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Federer-Pleite bei Tennis-WM : Mit dem falschen Bein aufgestanden

Auch ein Maestro hat mal schlechte Tage: Roger Federer bei seiner Auftaktniederlage bei der WM. Bild: AP

Roger Federer erwischt zum Auftakt des ATP-Finales einen ganz schlechten Arbeitstag und unterliegt Kei Nishikori. Genervt von der eigenen Vorstellung verliert der Schweizer zwischendurch sogar die Contenance.

  • -Aktualisiert am
          3 Min.

          Roger Federer hatte es eilig wie noch nie. Nur weg vom Platz und dann so schnell wie möglich raus aus der Halle. Ein Fluchtreflex nach einem überaus unangenehmen Erlebnis. Das Schweizer Tennis-Idol war in seinem ersten Gruppenspiel des ATP-Finales in der O2-Arena in London dem Japaner Kei Nishikori 6:7 (4:7) und 3:6 unterlegen. Im übertragenen Sinn nicht mehr als ein kleiner Blechschaden, der im weiteren Turnierverlauf gegen den Österreicher Dominic Thiem und den Südafrikaner Kevin Anderson schnell repariert werden kann. Aber die Art und Weise, in der Federer verloren hatte, verstörte ihn mächtig. Schneller, als es die Journalisten von der Pressetribüne schaffen konnten, hatte der beliebteste Tennisspieler der Welt den Weg vom Spielfeld auf das Podium im Medienzentrum zurückgelegt. Nishikori gab noch auf dem Court sein Siegerinterview, und der Japaner pflegt keineswegs, ausführlich zu sprechen, da wartete Federer schon auf die nach und nach eintrudelnden Journalisten.

          Peter Heß

          Sportredakteur.

          Die Fragen blieben respektvoll, Federer bewahrte Haltung und beschloss, den Vorfall herunterzuspielen. „Es war der Kampf und Krampf, wie er manchmal in der ersten Runde eben vorkommt. Da muss man durch, diesmal ist es mir eben nicht gelungen“, erklärte er. Was ihn beschäftigte – und was er nicht thematisierte – war das sportliche Niveau, auf dem er sich an diesem Abend vergeblich um den Sieg bemühte. 66 Ballwechsel gewann Nishikori während des gesamten Matches, 34 Punkte davon hatte ihm der Schweizer durch nicht erzwungene Fehler quasi geschenkt. Davon 20 im ersten Satz. Dass der Schweizer dennoch sicher den Tie-Break erreichte, in dem er seine Aufschlagspiele souverän gewann, sagt alles über die Qualität der Auseinandersetzung. Denn nicht des Schweizers Aufschläge waren unwiderstehlich, des Japaners Returns waren so schwach.

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