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Verband gegen Vereine : Zähes Ringen auch hinter den Kulissen

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Nun hat das DRB-Präsidium das dritte Finale mit der Begründung abgesagt, dass drei der vier Halbfinalteilnehmer eine Garantie auf eine Teilnahme mit dem bestmöglichen und entsprechend teuren Team nicht zugesichert hätten. Es steht deshalb in den Sternen, ob und wie der deutsche Meister nun ermittelt wird. (Anmerkung der Redaktion: Die beiden Finalkämpfe sind inzwischen gesichert. Der DRB genehmigte den beiden Vereinen, nach klassischem Reglement in Hin- und Rückkampf den Meister zu ermitteln. Das teilte der SV Germania Weingarten mit.) Die DRL-Klubs unterstellen dem Verband, dass er einen Vorwand gesucht habe, um das Finale absagen zu können, da der DRB mit der Organisation und vor allem mit der Finanzierung des Ereignisses überfordert gewesen sei. „Der DRB legt in vielen Dingen eine Willkür an den Tag, die dem Sport schadet“, sagt Markus Scheu, Klubchef des ASV Nendingen und Geschäftsführer der DRL.

Tatsächlich wirken manche Entscheidungen des Verbands von persönlichen Verletzungen getrieben. So wurde Germania Weingarten in dieser Saison kategorisch untersagt, seine Endrundenkämpfe in einem Zirkuszelt auszutragen, das in den vergangenen beiden Jahren für eine grandiose Atmosphäre gesorgt hatte. „Der DRB hat bemängelt, dass die Zuschauer auf dem Weg ins Zelt nasse Füße bekommen haben“, sagt Oberacker. „In Wahrheit fürchte ich eher, dass das Verbot eine Reaktion darauf war, dass ich DRB-Präsident Manfred Werner im vergangenen Jahr nicht persönlich begrüßt hatte vor dem Finale.“ Werner war zur Pause erbost abgereist.

Geplante Profiliga wird mit harten Sanktionen bekämpft

Zuletzt lehnte der Verband Einladungen der DRL mit der Begründung ab, dass es keine Gesprächsgrundlage gebe. Das Konzept der DRL-Macher, das sich sehr stark an der Grundlagenvereinbarung zwischen dem Deutschen Fußball-Bund und der Deutschen Fußball Liga orientiert, widerspreche grundsätzlich den Vorgaben, die der DRB unter dem Dach des Deutschen Olympischen Sportbunds für Förderung mit öffentlichen Mitteln zu befolgen habe. Die Bestrebungen der abtrünnigen Klubs bekämpft der DRB nun mit harten Drohungen: Kurzerhand hat der Verband seine Strafordnung massiv verschärft, um die Klubs statt wie bisher mit Strafgeldern in Höhe von 2500 Euro zehnmal so hart sanktionieren zu können, Athleten drohen vierjährige Sperren für nationale und internationale Meisterschaften, falls sie in der DRL auf die Matte gehen sollten.

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Viele Klubs haben deshalb entgegen ursprünglicher Aussagen für die DRB-Liga gemeldet. Die besten deutschen Ringer stehen derweil vor einer schwierigen Entscheidung: Denis Kudla, Starter bei den Olympischen Spielen von Rio, soll bei seinem Heimatklub VfK Schifferstadt Bereitschaft zum Start in der neuen Liga bekundet haben. Auf ihn und auch auf Weltmeister Frank Stäbler könnte der DRB nur schwer verzichten, weil in Zukunft die Medaillenperspektive die Höhe der staatlichen Finanzierung entscheidend beeinflusst. Der für Weingarten auch am Wochenende siegreiche Stäbler hofft indes noch immer auf eine Einigung: „Als Sportler wünsche ich mir sehr, dass sich die Parteien einigen im Sinne des Ringens.“

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