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Ringer-WM : Der neue, alte Stäbler

  • -Aktualisiert am

Blickrichtung Tokio: Frank Stäbler will über die WM in Kasachstan zu den Olympischen Spielen. Bild: Picture-Alliance

Deutschland bester Ringer will noch einmal zu Olympia. Erste Station auf dem Weg nach Tokio: Die WM in Kasachstan. Dafür muss Frank Stäbler hungern. Und hungern. Und hungern.

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          15 Jahre ist das Handtuch alt. Etwas mehr als 300 Tage muss es noch überstehen. Dann hat es ausgedient als Symbol für eine ganz besondere Verbindung. Andreas Stäbler hat das einst flauschige, mittlerweile etwas ausgefranste Textil seinem Athleten einst geschenkt, als er ihn 2004 als Trainer unter seine Fittiche nahm. Fast 1000 Ringkämpfe hat Frank Stäbler, wie sein Trainer aus Musberg stammend, aber nicht verwandt oder verschwägert, seither bestritten. Bei drei Weltmeistertiteln fächelte das Handtuch jeweils frische Luft zu, trocknete vor dem Kampf ordnungsgemäß verschwitzte Schultern ab. Und es diente als Glücksbringer. Noch ist dieses Handtuch dabei, wenn das Sportler-Trainer-Gespann das letzte Abenteuer angeht. Am 5. August 2020 will der 30 Jahre alte Frank Stäbler ein letztes Mal auf die Matte gehen, wenn in Tokio bei den Olympischen Spielen die Medaillen im griechisch-römischen Stil vergeben werden.

          In diesen Tagen fächelt der Trainer in der kasachischen Hauptstadt Nur-Sultan dem dreifachen Weltmeister Luft zu. Bei der Weltmeisterschaft werden in jeder Gewichtsklasse die ersten sechs Tickets für die Olympischen Spiele vergeben. „Eine große Reise neigt sich dem Abschluss zu“, sagt der 51 Jahre alte Trainer Stäbler, der ein eigenes Unternehmen führt und eigentlich gar keine Zeit mehr für sein Hobby hat. Aber vor einigen Jahren haben sich der Ringer und sein Heimtrainer geschworen, dass sie den Weg bis zum Ende zusammen gehen, der 2004 im Ringerraum im schwäbischen Musberg begonnen hat.

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