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Internationales Reitturnier : Eliteschau im Biebricher Schlosspark

  • -Aktualisiert am

Traumhafte Kulisse: 2011 ging Matthias Rath mit Totilas an den Start Bild: dpa

Erstmals ist beim Pfingstturnier in Wiesbaden der gesamte deutsche A-Kader der Springreiter am Start. Auch der Überraschungssieger des Hamburger-Springderbys tritt an – und verspricht besondere Spannung.

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          „Das genießen wir jetzt mal“, sagte Bundestrainer Otto Becker mit Blick auf das Pfingstwochenende, das er im Wiesbadener Schlosspark verbringen wird. Dabei dachte er nicht nur an die traumhafte Kulisse vor dem Biebricher Schloss und die baumbestandenen Rasenflächen: Zur 79. Auflage des Internationalen Pfingstreitturniers, von diesem Freitag an bis zum Pfingstmontag, wird der Cheftrainer den gesamten deutschen A-Kader im Springreiten mitbringen.

          Die besten acht Reiter der Republik auf einem Turnier am Start zu haben – das ist selbst für einen Bundestrainer ein eher seltenes Vergnügen. In einem Jahr mit der Europameisterschaft im eigenen Land, die im August in Aachen stattfindet, ist das eine gute Gelegenheit, eine erste, wenn auch inoffizielle Sichtung vorzunehmen. Inzwischen hat auch der viermalige Olympiasieger Ludger Beerbaum zugesagt. Der dreimalige Sieger des Großen Preises von Wiesbaden hatte in den zurückliegenden Jahren, wie viele seiner Kollegen aus der deutschen Spitzenklasse, beim Traditionsturnier in der Landeshauptstadt gefehlt.

          Besondere Spannung – und Sympathie

          Grund war die Teilnahme der deutschen Equipe beim fast immer gleichzeitig stattfindenden Nationenpreis in Rom. Manche, wie etwa der ehemalige Beerbaum-Angestellte Marco Kutscher, waren in den Vorjahren direkt nach dem Ritt in Rom in den Flieger nach Frankfurt gestiegen. In Wiesbaden hatten die Pfleger weitere Pferde zur gleichen Zeit fit gehalten und es damit ermöglicht, dass der Reiter montags doch noch beim Großen Preis am Start sein konnte.

          So viel Stress ist in diesem Jahr nicht nötig. Die Deutschen, unter ihnen Vorjahressieger Toni Hassmann sowie Marcus Ehning, Christian Ahlmann, Daniel Deußer, Hans-Dieter Dreher und Meredith Michaels-Beerbaum, treffen in Wiesbaden auf internationale Konkurrenz aus allen fünf Kontinenten. Auch für die Amerikanerin Lauren Hough, die für Portugal startende Brasilianerin Luciana Diniz oder den Niederländer Marc Houtzacker, der 2012 mit der Mannschaft in London Olympisches Silber gewann, ist das auf 100.000 Euro aufgestockte Preisgeld im Großen Preis am Pfingstmontag eine zusätzliche Motivation.

          Für besondere Spannung und Sympathie wird auch der Überraschungssieger des traditionsreichen Hamburger-Springderbys sorgen: Christian Glienewinkel, der Altenpfleger aus Celle, hatte am vergangenen Wochenende die ganze Elite hinter sich gelassen und mit seinem Pferd Aircare den einzigen Nullfehler-Ritt erzielt. Somit war der Amateur Sieger 2015 des als besonders schwer und speziell geltenden Derbys. Da sowohl in Hamburg als auch beim Großen Preis von Wiesbaden Punkte in der Riders Tour gesammelt werden können, hat Glienewinkel spontan für die hessische Landeshauptstadt nachgemeldet. Mit der Riders Tour hat das Pfingstturnier auch in diesem Jahr eine Etappe der wichtigsten deutschen Springsport-Serie zu Gast.

          Spontan nachgemeldet: Christian Glienewinkel möchte auch in Wiesbaden für eine Überraschung sorgen
          Spontan nachgemeldet: Christian Glienewinkel möchte auch in Wiesbaden für eine Überraschung sorgen : Bild: dpa

          Während der Bundestrainer besten Springsport genießt, wird auch im Dressurviereck Spitzensport geboten. Ebenfalls Höchstschwierigkeiten werden in der spektakulären Flutlichtkür am Sonntagabend und dem Grand Prix Special am Montagmittag zu sehen sein. Zudem werden sich auch die Jungen Reiter und Junioren spannende Wettbewerbe liefern, da das Wiesbadener Turnier als Sichtung für deren Europameisterschaften Anfang Juli gilt.

          Im internationalen Starterfeld sind unter anderen die beiden aktuellen deutschen Mannschaftsweltmeister Isabell Werth und Fabienne Lütkemeier sowie die Australierin Hayley Beresford und Nathalie zu Sayn-Wittgenstein am Start. Werth wird mit El Santo und ihrem Riesentalent, und das ist in jedem Sinne wörtlich zu nehmen, Laurenti an den Start gehen. Der 1,85 Meter große Riese mit dem Hasenherz wird der fünfmaligen Olympiasiegerin sicher wieder alles abverlangen.

          Nichts für Pferde mit schwachen Nerven

          Denn die Hundertschaften an dressurbegeisterten Zuschauern, die sich in den Vorjahren dicht um den Abreiteplatz drängten, sind nichts für Pferde mit schwachen Nerven wie Laurenti. Doch hier hat der veranstaltende Wiesbadener Reit- und Fahrclub für Abhilfe gesorgt: Ein zweiter Abreiteplatz soll nun dabei helfen, die Zuschauermengen besser zu verteilen und damit auch bessere Trainingsbedingungen zu schaffen. Die empfindlichen Dressurpferde und ihre gelegentlich auch recht empfindlichen Reiter werden begeistert sein.

          Bei den Vielseitigkeitsreitern, deren Wettbewerbe an diesem Freitag mit Dressur und Springen beginnen, wird auch der Olympiasieger, Welt- und Europameister Michael Jung durch den Schlosspark galoppieren, unter anderen verfolgt von seinen Mannschaftskollegen Andreas Dibowski, Ingrid Klimke, Julia Mestern, Peter Thomsen und Kai Rüder.

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