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Reinhold Messner im Interview : „Populismus fährt die Welt an die Wand“

Auf dem Gipfel: Extrembergsteiger Reinhold Messner macht sich Gedanken um die Welt. Bild: dapd

Reinhold Messner weiß, warum der Klimawandel nur aufzuhalten wäre, wenn Greta Thunberg Ministerpräsidentin würde, wie Grenzerfahrungen Sucht auslösen und weshalb olympisches Klettern lächerlich ist.

          8 Min.

          Herr Messner, die Welt blickt voller Sorge auf das Coronavirus und den Klimawandel. Was bereitet Ihnen persönlich mehr Angst?

          Michael Wittershagen

          Zuständig für den Sport in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Angst kommt bei mir in diesem Zusammenhang nicht vor, auf beides blicke ich ganz rational. Das Virus ist Teil der Natur, und wir empfinden es als schrecklich. In Wirklichkeit ist dieses Virus weder böse noch gut, es ist nur da und hat genetisch die Information, dass es sich verbreiten muss. Es ist so winzig klein, dass man es mit bloßem Auge nicht sehen kann, und es ist trotzdem in der Lage, die Welt in Schach zu halten – die Menschenwelt. Wir müssen akzeptieren, dass wir nicht die Krone der Schöpfung sind. Wir Menschen sind nur geduldet auf der Erde, und wir sind eines der schwächsten Glieder, obwohl wir mit der Wissenschaft, der Technologie, der Medizin und der Pharmazie einen Status erreicht haben, der uns in den Glauben versetzt, unendlich zu sein. Als ob selbst der Tod aufzuhalten wäre – alles Humbug! Es wird uns nicht gelingen, uns über die Natur zu erheben.

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