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Ricky Simms im Interview : „Mo muss wie Bolt werden“

  • Aktualisiert am

Farahs „Mobot“-Geste: Produkt einer Fernseh-Show Bild: dpa

Ricky Simms machte den Jungen, der bis nach Mitternacht auf der Konsole daddelte, zum Olympiasieger. Jetzt ist Mo Farah „der beste Langstreckenläufer der Welt“, sagt Simms. Doch das reicht nicht.

          5 Min.

          Ist Mo Farah auf dem Weg, der Usain Bolt des Langlaufs zu werden?

          Mo ist momentan der beste Langstreckenläufer der Welt. Um seinen weltweiten Bekanntheitsgrad weiter zu steigern, muss er weiter ein Sieger bleiben. So wie Bolt seit sechs Jahren mehr oder weniger ungeschlagen ist.

          Was haben Farah und Usain Bolt gemeinsam?

          Beide haben einen unglaublichen Siegeswillen und die Fähigkeit sehr hart dafür zu arbeiten und ihre Körper im Training zu schinden. Beide haben einen ähnlichen Humor und lieben es unter Menschen zu sein, mit Menschen zu reden und Menschen zum Lachen zu bringen.

          Wie sind Sie mit vor fünfzehn Jahren mit Mo Farah zusammen gekommen?

          Er war ein sechzehn und jobbte in einem Sportgeschäft auf der anderen Straßenseite von unserem Büro. Er kam dauernd vorbei und wollte wissen, was los ist – wie ein Junge in dem Alter. Wir haben ihn ein bisschen adoptiert.
           
          War er Sportler?

          Er lief, er war ganz gut auf europäischer Ebene. Aber er ging auch gern aus. Ich sagte: Du musst ernst machen. Als er in das Haus zog, in dem wir kenianischen Läufer untergebracht hatten und anfing, mit ihnen zu laufen, sah er, dass es für sie nur essen, schlafen und laufen gab. Sie gingen um neun ins Bett und liefen um sechs Uhr morgens. Er ging nach Mitternacht ins Bett, spielte ein bisschen Videospiele und stand gegen elf auf.

          Sie haben ihn nach Kenia gebracht…

          Wir haben ein Camp in Kaptagat im Rift Valley. Mo hat sich dort mit Micah Kogo angefreundet, der den Weltrekord über 10 Kilometer hielt, und mit Benjamin Limo, dem Weltmeister über 5000 Meter von Helsinki 2005. Er änderte seine ganze Haltung. Bei der Weltmeisterschaft in Osaka 2007 wurde er Sechster. Bei den Olympischen Spielen im Jahr drauf in Peking wollte er ins Finale, das war sein großes Ziel. Er sagte: Ich muss etwas anders machen. Von da an ging es auseinander mit seinem Trainer. 2010 gewann er in Barcelona die Europameisterschaft über 5000 und 10000 Meter und lief in Zürich britischen Rekord, 12:57.

          Sie haben ihn trainiert?

          Nein. 2010 trainierte er in Kenia, und weil ich eine Reihe Kenianer trainiere, lief er mit ihnen. Er hat sich praktisch selbst trainiert. Ich habe ihm geholfen, sein alter Trainer hat ihm auch geholfen. Mo hat viel umgestellt, und er rief von der Bahn aus an und sagte: Ich habe gerade vier Mal 800 Meter gemacht in der und der Zeit. Wie soll ich die nächsten vier Mal 800 angehen? Er brauchte einen Trainer, der weniger reist als ich, einen, der bei ihm ist. Viele hätten ihn für die Bahn trainieren können. Aber Alberto Salazar ist der, den er brauchte, um zum Marathon wechselte.

          Das war von Anfang an das Ziel: der Marathon?

          Ja, dort sollte er schließlich hin.

          Wegen des vielen Geldes?

          Nein, das war eine sportliche Entscheidung. Die natürliche sportliche Entwicklung führt mit dem Alter zum Marathon.

          Ist das der eine Pol der Laufwelt?

          Der andere ist der Sprint. Die hundert Meter und der Marathon, das sind die großen Disziplinen des Laufens.

          Mo Farah und Usain Bolt haben ihren Laufstil verändert. Stecken Sie dahinter?

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