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Rugby : Der royale Raufbold

Royale Familie, schiefe Nase: Mark Tindall bringt seinen Rugby-Sport in die bunten Blätter Bild: REUTERS

Mike Tindall ist eine Säule des englischen Rugbyteams. Als Gatte der Queen-Lieblingsenkelin Zara Phillips ist er zudem der Glamourstar der WM.

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          Nichts geht über die Rose, die rote Rose, die auf dem Trikot prangt, direkt über dem Herzen. Jeder Engländer trägt sie mit Stolz, jeder Engländer zumindest, der eins mit dem Ei ist, dem ovalen Rugbyball. Wie Mike Tindall, ein kräftiger Mann aus Gloucester, dem anzusehen ist, was ihm die Rose bedeutet und auch das Ei. Der ewige Kampf hat ihn deutlich gezeichnet, nicht zuletzt im Gesicht. Aber Tindall, bisweilen sogar als Vertreter von Lewis Moody Kapitän der englischen Nationalmannschaft, scheint diese Spuren wie eine Auszeichnung zu betrachten. Er ist 32 Jahre alt, sein Debüt im Nationalteam hatte er im Jahr 2000 gegeben, er gehörte dem englischen Weltmeisterteam von 2003 an, und er ist immer noch eine Säule Englands.

          Nur Randfigur beim Ausgleichssport Fußball: Mark Tindall laboriert an einer Verletzung
          Rainer Seele

          Sportredakteur.

          Tindall zeigte das auch am vergangenen Samstag, bei der Weltmeisterschaft in Neuseeland, als die Engländer das prestigeträchtige Duell mit Schottland im Eden Park von Auckland 16:12 gewannen. Ein mühevoller Sieg, der jedoch mit dem Einzug in das Viertelfinale belohnt wurde. Nächster Gegner Englands: Frankreich (Samstag, 9.30 Uhr /live in Sport1), das Tonga zwar nun überraschend 14:19 unterlag, aber in der Gruppe A Tabellenzweiter hinter Neuseeland ist. In diesem Spiel muss Tindall aufgrund seiner Blessur aber zumindest zu Beginn von außen zuschauen.

          Stars und Trinkgelage

          Rugby hat nur wenige globale Stars hervorgebracht. Einer von ihnen war Jonah Lomu, neuseeländische Legende, ein Mann wie ein Bär, niedergestreckt aber nun wieder von einem schweren Nierenleiden. Lomu liegt in einer Klinik, die Nation bangt um ihn. Ein anderer internationaler Aufsteiger ist Jonny Wilkinson, Teamkollege von Tindall. Ein Kickspezialist, der Englands WM-Triumph von 2003 im Finale gegen Australien sicherte - und nun beweist, dass Rugbyprofis seines Schlages auch Kasse machen können: Wilkinson soll in Frankreich, beim RC Toulon, eine Million Euro im Jahr verdienen.

          Tindall aber hat Wilkinson nun klar überholt, jedenfalls die Schlagzeilen betreffend. Tindall zieht öffentliche Aufmerksamkeit auf sich wie kein anderer Rugbyspieler. Das bezieht sich keineswegs nur auf seine Heimat. Michael James Tindall, seit einigen Wochen verheiratet mit Zara Phillips, der Tochter von Prinzessin Anne und Lieblingsenkelin der Queen, ist als "royaler Raufbold" zu einem öffentlichen Ereignis geworden, weltweit. Er wird in den Medien nicht mehr nur als Sportler bewertet, Tindall ist jetzt auch ein begehrtes Objekt für die Regenbogenpresse. Er füllt die Klatschspalten wie Filmgrößen oder Popsänger, und kürzlich erst stand er im Zentrum einer delikaten Affäre während der WM.

          Es ging um ein vermeintliches Trinkgelage der Engländer in einer Bar, angeblich auch um ein despektierliches Verhalten gegenüber kleinwüchsigen Menschen, vor allem jedoch um einen Flirt des frisch vermählten Tindall mit einer blonden Dame. Genüsslich berichteten englische Zeitungen, mit Informationen versorgt von angeblichen Augenzeugen, über Details von Tindalls Ausschweifungen. Die Blondine, hieß es zum Beispiel, habe seinen Kopf an ihre Brust gezogen.

          Tindall muss vom Feld: Verletzung mit Folgen

          Die Royals waren verschnupft, kein Wunder, Reitersfrau Zara Phillips aber machte ihrem umtriebigen Gatten zumindest öffentlich keine Szene. Bei einem Besuch unlängst in Neuseeland gab sie sich vielmehr versöhnlich - als wären sie und ihr Mann nie etwas anderes gewesen als ein Herz und eine Seele. Tindall hatte allerdings schon zuvor königliches Naserümpfen ausgelöst. Das lag daran, dass er vermutlich die schiefste Nase Englands hat. Achtmal schon war sie gebrochen, Folge des hohen körperlichen Einsatzes auf dem Rugbyfeld. Just vor der Trauung hatte Prinzessin Anne den Wunsch geäußert, Tindall möge doch eine Nasenkorrektur vornehmen lassen, um ein besseres Bild auf den Hochzeitsfotos abzugeben. Tindall, ganz unbeugsam, lehnte jedoch ab; das Königshaus wird, sorry Queen und Anne, mit seiner ungewöhnlichen Erscheinung leben müssen.

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