https://www.faz.net/-gtl-px5x

Radsport : Ullrichs neue alte Saisonplanung

  • Aktualisiert am

Kann nicht aufs Rad: Jan Ullrich Bild: picture-alliance/ dpa/dpaweb

Wegen einer Erkältung ist der Start des T-Mobile-Stars in die neue Saison auf Anfang April verschoben worden. Den Managern des Bonner Rennstalls stehen zudem heikle Vertragsverhandlungen bevor.

          2 Min.

          Dem neuen T-Mobile-Manager Olaf Ludwig stehen im Frühjahr womöglich heikle Vertragverhandlungen bevor. Die wichtigsten Personalien lauten Erik Zabel (Unna) und Alexander Winokurow (Kasachstan). Jan Ullrich macht zur Zeit andere Sorgen. Wegen eines Rückstands im Saisonaufbau macht der T-Mobile-Kapitän aus der Not eine Tugend und plant jetzt den gleichen Einstieg wie 2003, als er nach 14monatiger Zwangspause ein erfolgreiches Comeback startete.

          „Sieben Fahrer, darunter Ullrich, Klöden, Wesemann und Sevilla, haben einen Vertrag bis 2006“, sagte Ludwig, der sich die Verantwortung als Manager bis Jahresende noch mit dem langjährigen Teamchef Walter Godefroot teilt. Nach der bei der Teampräsentation vor einem Monat in Bonn gegebenen Zusage durch den Sponsor kann Ludwig bei seinen bevorstehenden Verhandlungen eine maximale Vertragsdauer bis 2008 anbieten. „Mit Erik werden wir nach den Frühjahrs-Klassikern sprechen. Natürlich sind wir weiter an ihm interessiert“, sagte Ludwig.

          Nicht den gleichen Fehler wie 2004 machen

          Für Jan Ullrich muß der ursprünglich ins Auge gefaßte Start bei der Murcia-Rundfahrt in Spanien vom 3. März an verschoben werden. „Ab 5. April die Sarthe-Rundfahrt, dann Aragon - genau wie vor zwei Jahren“, nannte sein Betreuer Rudy Pevenage die neue Planung. Tour-Rekordsieger Lance Armstrong plant seinen Auftakt 2005 wie angekündigt am 6. März beim ersten ProTour-Rennen Paris- Nizza

          In der Ruhe liegt die Kraft: Erik Zabel
          In der Ruhe liegt die Kraft: Erik Zabel : Bild: picture-alliance/ dpa/dpaweb

          Eine hartnäckige Erkältung Anfang Februar, die Ullrich in seinem Trainingslager in der Toskana zu einer einwöchigen Pause zwang, und Wetterkapriolen warfen den 31jährigen abermals zurück. „Wir wollten nicht den gleichen Fehler wie 2004 machen. Lieber in Ruhe aufbauen und dann anfangen“, sagte Pevenage, der mit dem Wahlschweizer in der kommenden Woche für drei Wochen in die Toskana zurückkehren wird. Zwischenzeitlich hatte Winterwetter Ullrich zur Rückkehr an seinen Wohnort nach Scherzigen gezwungen.

          Bei der Deutschland-Tour ist Ullrich dabei

          Trotz des Rückschlags herrscht im T-Mobile-Führungsstab offenbar noch keine Alarmstimmung. „Sicher ist das nicht das Optimum, aber wir schreien jetzt nicht: Auweia. Das Wetter und seine Krankheit führten zu dieser Situation, die ja weder für uns noch für Jan neu ist“, sagte Ludwig. „Die Tests vor seiner Krankheit waren besser als sonst zu diesem Zeitpunkt und Jan ist motiviert für die Saison - das ist die Hauptsache“, meinte Pevenage, der Ullrichs ersten Deutschland-Start 2005 für den 1. Mai in Frankfurt plant.

          Eine Teilnahme bei Rund um Köln am 28. März, wo Ullrich vor zwei Jahren durch einen Überraschungs-Sieg viel Selbstvertrauen tankte, ist in diesem Jahr nicht möglich. Obwohl eine diesbezügliche Planung noch nicht existiert, machte Pevenage den Veranstaltern der Deutschland-Tour (15. bis 23. August) Hoffnungen auf einen Start Ullrichs bei dem zweiten deutschen ProTour-Rennen nach den HEW- Cyclassics am 31. Juli in Hamburg.

          „Außer Verletzung oder Krankheit gebe es keinen Grund, daß er bei der Deutschland-Tour nicht führe“, sagte Pevenage, der den Merdinger am Sonntag in die Toskana begleiten wird.

          Weitere Themen

          Löw tritt nach EM „voller Stolz“ ab

          15 Jahre Bundestrainer : Löw tritt nach EM „voller Stolz“ ab

          Nach 15 Jahren als Bundestrainer der deutschen Fußball-Nationalelf wird Joachim Löw seinen Posten abgeben. Die Nachricht kommt überraschend. Löw bat um eine vorzeitige Auflösung seines Vertrags nach der EM.

          Topmeldungen

          Feuerwehr im Einsatz

          EUGH-Urteil : Rufbereitschaft kann Arbeitszeit sein

          Wenn ein Feuerwehrmann zu Hause sitzt und sich für den Einsatz bereit halten muss – arbeitet er oder ruht er? Darüber hat nun der Europäische Gerichtshof entschieden.
          Seite an Seite: Wissenschaftler Christian Drosten und Politiker Jens Spahn bei einer Pressekonferenz im vergangenen Jahr

          Experten in der Pandemie : Wenn Wissenschaft zu Ideologie wird

          In der Corona-Krise verschmilzt die Figur des Experten mit der des Aktivisten. So entsteht der Eindruck, in Forschungsbefunden liege der Schlüssel zu politischem Handeln. Für die Demokratie ist das gefährlich. Ein Gastbeitrag.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.