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Abstiegskampf in der Provinz : Warum Radprofis bei zweitklassigen Rennen antreten müssen

  • -Aktualisiert am

„Böse daneben­gegangen“: Jonas Rutsch über das UCI-Konzept Bild: picture alliance / Augenklick/Ro

Der Weltverband des Radsports führt Auf- und Abstiege ein. Nun schicken die Teams ihre prominenten Profis zu vielen kleinen Wettkämpfen. Aus einem bestimmten Grund.

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          Vorige Woche bei einem ­dieser belgischen Kirmesrennen, wo sich die Topteams normalerweise nicht blicken lassen: Jonas Rutsch spannt sich vor das Feld und sorgt dafür, dass die Ausreißergruppe wieder eingeholt wird. Kurz darauf der nächste Fluchtversuch – der tempofeste Rutsch pariert auch diesen. Das Spiel wiederholt sich noch ein drittes Mal. Da wird Rutsch von einem Konkurrenten, dessen Absetzbewegung nun dreimal vereitelt worden ist, angeblafft: „Mann ey, warum fährst du nicht einfach mal mit uns in einer Fluchtgruppe mit?“

          Die knappe Antwort des Radprofis aus dem Odenwald: „Ich darf nicht.“ Nachfrage des anderen: „Wegen der Punkte?“ Rutsch: „Ja.“ Weil – und jetzt wird es etwas kompliziert – nur die zehn punktbesten Fahrer eines Teams gewertet werden. Rutsch ist in seiner Formation EF Education-Easypost intern Zwölfter. Was dazu führt, dass er zu jedem noch so kleinen Rennen auf Punktejagd entsendet wird. Aber nicht um zu siegen, sondern um „von Kilometer 0 bis 160 vorne den Windfänger zu geben“, wie Rutsch der F.A.S. schildert. Um Ausreißergruppen, in denen kein Teamkollege sitzt, wieder einzuholen.

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