https://www.faz.net/-gtl-a24hr

Rettungshubschrauber nötig : Weiterer Radprofi bei Polen-Rundfahrt verunglückt

  • Aktualisiert am

Nächster Unfall: Wie hier Fabio Jakobsen musste auch der Franzose Mickael Delage nach einem Sturz mit einem Rettungshubschrauber abtransportiert werden. Bild: Reuters

Nach dem schweren Unfall von Fabio Jakobsen ist bei der Polen-Rundfahrt der nächste Fahrer gestürzt. Der Franzose Mickael Delage muss mit einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus transportiert werden.

          2 Min.

          Nach dem schweren Sturz des niederländischen Radprofis Fabio Jakobsen bei der Polen-Rundfahrt ist ein weiterer Fahrer verunglückt. Der französische Radprofi Mickael Delage vom Team Groupama-FDJ sei nach einem Sturz mit dem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus geflogen worden, sagte ein Sprecher der Organisatoren des Rennens der Deutschen Presse-Agentur in Warschau am Freitag. „Er ist bei Bewusstsein, sein Leben ist nicht in Gefahr.“ Zum genauen Unfallhergang sei noch nichts bekannt. „Das Rad ist ihm außer Kontrolle geraten, er ist gestürzt.“

          Am Mittwoch war der Niederländer Jakobsen im Zielsprint der ersten Etappe bei hoher Geschwindigkeit in die Absperrgitter gekracht und regungslos liegen geblieben. Der 23-Jährige war von seinem Landsmann Dylan Groenewegen abgedrängt worden. Nach einer fünfstündigen Operation war Jakobsen in ein künstliches Koma versetzt worden. Mittlerweile ist er wieder bei Bewusstsein und wird nicht mehr künstlich beatmet, wie das Krankenhaus mitteilte.

          Sicherheitsdebatte entbrannt

          Jakobsens Horror-Unfall wirkt derweil im Radsport noch immer nach. In einer neuerlichen Sicherheitsdebatte wird nach Antworten gesucht. „Warum muss immer erst etwas Schlimmes passieren, bevor sich Dinge verändern, die UCI sich einschaltet und sagt: ‚Jetzt müssen wir wirklich etwas ändern.‘“, fragte der deutsche Radprofi Nikias Arndt im Gespräch mit dem Sport-Informationsdienst (Sid). Der 28-Jährige wird das deutsch-lizenzierte Team Sunweb beim Rad-Klassiker Mailand-Sanremo, der an diesem Samstag startet, als „Road-Captain“ zusammenhalten. Die fatalen Ereignisse von Kattowitz sind ihm natürlich dennoch nicht entgangen.

          Er kenne den abschüssigen Zielsprint, auf dem Jakobsen von seinem Landsmann Dylan Groenewegen (Jumbo-Visma) mit rund 80 km/h in die Barrikaden gedrängt worden war. Und er kennt das Risiko, das Teil seines Berufs ist. „Stürze gehören zum Radsport dazu. Die werden wir leider nicht wegbekommen“, sagte Arndt. Doch der Schaden lässt sich begrenzen.

          Diskussionen darüber sind nicht neu. Es ist nicht lange her, da hielt die Debatte um die Anzahl von Begleitmotorrädern nach einem tödlichen Unfall das Peloton in Atem. Nun rücken vor allem die Absperrgitter, durch die Jakobsen krachte, als Schwachpunkt im Sicherheitssystem in den Fokus.

          Die Fahrergewerkschaft CPA forderte vom Weltverband UCI die Einhaltung von Standards, auch Arndt sprach sich dafür aus, diese so hoch wie möglich anzusetzen. Zugleich nahm der 28-Jährige aber alle Beteiligten in die Pflicht: „Es ist in der Verantwortung jedes einzelnen, damit meine ich die UCI, die Veranstalter, die CPA, die Teams und die Fahrer, einen kleinen Teil dazu beizutragen, um die Anzahl und auch die Schwere der Stürze zu minimieren.“

          Ähnlich äußerte sich Julian Alaphilippe. Der Franzose startet bei Mailand-Sanremo als Titelverteidiger und ist bei Deceuninck-Quick Step Teamkollege Jakobsens. Es gehe auch um das Verhalten der Fahrer, „die Mentalität muss sich ändern. Aber auch die CPA und die Organisatoren – es gibt viel zu tun“, sagte Alaphilippe.

          Der 28-Jährige gehört zu den prominentesten Startern und ist neben den ehemaligen Siegern wie Vincenzo Nibali (2018) und Michal Kwiatkowski (2017) ein Anwärter auf einen Erfolg. Wenn Alaphilippe am Samstag um den Sieg kämpft, begleitet ihn Fabio Jakobsen in seinen Gedanken: „Fabio kämpft gerade sehr. Wir müssen für ihn kämpfen.“

          Weitere Themen

          Quintana unter Verdacht

          Doping-Ermittlungen nach Tour : Quintana unter Verdacht

          Nach der Königsetappe der Tour de France durchsucht die französische Polizei Hotelzimmer und Autos des Teams Arkea-Samsic. Die Aktion soll sich vorrangig gegen den kolumbianischen Profi Nairo Quintana gerichtet haben.

          „Super-Bayern“ gewinnen Supercup im Risikogebiet

          2:1 gegen FC Sevilla : „Super-Bayern“ gewinnen Supercup im Risikogebiet

          Der FC Bayern fügt seiner Vereinshistorie einen weiteren Pokal zu. Nach dem Triple in der vergangenen Saison holen die Münchener auch den Supercup. Gegen den FC Sevilla fiel das entscheidende Tor in der Verlängerung – durch einen schon Aussortierten.

          Topmeldungen

          Kardinal Becciu im Juni 2018

          Vatikan : Angelo Becciu gibt nach Finanzskandal Kardinalsrechte ab

          Ein riskantes Immobiliengeschäft kostet einen der mächtigsten Männer im Vatikan sein Amt: Papst Franziskus erklärt den Rücktritt von Kardinal Angelo Becciu vom Amt des Präfekten der Heiligsprechungskongregation sowie dessen Verzicht auf „die Rechte im Zusammenhang mit seinen Kardinalswürden“.
          Freude über den Ausgleich: Leon Goretzka und die Bayern jubeln.

          2:1 gegen FC Sevilla : „Super-Bayern“ gewinnen Supercup im Risikogebiet

          Der FC Bayern fügt seiner Vereinshistorie einen weiteren Pokal zu. Nach dem Triple in der vergangenen Saison holen die Münchener auch den Supercup. Gegen den FC Sevilla fiel das entscheidende Tor in der Verlängerung – durch einen schon Aussortierten.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.