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Roger Federer im Gespräch : „Ich habe noch dieses Feuer“

Was haben Sie sich für die weitere Saison vorgenommen?

Zunächst war Australien eine totale Enttäuschung für mich, weil ich so schwach gespielt habe gegen Seppi. Ich habe keine Ahnung, warum es dort so blöd gelaufen ist. Danach habe ich wieder so wunderbar weitergespielt wie zuvor bei meinem Turniersieg in Brisbane. Für die Sandplatzsaison habe ich mir noch nicht viel vorgenommen. Beim ersten Turnier weiß man nie, was zu erwarten ist. Nach Monte Carlo hoffe ich, dass ich in Istanbul, Madrid und Paris richtig gut spielen kann und bei den French Open Minimum ins Halbfinale komme. Das ist in meinem Kopf drin, aber da muss ich mich nochmals mit mir auseinandersetzen. Und es ist klar, dass die Rasensaison mit Halle und Wimbledon für mich das Highlight ist. Vor allem in diesem Jahr, wenn man durch die zusätzliche Woche zwischen Paris und Halle noch mehr Priorität auf die Rasensaison setzen kann.

Sie haben von einer neuen Phase Ihrer Karriere gesprochen. Inwiefern gehören auch Veränderungen dazu, beispielsweise ob Sie für die Schweiz im Davis Cup spielen oder eben nicht?

Das Land ist immer dabei, wenn ich spiele. Die Leute denken manchmal ein bisschen eindimensional, dass nur der Davis Cup für die Schweiz zählt und sonst nichts. Ich bin ein Gegner dieses Denkens. Es war erfrischend für mich, im Davis Cup letztes Jahr dabei gewesen zu sein. Aber kann man dasselbe Turnier 15 Jahre am Stück spielen? Irgendwo im Kopf geht das nicht. Zwar ist man gefangen in einem Netz, weil man gewisse Turniere spielen muss und wegen der Ziele, die man verfolgt, auch spielen will. Aber man muss auch etwas völlig anderes machen, um Abwechslung im Leben zu haben. Ich bekomme viele Möglichkeiten, wie Schaukämpfe mit Sampras oder Dimitrow. Mir ist zwar klar, dass diese Matches nicht wie Wimbledon sind oder Basel oder US Open. Aber durch sie bleibt in mir das Feuer. Ich will nicht irgendwann das Gefühl haben, ich habe jetzt alle Turniere 15 oder 20 Mal gespielt, jetzt reicht’s, jetzt höre ich auf. Ich will, dass es aufregend bleibt.

Federer ist und bleibt eine Lichtgestalt im Tennis

Ein weiterer Höhepunkt in Ihrer Karriere dürften die Olympischen Spiele im kommenden Jahr in Rio de Janeiro werden. Treten Sie dort womöglich auch mit Martina Hingis im Mixed an?

Sie hat mich in Dubai gefragt, ob ich es mir schon überlegt habe. Ich habe Martina immer als eine Ausnahmeerscheinung bewundert. Für mich war es stets etwas Besonderes, mit ihr einen Platz zu teilen. Aber es ist schwer für mich, jetzt zu sagen, ob ich nur im Einzel spiele oder ob ich in allen drei Wettbewerben antreten soll. Mit Stan Wawrinka spiele ich genauso gerne im Doppel. Wenn man in zwei oder drei Events dabei ist, hat man sicher größere Chancen, eine Medaille zu holen für unser Land.

Als Sie vor zwei, drei Jahren angekündigt hatten, in Rio spielen zu wollen, waren viele Leute sehr skeptisch, ob Sie bis dahin durchhalten ...

Noch sind wir nicht dort!

Ja, aber wundern Sie sich nicht selbst, dass Sie seit zwei Jahrzehnten unterwegs sind ohne große Verletzungen, wie sie andere Profis plagten?

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