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Sportler und Proteste : Die Aussagen eines Quarterbacks erzürnen Trump

  • -Aktualisiert am

Donald Trump (Bild) kontert die Aussagen von Quarterback Brew Drees. Bild: AFP

Mit Drew Brees widerspricht erstmals ein prominenter weißer Football-Profi Donald Trumps rechtspopulistischer Taktik. Der Präsident nimmt dem Spieler, der sich erst anders äußerte, die Kehrtwende übel.

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          Es ist ein Kampf um die Deutungshoheit einer Protestaktion, die der Quarterback Colin Kaepernick 2016 initiiert hatte. Sein stummer Kniefall vor dem Anpfiff von Football-Spielen sollte symbolisch gegen die Brutalität der amerikanischen Polizei demonstrieren. Doch wegen dieser Geste wurden er und seine Mitstreiter von Donald Trump zu vaterlandslosen Typen abgestempelt. Sie seien während der Hymnenzeremonie dem Sternenbanner den notwendigen Respekt schuldig geblieben. Die Einmischung des Präsidenten in die inneren Angelegenheiten der National Football League (NFL) hatte herbe Konsequenzen: Kaepernick wurde von der Liga geächtet und kämpft seit drei Jahren um einen Arbeitsplatz.

          Unter dem wachsenden Druck aus Spielerkreisen, die sich durch den auf Video dokumentierten Tod des Afroamerikaners George Floyd in ihrem politischen Engagement bestätigt fühlen, sah sich NFL-Commissioner Roger Goodell am Freitag zu einer selten Sympathiebekundung gezwungen. Er erklärte in einer Videobotschaft in den sozialen Medien, „dass es falsch war, nicht den Spielern zugehört zu haben und sie zu ermutigen, den Mund aufzumachen. Wir glauben, dass schwarze Leben zählen.“

          Gleichzeitig widersprach mit Quarterback Drew Brees von den New Orleans Saints zum ersten Mal ein prominenter weißer Football-Profi Trumps rechtspopulistischer Taktik. Er habe durch Gespräche mit Freunden, Mannschaftskollegen und führenden afroamerikanischen Persönlichkeiten begriffen, dass es bei diesem Thema noch nie um das Sternenbanner gegangen sei, gab Brees zu: „Wir können die Flagge nicht länger dazu benutzen, Menschen abzuweisen oder von den wichtigen Problemen abzulenken, die es im schwarzen Amerika gibt.“ Der 41-Jährige war in den Tagen zuvor heftig für eine Äußerung kritisiert worden, in der er den symbolischen Kniefall von Sportlern als „respektloses Verhalten“ bezeichnet hatte.

          Seine Kehrtwendung („Ich weiß, dass das viele Menschen verletzt hat“) wirkte ernsthaft und nachhaltig. „Ich bin Teil der Lösung“, versprach er. „Und ich bin euer Verbündeter.“ Trump hatte Brees die Kehrtwendung übelgenommen. „Ich denke, er ist wirklich einer der größten Quarterbacks, aber er hätte seine ursprüngliche Haltung über das Ehren unserer wunderschönen amerikanischen Flagge nicht zurücknehmen sollen“, twitterte Trump und fügte hinzu: „Wir sollten dabei aufrecht stehen, idealerweise salutieren oder die Hand aufs Herz legen. Es gibt andere Dinge, gegen die man protestieren kann, aber nicht gegen unsere großartige amerikanische Flagge – UND KEIN KNIEN.“

          Einen Grund, in ihren Erklärungen den Namen Colin Kaepernick zu erwähnen, sahen übrigens weder Goodell noch Brees. Der wird offensichtlich weiterhin als „Persona non grata“ betrachtet. Sein Anwalt erklärte, dass auch nach Beginn der landesweiten Demonstrationen gegen Polizeibrutalität keiner der 32 Klubs sich gemeldet habe, um die Möglichkeit eines Vertragsabschlusses zu erörtern.

          Dass der 32-Jährige fit genug ist, demonstrierte er im vergangenen Jahr bei einem von der Liga initiierten Auftritt in Atlanta. Der lief allerdings nicht so ab, wie sich die NFL das gewünscht hatte. Kaepernick weigerte sich, seinen Leistungsstand hinter verschlossenen Türen testen zu lassen, und konterkarierte den Plan, als er auf einem öffentlichen Sportplatz sein Können demonstrierte und das Video live über Youtube abspielen ließ, wo phasenweise knapp 50.000 Zuschauer zugeschaltet waren.

          Kaepernick, der seit langem soziale Einrichtungen im Kampf gegen Rassismus aus eigenen Mitteln unterstützt, findet derzeit zumindest außerhalb des Sports tatkräftige Unterstützung: So sicherte Jack Dorsey, der Chef von Twitter, einer von dem Quarterback gegründeten Organisation namens „Know Your Rights Camp“ eine Spende von drei Millionen Dollar zu. Alexis Ohanian, Ehemann der Tennisspielerin Serena Williams und Mitgründer der Internetplattform Reddit, will eine Million Dollar stiften.

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