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Rugby-Glosse : Aufmarsch der Bären

Der russische Rugbysport strebt nach Höherem Bild: REUTERS

Russland nimmt erstmals an einer Rugby-WM teil. Das ist überraschend, denn es gibt nicht nur eine lebendige Ligenstruktur. Auch die Einbindung ausländischen Knowhows ist vorbildlich. Das lässt für die Zukunft einiges erwarten.

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          Bären bei der Rugby-Weltmeisterschaft? In diesem Jahr in Neuseeland schon! Zum ersten Mal in ihrer Geschichte nimmt die russische Rugby-Nationalmannschaft, in der Weltrangliste auf Rang 19 geführt, an der WM-Endrunde teil. Die „Sbornaja“ ist auch die einzige Mannschaft aus dem Zwanziger-Pool, die auf den Antipoden Premiere feiert; selbst der kleine Nachbar Georgien trat schon bei den vorigen beiden Turnieren an.

          Oliver Kühn

          Redakteur in der Politik.

          Dabei war die Mannschaft schon zur ersten Auflage der WM im Jahr 1987 eingeladen, sie durfte aber aus politischen Gründen nicht teilnehmen; die Staatsführung verbot einen Flug zum Turnier nach Australien, weil auch die Mannschaft aus Südafrika dabei war, wo noch Apartheid herrschte. Die mögliche Teilnahme 1999 verdarb man sich selbst, da man im entscheidenden Qualifikationsspiel drei nicht spielberechtigte Südafrikaner einsetzte und disqualifiziert wurde.

          Dass es nun endlich geklappt hat, scheint längst überfällig, gehört Russland doch zu den stärkeren europäischen Teams, mit einer lebendigen Ligenstruktur. Vorbildlich ist die Einbindung ausländischen Knowhows, besonders aus Wales wurde Sachverstand eingeflogen und sowohl im Verband als auch im Trainerstab der Nationalmannschaft eingebunden.

          Finanziell profitiert man von der Sportbegeisterung des Milliardärs Roman Abramowitsch, aber auch von der Förderung des Internationalen Rugby-Verbandes, der seit dem Jahr 2008 über eine Million Pfund nach Moskau überwiesen hat.

          Der Verband plant für die nächsten Jahre eine Offensive und sieht die Teilnahme an der WM, die live im Fernsehen übertragen wird, dazu die Ausrichtung des Rugby-Sevens World-Cup 2013 als Chance zur Popularisierung in der russischen Gesellschaft an. Die „Bären“ haben zwar ihr erstes WM-Spiel gegen den ehemaligen Erzfeind Amerika, in der Weltrangliste eine Position besser eingestuft, 6:13 verloren, doch haben sie gezeigt, dass sie Potential haben. Die russische WM-Story im Rugby hat erst begonnen.

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