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Darts-WM : Raymond van Barneveld ist zu spät abgetreten

Das war’s: Raymond van Barneveld verlässt die Bühne des Profi-Darts. Bild: dpa

Raymond van Barneveld, der fünffache Weltmeister, schämt sich nach seinem Erstrunden-Aus bei der WM für sein letztes „Desasterjahr“. Der Niederländer hat wie so viele Sportlegenden den richtigen Zeitpunkt für den Abgang verpasst.

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          Das letzte Spiel, der letzte Wettkampf von großen Sportlern ist nur selten von einem Erfolg gekrönt: Die besten Mannschaftssportler haben vielleicht das Glück, dass sie – von den Teamkameraden unterstützt – zu einem letzten großen Erfolg getragen werden. Individualsportler aber stehen alleine im Scheinwerferlicht, wenn es ans Karriereende geht. Tennisspieler hören auf, wenn die Siegesserien nicht mehr fortzusetzen sind. Leichtathleten hoffen meist vergeblich auf das eine letzte Rennen, den einen letzten Wettkampf, bei dem sie dann doch nicht überholt oder übertroffen werden. Box-Weltmeister treten oft ab, wenn sie niedergeschlagen werden.

          Daniel Meuren

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Raymond van Barneveld landete, um in der Sprache des Boxens zu bleiben, auf den Brettern bei seinem letzten Spiel als Darts-Profi. Nach der 1:3-Niederlage gegen den amerikanischen Underdog Darin Young verließ der 52 Jahre alte Niederländer die Bühne des Londoner Alexandra Palace am Ende nach der fairen Gratulation an den Gegner nur noch mit einem kurzen, angedeuteten Winken. Zu mehr reichte die Energie von „Barney“, wie er von den Heerscharen seiner Fans aus seinem Heimatland, der sogenannten „Barney Army“, genannt wird, nicht mehr. Der Abgang war voller Trostlosigkeit. Mal wieder hat ein Großer einer Sportart den Zeitpunkt für den würdevollen Abgang verpasst.

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