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Rugby in Deutschland : Gesundheit ist wichtiger

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So wie hier im vergangenen Jahr beim Spiel zwischen dem RK Heusenstamm (grün-rote Trikots) und dem RC Luxemburg geht es diese Saison nicht so oft zu. Bild: Picture-Alliance

Corona zwingt die Rugby-Bundesliga in eine Zwangspause. Nach mehr als sechs Monaten finden in Hessen nun wieder Spiele statt. Doch für die Heusenstammer endet die erste Partie in einem Desaster.

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          Nachdem am vergangenen Wochenende in Hessen nach mehr als sechsmonatiger Spielpause die ersten Rugby-Begegnungen ausgetragen wurden, befindet sich die Bundesligamannschaft des RK Heusenstamm (RKH) in Quarantäne. Der RKH bestritt ein Testspiel gegen den Ligarivalen TV Pforzheim (44:24), direkt im Anschluss traf die Reserve in der Regionalliga auf die dritte Vereinsmannschaft des SC 1880 Frankfurt.

          In deren Umfeld bewegte sich an diesem Tag ein Frankfurter Erstligaspieler, dessen Testergebnis auf Covid-19 am nächsten Tag positiv ausfiel. Ebenfalls positiv getestet wurde einer der Schiedsrichter des Privatspiels zwischen Heusenstamm und Pforzheim, dieser hatte offenbar Kontakt zum infizierten Frankfurter. Zudem steckte sich ein Heusenstammer Bundesligaspieler an. Die Vorkommnisse haben Trainer Michael Ferraris gezeigt, dass es aktuell unter Amateurbedingungen „wirklich keinen Sinn“ habe, Rugby zu spielen. Voraussichtlich bis zum 26. September müssten die Heusenstammer noch in Quarantäne bleiben. Und danach? Wird zumindest wieder trainiert? „Es ist hart zu sagen, was der Plan ist. Wir können nicht weitermachen, wenn wir nicht wissen, was passiert. Die Gesundheit und der Beruf sind wichtiger.“

          „Lernen, mit Corona zu leben und umzugehen“

          Seine Teilnahme am mit 10.000 Euro dotierten „CT-Cup“ des finanzstarken und ambitionierten Zweitliga-Klubs BSC Rugby Offenbach hat Heusenstamm abgesagt. Der deutsche Meister SC 1880 Frankfurt wird mit großer Wahrscheinlichkeit folgen. Fünf Spieler aus der Bundesligamannschaft seien mit dem Coronavirus infiziert, sagte Uli Byszio, der zweite Vereinsvorsitzende, am Freitag. Die Ansteckung sei aber nicht durch den Spielbetrieb und das Training erfolgt, „sondern in der Hauptsache durch das Zusammenwohnen“. Für Byszio liegt es nun „auf der Hand“, dass auch die Frankfurter ihre Turnierteilnahme absagen werden. „Die Praxis wird uns zeigen, dass es schlichtweg nicht möglich sein wird aufgrund der gemachten Vorgaben.“

          Der Offenbacher Spielertrainer und Turnierdirektor Wynston Cameron-Dow rechnete am Freitag noch mit dem Mitwirken des SC 1880. Als weiteren Teilnehmer des Wettbewerbs hat er den Zweitligaverein RC Rottweil gewonnen. Geplant ist, dass jede Mannschaft vier Spiele bestreitet, das Turnier soll am 26. September mit der Partie Offenbach gegen Rottweil beginnen. Angedacht war, dass die Frankfurter am 10. Oktober gegen Rottweil einsteigen, nach ihrer Quarantänezeit sollten sie noch Zeit zum Training haben.

          „Wir müssen lernen, mit Corona zu leben und umzugehen“, meint Cameron-Dow. Beim BSC, der ohne die Corona-Pandemie in die Bundesliga aufgestiegen wäre, hätten sich in dieser Woche fünf Personen freiwillig testen lassen – alle mit negativem Ergebnis. Auch die Offenbacher würden die Situation ernst nehmen. „Wir befolgen strikt die Hygieneregeln und die Vorgaben“, betont der Spielertrainer. Im November wollen die Offenbacher auf internationaler Bühne ein Testspiel absolvieren – in Kopenhagen gegen die dänische Nationalmannschaft.

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