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Rugby-Spieler Sztyndera : Zwischen Wunsch und Wirklichkeit

  • -Aktualisiert am

Ausgebremst: Mark Sztyndera (l.) darf nicht in seinem Wohnzimmer ran. Bild: Imago

Die deutsche Rugby-Nationalmannschaft spielt am Samstag (17.45 Uhr) am Bornheimer Hang gegen Uruguay. Mark Sztyndera ist dort groß geworden, einst spielte er für den FSV. Sein Heimspiel fällt aber aus, er wurde nicht nominiert.

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          Es war die große Rugby-Bühne, die auch den Frankfurter Bundesligaspieler Mark Sztyndera beeindruckte. Das Twickenham Stadium, das oft nur als „Twickenham“ bezeichnet wird, bietet in London 82.000 Zuschauern Platz, in der zweitgrößten britischen Sportstätte hinter dem neuen Wembley-Stadion werden hauptsächlich Rugby-Union-Spiele ausgetragen. In diesem Rugby-Tempel ist Sztyndera im Siebenerrugby schon zum Einsatz gekommen, für ihn war es ein unvergessliches Erlebnis.

          Trotzdem wäre das im Vergleich sehr überschaubare Fußballstadion am Bornheimer Hang mit einer Kapazität von etwas mehr als 10.000 Zuschauern an diesem Samstag sein persönliches Karriere-Highlight gewesen. Von 17.45 Uhr an trifft die deutsche 15er Rugby-Nationalmannschaft in Frankfurt zum ersten Mal auf den dreimaligen Weltmeisterschaftsteilnehmer Uruguay. An dem Ort, wo der Rugby-Nationalspieler Sztyndera, der das Trikot des SC 1880 trägt, in jungen Jahren schon einmal Fußball beim FSV Frankfurt gespielt hat, bevor der heute 30-Jährige die Sportart wechselte und zunächst zur Eintracht ging.

          Doch der gebürtige Bornheimer wird zum Auftakt der drei Weltranglistenspiele der Nationalmannschaft im November kein Heimspiel haben, auch wenn das sein großer Wunsch war. Der deutsche Nationaltrainer Kobus Potgieter strich Sztyndera aus dem endgültigen Kader, der 23 Spieler umfasst. Er habe auch in taktischer Hinsicht eine Entscheidung treffen müssen, sagte Potgieter am Freitag dieser Zeitung: „Ich habe Mark mitgeteilt, wo er steht und was er machen muss.“

          Kein Heimspiel in der Heimat

          Der Frankfurter Bundesliga-Spieler wird wieder seine Chance bekommen. Darauf, dass der Bornheimer Hang für Sztyndera ein besonderer Spielort ist, konnte und wollte Potgieter keine Rücksicht nehmen, „äußere Einflüsse“ hätten in diesem Fall nicht gezählt, betonte er. Mit den „Achtzigern“ spielt Sztyndera meist vor 200 bis 300 Zuschauern, in der Rugby-Stadt Heidelberg sind es bei Länderspielen immerhin zwischen 1000 und 2000. An diesem Samstag werden über 5000 Rugby-Anhänger erwartet. Der Verband will seine Sportart nicht mehr nur auf Sportanlagen, sondern vermehrt in kleineren Stadien präsentieren. Zu den EM-Spielen in Köln und Hannover waren jeweils 6300 und 8100 Zuschauer gekommen, die Resonanz wurde als ermutigender Erfolg gewertet.

          Seit Montag bereitete sich die Nationalmannschaft in Heidelberg vor, der Kader bestand zunächst aus 35 Spielern. Darunter auch einige Frankreich-Legionäre wie Chris Hilsenbeck (Colomiers), Tim Menzel (Strasbourg) und Julius Nostadt (Chambery). Das Gros der Spieler kommt aber vom deutschen Spitzenklub Heidelberger RK.

          WM 2019 in Japan ist das große Ziel

          Im Duell mit Uruguay sieht Potgieter ein „sehr physisches Spiel“ auf sein Team zukommen. „Es wird eine sehr gute Herausforderung“, sagte er. Auch die beiden folgenden Länderspiele jeweils gegen Brasilien in Heidelberg und Leipzig dienen als Vorbereitung auf die im Februar 2017 anstehende Europameisterschaft. Dort sind unter anderem Georgien, Rumänien, Russland und Spanien die deutschen Gegner. Mit der EM beginnt auch die Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2019 in Japan.

          Nach der knapp verpassten WM-Teilnahme 2015 in England möchte sich Deutschland zum ersten Mal für dieses Großereignis qualifizieren. Der Wettbewerb in Japan ist auch für Sztyndera das Ziel. Für den Frankfurter wäre es dann vermutlich die letzte Möglichkeit, aktiv bei einer WM dabei zu sein – auf der ganz großen Bühne.

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