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Radsport : Team Gerolsteiner 2007: Wenig Stars, viel Jugend

  • Aktualisiert am

Jugend radelt für Gerolsteiner Bild: AP

Die Messlatte liegt hoch für das Team Gerolsteiner. 41 Siege gab es 2006 zu bejubeln. Die Eifel-Mannschaft will mit vielen jungen deutschen Fahrern angreifen - auch bei der Tour de France. Teamchef Holczer fordert derweil endlich Klarheit im Fall Ullrich.

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          Nach zwei höchst erfolgreichen Jahren steht das Team Gerolsteiner 2007 vor dem Umbruch, will aber mit seiner jungen Garde den Platz in der Spitze des Profiradsports behaupten. Nach dem Abgang des Amerikaners Levi Leipheimer zu Discovery Channel stehen Markus Fothen (23/Kaarst), Stefan Schumacher (25/Nürtingen), Fabian Wegmann (26/Freiburg) und Heinrich Haussler (22/Cottbus) noch mehr im Rampenlicht. „Ich habe keine Angst vor der Verantwortung der Kapitänsrolle“, sagte Fothen, der im Juli bei der Tour de France in der Wertung des besten Nachwuchsfahrers knapp gescheitert war, am Dienstag bei der Präsentation seines Teams in Gerolstein. Die Mannschaft geht mit 26 Fahrern aus fünf Nationen in die neue Saison.

          Bei den sieben Neuzugängen wurde auf Stars verzichtet, stattdessen mit Tim Klinger (Sprockhövel), Carlo Westphal (Heinrichsberg), Johannes Fröhlinger (Freiburg), Bernhard Kohl (Österreich), Oliver Zaugg (Schweiz), Oscar Gatto (Italien) und Tom Stamsnijder (Niederlande) auf junge, hungrige Fahrer gesetzt. Bei der Tour setzt Gerolsteiner ganz auf die Karte Fothen, im Frühjahr bildet der italienische Kapitän Davide Rebellin mit Schumacher und Fabian Wegmann die Klassiker-Spitze. Bei den Sprintentscheidungen soll wieder Robert Förster für Tagessiege sorgen.

          Dopingaffäre Ullrich: „Wir brauchen erstmal Klarheit“

          „Mit 41 Saisonsiegen sind wir im vergangenen Jahr zum ersten Mal das erfolgreichste einheimische Team gewesen. Wie Deutschland ist Gerolsteiner auch Export-Weltmeister und das passt mit unserem Team
          bestens zusammen“, sagte Vorstandssprecher Jörg Croseck, der sich die internationale Entwicklung im Anti-Doping-Kampf aber genau anschauen wird, bevor sich das Unternehmen aus der Vulkaneifel, das pro Saison knapp zehn Millionen Euro investiert, über 2008 weiter im Profiradsport engagieren wird.

          Von links nach rechts: Rebellin, Teamchef Holczer, Schumacher, Fothen

          Laut Teamchef Hans-Michael Holczer sind mehr als die Hälfte der 20 ProTour-Teams dem Anti-Doping-Kampf ernsthaft verpflichtet: „Mehr als ein Dutzend Teams tun es gerne und sie machen es auch gut. Aber jetzt brauchen wir die Veranstalter und den Weltverband UCI, der sich oft nicht sehen lässt, wenn es brennt. Es muss politischen Druck auf die in der Affäre ermittelnden spanischen Behörden geben, damit die
          Unterlagen gerichtlich verwertet werden dürfen - Wir brauchen endlich Klarheit.“

          Gerolsteiner - „das Original“

          Am lauteren Anti-Doping-Engagement von Gerolsteiner und T-Mobile bestehen kaum Zweifel, zusammen mit weiteren fünf ProTour-Teams hatten sie jedenfalls in der vergangenen Woche in Brüssel für den Ausschluss von Discovery Channel gestimmt. Das amerikanische Team hatte gegenden Ethik-Code verstoßen und mit dem Italiener Ivan Basso einen in die Fuentes-Affäre verstrickten Fahrer verpflichtet. Sowohl T-Mobile als auch Gerolsteiner haben in ihren Verträgen mit den Profis klare, neue Richtlinien gegen Doping, die bis zur Vorlage von DNA-Proben reichen.

          Mit einem kleinen Seitenhieb auf den lange Jahre tonangebenden Konkurrenten T-Mobile nannte Holczer seine Formation am Dienstag „das Original“, nachdem sich die Bonner bei ihrer Präsentation auf Mallorca als „die Mannschaft“ apostrophiert hatten, um den neuen Teamgeist in der Nach-Ullrich-Ära mit einem Stichwort zu versehen. „Die Messlatte von 41 Siegen für 2007 ist sehr hoch. Das wird schwer zu toppen sein. Aber wir versuchen es“, sagte der frühere Geschichts-und Mathe-Lehrer, für den schon jetzt feststeht, dass seine
          Mannschaft 2007 hier zu Lande wieder die Nummer eins sein wird: „Wir sind das einzige ProTour-Team nach den UCI-Regularien. T-Mobile wird als US-Team geführt.“

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