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Totilas’ Verletzung : Arjen Robben mit vier Beinen

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„Es kann Wochen oder Monate dauern oder auch sehr langwierig sein“: Totilas droht das Karriereende. Bild: AFP

Für Totilas rückt die Rente näher. Die Untersuchung ergibt, dass der 15 Jahre alte Hengst an einem Knochenödem leidet. Auch bei Fußballern ist diese Verletzung ein weit verbreitetes Phänomen – mit schwer wiegenden Folgen.

          Für Totilas rückt die Rente näher. „Vielleicht müssen wir ihm seine ruhigen alten Tage gönnen“, sagte Sjef Janssen, der niederländische Trainer des Totilas-Reiters Matthias Rath, seinem heimatlichen Fernsehsender NOS. Eine Untersuchung des linken Hinterbeines in einer Klinik in Belgien brachte eine Verletzung ans Licht, die theoretisch zwar ausheilen, aber unter Belastung wieder auftreten kann.

          Evi Simeoni

          Sportredakteurin.

          Der 15 Jahre alte Hengst Totilas leidet an einem Knochenödem am Kronbein der linken Hinterhand - einem schmerzhaften Problem im Innern des Knochens gleich oberhalb des Hufes, das am Donnerstag in der Aachener Arena vor großem Publikum sichtbar geworden war.

          Totilas war von den Europameisterschafen zurückgezogen und in die Tierklinik gebracht worden. „Ich kenne kein Pferd, das kein Problem hat“, hatte zu jenem Zeitpunkt Klaus Röser noch abgewiegelt, der als Vorsitzender des Dressur-Ausschusses im Deutschen Olympiadekomitee für Reiterei die oberste Verantwortung für den Championats-Einsatz des Pferdes trug.

          Ein Knochenödem ist eine gravierende Verletzung, die dringend Ruhe erfordert. Mögliche Ursachen können Überlastung, aber auch ein akuter Schlag sein. „Es kann Wochen oder Monate dauern oder auch sehr langwierig sein“, sagte Marc Koene, Teilhaber einer großen Klinik in Lüsche und Mannschaftstierarzt der deutschen Dressurreiter. In der menschlichen Sportmedizin sind Knochenödeme ein weit verbreitetes Phänomen, besonders im Fußball, wo etwa der holländische Bayern-Star Arjen Robben schon darunter litt.

          Janssen gab zu, dass bei Totilas – dessen spektakuläre Bewegungen möglicherweise zu erhöhtem Verschleiß geführt haben – immer wieder ähnliche Probleme aufgetaucht sind. „Er hat ständig solche Robben-Verletzungen“, sagte Janssen. „Eine Verletzung nach der anderen. Wir haben ihn zwar wieder in Gang bekommen. Aber davon wird man total verrückt.“

          Weil die Flüssigkeitsansammlung im Inneren des Knochens nicht erfühlbar ist oder durch Röntgen erkennbar gemacht werden kann, braucht es für den Nachweis die Magnet-Resonanz-Tomographie (MRT), die es für Pferde erst seit zehn Jahren gibt. Darum sind die veterinärmedizinischen Erfahrungen mit dem Phänomen noch gering.

          Klar aber ist nach Auskunft von Koene: „Unter Belastung kann es zum Rezidiv kommen.“ Der Tierarzt wollte zwar die Frage nicht beantworten, ob der Versuch noch sinnvoll wäre, Totilas im Sport zu halten. „Das ist Sache der Besitzer.“ Aber das Pferd habe mit 15 „ein gewisses Alter erreicht. Und er hat viel getan für den Dressursport.“

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