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Federer beim Tennis in Halle : „Das wäre wahnsinnig“

  • Aktualisiert am

Gewohntes Bild auf dem Rasen von Halle: Roger Federer Bild: dpa

Roger Federer erreicht beim Rasenturnier in Halle wieder einmal das Finale. Die Bilanz des Tennis-Topstar in Ostwestfalen liest sich eh schon beeindruckend. Nun will er noch einen Rekord aufstellen.

          Glücklich ließ sich Roger Federer für seinen 13. Final-Einzug in Halle feiern. Im Eiltempo hat sich der Publikumsliebling die Chance auf eine weitere Bestmarke in seiner außergewöhnlichen Tennis-Karriere gesichert. Der Rekordchampion entschied am Samstag das einseitige Halbfinale gegen den überforderten französischen Außenseiter Pierre-Hugues Herbert 6:3, 6:3 für sich und greift nach seinem zehnten Titel in Ostwestfalen. Noch bei keinem anderen Turnier hat Federer so oft triumphiert.

          „Ich freue mich natürlich riesig“, sagte der 37-Jährige nach seinem Erfolg in 62 Minuten: „Ich glaube, in meinen Aufschlagspielen hatte er nicht viele Chancen. Das beruhigt natürlich enorm. Herbert hat in Phasen sehr gut serviert, aber er hat ein paar holprige Aufschlagspiele gehabt. Ich habe es heute geschafft.“

          Im Endspiel am Sonntag (13.00 Uhr im ZDF) trifft der Schweizer etwas überraschend auf den Belgier David Goffin. Der ehemalige Top-Ten-Spieler beendete mit dem 7:6 (7:4), 6:3 die Erfolgsserie des italienischen Stuttgart-Siegers Matteo Berrettini. Zuvor hatte der 28-Jährige im Tiebreak des dritten Satzes die Hoffnungen von Alexander Zverev auf seine Titel-Premiere bei dem mit rund 2,2 Millionen Euro dotierten Rasenturnier zunichte gemacht. „Der Sieg muss das Ziel sein. Der zehnte Titel hier wäre wahnsinnig“, hatte der Federer schon zum Auftakt der Turnier-Woche gesagt.

          Das Halbfinale entwickelte sich von Beginn an zu seinen Gunsten. Schnell lag die einstige Nummer eins der Tennis-Welt mit 3:0 vorn, mit seinem vierten Ass sicherte sich der Baseler nach 29 Minuten Satz eins - zur Freude der meisten der rund 11.000 Zuschauer. Für den 20-fachen Grand-Slam-Champion ist das Turnier am Rande des Teutoburger Waldes quasi ein Heimspiel. „Wenn es wichtig wird, geht es bei dir so ein bisschen abwärts, also im guten Sinne wie beim Fahrrad fahren, und beim Gegner so ein bisschen aufwärts“, hatte Federer anschaulich erklärt, wie ihm die Unterstützung helfe.

          Zweimal hatte Federer mit knappen Dreisatz-Matches in den Runden zuvor die Nerven seiner Fans und auch der Veranstalter strapaziert. Im ersten Duell mit dem Weltranglisten-43. Herbert ließ er auch im zweiten Satz nicht lange Spannung aufkommen. Seine Aufschlagspiele gewann der Schweizer ungefährdet, eine unerreichbare Vorhand garantierte ihm das Break zum 4:3, gleich seinen ersten Matchball nutzte er.

          Nur drei seiner bisherigen 12 Endspiele in Halle hat Federer verloren, gegen den kommenden Kontrahenten Goffin gewann er sieben der bisherigen acht Duelle. Vieles spricht nun dafür, dass die Halle-Identifikationsfigur am Sonntag den Jubiläums-Titel - anders noch als im Vorjahr - perfekt macht. „Es ist immer etwas Besonderes, gegen Roger zu spielen. Man versucht, sein bestes Tennis zu spielen und alles zu riskieren“, sagte Goffin.

          Görges im Endspiel – Kerber verliert Halbfinale

          Wimbledon-Halbfinalistin Julia Görges hat sich nach ihrem Erstrunden-Aus bei den French Open stark zurückgemeldet. Beim Rasen-Tennisturnier in Birmingham zog die 30-Jährige aus Bad Oldesloe am Samstag mit einem 6:4, 6:3 gegen die Kroatin Petra Martic ins Endspiel ein. Eine gute Woche vor dem Wimbledon-Beginn trifft die Nummer 19 der Weltrangliste am Sonntag auf Roland-Garros-Gewinnerin Ashleigh Barty aus Australien, die sich im Halbfinale 6:4, 6:4 gegen die Tschechin Barbora Strycova durchsetzte. Görges ist bei dem mit 1,006 Millionen Euro dotierten Rasenturnier an Position acht gesetzt und tritt in Birmingham mit der Weltranglisten-Zweiten Barty gemeinsam im Doppel an.

          Angelique Kerber indes hat eine gute Woche vor Wimbledon beim Vorbereitungsturnier auf Mallorca das Finale verpasst. Gegen die Schweizerin Belinda Bendic verlor die Weltranglisten-Sechste aus Kiel 6:2, 6:7 (2:7), 4:6. In genau zwei Stunden entschied die Nummer 13 der Tennis-Welt die Partie gegen die favorisierte Kerber für sich. Im Finale trifft Bencic am Sonntag auf die Amerikanerin Sofia Kenin. Kerber tritt bei dem Rasenklassiker in Wimbledon als Titelverteidigerin an. (dpa)

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