kassierten Phil Mickelson und Co. acht Niederlagen in den vergangenen zehn Duellen. Kapitän Tom Watson versuchte sich zu rechtfertigen, Mickelson war unversöhnlich und übte harsche Kritik. Watson habe das Team nicht eingebunden, sondern einsame Entscheidungen getroffen.

          Ob er denn 2016 im Hazeltine National Golfclub von Minnesota das Kommando übernehmen wolle? „Nein, ich habe jetzt achtmal verloren, das tue ich mir als Kapitän nicht an“, meinte Mickelson. „Wenn, dann werde ich noch einmal mitspielen.“ In zwei Jahren haben die Amerikaner beim Heimspiel im Hazeltine National Golfclub in Minnesota die nächste Chance, es besser zu machen.

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