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Radsport : Zabel Etappensieger in Bayern

  • Aktualisiert am

Zabel (r.) hat das Rad ein Stück vorn Bild: dpa

Erik Zabel sorgt wieder für sportliche Schlagzeilen. Der 36-jährige Radprofi vom Milram-Team feierte am Donnerstag einen Etappensieg bei der Bayern-Rundfahrt. Vor einer Woche hatte er gestanden, 1996 Epo genommen zu haben.

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          Eine Woche nach dem bewegenden Doping-Geständnis sorgt Erik Zabel wieder für sportliche Schlagzeilen. Der 36-jährige Radprofi vom Milram-Team feierte am Donnerstag seinen insgesamt 17. Etappensieg bei der Bayern-Rundfahrt. Auf der zweiten Teilstrecke über 187,7 Kilometer von Gundelfingen nach Eichstätt war der Weltmeisterschaftszweite im Massensprint der Schnellste und sicherte sich in 4:31:07 Stunden den Sieg vor seinem Teamkollegen Sebastian Siedler aus Buchloe und dem Australier Stuart O'Grady aus dem dänischen CSC-Rennstall.

          Bei der Siegerehrung in Eichstätt wurde Zabel von rund 8.000 begeisterten Zuschauern gefeiert. Am vergangenen Donnerstag hatte er mit seiner Beichte, 1996 das Blut-Doping-Mittel Epo genommen zu haben, für Furore gesorgt. Erst am Dienstag, einen Tag vor dem Start der 28. Bayern-Tour, hatte der Familienvater aus Unna von seinem Arbeitgeber Milram Grünes Licht für die Fortsetzung seiner Karriere bekommen. Mit seinem ersten Saisonsieg übernahm Zabel auch die Führung in der Gesamtwertung.

          „Nach und nach kommt die Erleichterung“

          „Am vergangenen Donnerstag habe ich mir nicht vorstellen können, dass für mich noch einmal die Nationalhymne erklingt“, sagte Zabel bei der Siegerehrung mit bewegter Stimme, „da war bei mir eine große Leere, aber nach und nach kommt die Erleichterung. So richtig kann ich meine Gefühle aber noch nicht einordnen.“ Insbesondere der Zuspruch der Fahrer und die positive Resonanz in der Öffentlichkeit hätten ihm Mut gemacht. Der Präsident des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR), Rudolf Scharping, gratulierte Zabel via Telefon zum Etappensieg.

          Küsschen für Zabel
          Küsschen für Zabel : Bild: dpa

          Auf der abwechslungsreichen Etappe waren die fünf Ausreißer, die sich schon nach 22 Kilometern vom Hauptfeld abgesetzt hatten und zwischenzeitlich fast neun Minuten vorne lagen, 17 Kilometer vor dem Ziel gestellt worden. Ein weiterer Ausreißversuch von Thomas Rohregger (Team Elkhaus) und Frank Schleck (CSC) kurz vor der Ankunft blieb erfolglos. Im Spurt war Zabel einmal mehr nicht zu schlagen.

          Mit Milram, T-Mobile, Gerolsteiner, CSC und Astana sind fünf Pro-Tour-Teams im Freistaat am Start. Neben Zabel wird das 117-köpfige Fahrerfeld von den deutschen Stars Andreas Klöden (Astana) und dem dreifachen Rundfahrtsieger Jens Voigt (CSC) angeführt. Nicht dabei ist der spanische Titelverteidiger José-Alberto Martinez Trinidad vom Team Agritubel. Die Rundfahrt endet am Sonntag nach insgesamt 765 Kilometern in Fürth.

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