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Rio und Tokio : Olympia-Vergaben unter Verdacht

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Das Olympia-Stadion in Rio de Janerio soll im August Ort größtmöglichen Sport-Entertainment werden. Bild: AFP

Die französische Staatsanwaltschaft untersucht mögliche Straftaten bei den Vergaben der Olympischen Spiele an Rio de Janeiro und Tokio. Im Zentrum der Ermittlungen steht der frühere Präsident des Internationalen Leichtathletik-Verbandes.

          Französische Staatsanwälte untersuchen mögliche Straftaten bei den Vergaben der Olympischen Sommerspiele an Rio de Janeiro und an Tokio. Das berichtet der Londoner „Guardian“. Demnach gehen die Strafverfolger im Zuge des Ermittlungsverfahrens gegen Lamine Diack, den früheren Präsidenten und heutigen Ehrenpräsidenten des Internationalen Leichtathletik-Verbandes (IAAF), dessen Sohn und weitere Berater auch dem Verdacht nach, dass es bei den Vergaben durch die Mitglieder des Internationalen Olympischen Komitees im Jahr 2009 (an Rio 2016) und 2013 (an Tokio 2020) kriminell zugegangen sein könnte.

          Einen Hinweis hatte bereits der Bericht der Kommission geliefert, die die Welt-Anti-Doping-Agentur eingesetzt hatte, um Hinweisen auf Doping-Vertuschung und Korruption insbesondere in der russischen Leichtathletik nachzugehen. Die Kommission unter Vorsitz des IOC-Mitglieds Richard Pound hatte in ihrem zweiten, im Januar dieses Jahres vorgestellten Bericht in einer Fußnote festgehalten, Diack habe bei der Vergabe der Spiele 2020 von Istanbul auf Tokio umgeschwenkt, nachdem ein japanischer Sponsor einen Vertrag mit der IAAF abgeschlossen hatte.

          Zudem hatte der „Guardian“ im Januar berichtet, Diacks Sohn Papa Massata, von den französischen Ermittlern mit internationalem Haftbefehl gesucht, habe schon 2008 Vorkehrungen getroffen, „Pakete“ nicht näher definierten Inhalts an sechs IOC-Mitglieder zu senden, offenbar unter Einbeziehung seines Vaters und eines qatarischen Geschäftsmanns. Zu jener Zeit hatte Doha, die qatarische Hauptstadt, eine Bewerbung für die Spiele 2016 aufgesetzt. Sie scheiterte bereits im Vorverfahren.

          Das IOC hatte Diack Senior die Ehrenmitgliedschaft entzogen, nachdem die Korruptionsvorwürfe dargelegt worden waren. Nach Darstellung des „Guardian“ deutet sich an, dass die Ermittlungen mit IAAF-Bezug, bei denen auch die Vergaben der Weltmeisterschaften 2017, 2019 und 2021 eine Rolle spielen dürften, fortgeführt und zugleich um einen ausgelagerten Ermittlungsstrang ergänzt werden. Man stehe mit den Ermittlern seit Beginn der Untersuchung in „engem Kontakt“ und habe den Antrag gestellt, als Partei zu dem Verfahren zugelassen zu werden, sagte ein IOC-Sprecher.

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