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Ringer-EM : Aus dem Hühnerstall ins Finale

  • Aktualisiert am

Gewohnte Siegerpose: Frank Stäbler. Bild: dpa

Frank Stäbler demonstriert bei der Em der Ringer in Rom seine Ausnahmeklasse. Er erreicht nach drei famosen Auftritten das Finale um Gold. Dabei liegt sein Fokus in diesem Jahr woanders.

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          Ringer-Ass Frank Stäbler ist mit einem Medaillenerfolg in sein letztes Wettkampfjahr gestartet und kämpft bei der Europameisterschaft in Rom um den Titel. Der 30-Jährige zeigte am Dienstag einen famosen Wettkampf mit drei überlegenen Siegen und erreichte souverän das Finale der Gewichtsklasse bis 72 Kilogramm. „Mega! Mega! Oberhammer“, jubelte der dreimalige Weltmeister aus Musberg in der Nähe von Stuttgart. Vor dem Finale gegen den Georgier Iuri Lomadze am Mittwochabend versprach er: „Ich werde nochmal alles reinwerfen, dann geht es in den Urlaub.“

          Am ersten Tag seiner letzten EM überragte Stäbler: Im Achtel- und Viertelfinale ließ er den Gegnern jeweils mit 8:0 keine Chance, beide Duelle endeten vorzeitig. Im Halbfinale lag er zur Hälfte des Kampfes gegen Adam Kurak 0:1 zurück, drehte dann aber auf. Nachdem er den Russen dreimal auf die Matte geworfen hatte, war das Duell vorbei. „Das war eine Demontage“, urteilte Stäbler nach dem 11:1.

          Der Familienvater sicherte sich damit seine achte internationale Medaille: Neben den drei WM-Titeln (2015, 2017, 2018) wurde er auch schon einmal Europameister (2012), zweimal WM-Dritter (2013, 2019) und gewann eine EM-Bronzemedaille 2015.

          Dabei sind die Europameisterschaften für Stäbler eigentlich nur Teil des Aufbaus für Olympia, seinem letzten internationalen Großevent. Anders als im August in Tokio tritt der Baden-Württemberger in Rom in der nichtolympischen Gewichtsklasse bis 72 Kilogramm an, die näher an seinem Normalgewicht von 75 Kilogramm liegt. Für die Sommerspiele muss sich Stäbler dann aber auf 67 Kilogramm runterhungern - diese extreme Tortur samt intensiver Diät und fast komplettem Nahrungs- und Wasserentzug kurz vor den Kämpfen will er nur einmal durchmachen.

          Teamkollege Jello Krahmer gewann am Dienstag Bronze im Schwergewicht. Der 24 Jahre alte Sportler aus Schorndorf in Baden-Württemberg schlug im kleinen Finale den Finnen Arvi Savolainen in einem knappen Kampf und feierte den größten Sieg seiner bisherigen Karriere. Auch Hannes Wagner kann am Mittwoch noch Bronze holen. Der 24-Jährige aus Lichtenfels verlor sein 82-Kilogramm-Halbfinale gegen den Bulgaren Daniel Alexandrow.

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